Lebenszirkus | Satire | Sommer

10 Must-haves für den Sommer – die Lieblingstrends der dielyra-Redaktion

von am Juli 10, 2018

Alles warm, alles grün, alles Sommer. Also eh schon länger, aber so richtig offiziell ist es doch immer erst im Juli, nicht wahr? Endlich wieder schweißverklebte Haare auf der Stirn, Sonnenallergien, juckende Mückenstiche, unerträglich viele Urlaubsfotos im Facebook-Feed und der noch stärkere gesellschaftliche Druck, geltenden Körperidealen zu entsprechen. Ihr wisst schon. Vielleicht auch laue Nächte unter bunten Lichterketten, Erdbeeren essen im Park, luftige Kleider, kitzelnde Grashalme und Sonnenstrahlen auf der Haut, Konzerte unter freiem Himmel und die Beine in klarem Wasser baumeln lassen. Wer weiß das schon so genau. Was allerdings in keinem Sommer fehlen darf, sind nervige Lieder, die sich „Sommerhits“ schimpfen und irgendwelche Trends, denen wir alle hinterherzulaufen haben. Wie sich das gehört, haben auch wir ganz exklusiv die Must-haves für den Sommer zusammengestellt. (Also ich.) Denn was die Cosmopolitan kann, können wir schon lange. (Also ich.) Et voilà:

Eine flauschige Katze
Immer ein Must-have. Immer. IMMER. Optional lassen wir auch Hunde gelten. (Besonders nachdem wir den neuen Wes Anderson-Film gesehen haben.)

Ein Instagram-/Twitter-/Whatever-Feed, der dich nicht runterzieht
Ganz ehrlich: Folge keinen Leuten, deren Content unangenehme Gefühle in dir auslöst – seien es Neid, Wut oder sonstige Empfindungen, die dich runterziehen. Es gibt so viele Accounts, die positive Vibes, Inspiration, Motivation oder Lustiges und Unterhaltsames in die Welt setzen. Radikal ausmisten und Neues suchen sind die Zauberwörter. Tu es! Fühlt sich gut an, ehrlich.

Ein Protest-Schild (oder zehn)
Es gibt so viel, das falsch läuft. Anstatt uns in den sozialen Medien oder bei der nächsten Party darüber aufzuregen und auszukotzen, sollten wir alle ein fettes Schild malen und auf die Straße gehen. Such dir was aus: 12-Stunden-Arbeitstage. Immer noch keine Gleichberechtigung von Frauen. Rechte und Antisemiten im Parlament, die Rückschrittliches beschließen. Massentierhaltung. Fehlender Umweltschutz. Unaufhaltbare Klimaerwärmung aus Profitgier, die schon unsere Kinder vor enorme Probleme stellen wird. You name it.

Starker Kaffee
Siehe Beschreibung von Punkt 1. Bloß ohne die Hunde. (In Situationen, in denen dir mit voller Härte bewusst wird, dass du aufgrund der derzeitigen Weltlage eigentlich nur mehr brüllend auf der Straße stehen müsstest, kann der Kaffee auch durch Alkohol ersetzt werden.)

Selbstliebe
Jaja, wir wissen es. Was für ein ausgelutschtes Wort. Und sowieso viel leichter gesagt als getan. Aber dennoch: Du bist genug. Auch ohne der perfekten Dachterrassen-Wohnung, dem schlanken, durchtrainierten Körper, den extravaganten Hobbys, der märchenhaften Familie oder dem Traumjob.
Wir haben letztens einen grandiosen Rat gelesen: Betrachte dich selbst so wie einen sehr, sehr guten Freund. Behandle dich genauso liebevoll und verständnisvoll, sprich dir in demselben Maße Mut zu und bringe dir in gleicher Weise positive, aufmunternde Gedanken entgegen, wie du es bei diesem guten Freund tun würdest. Du bist wertvoll. Du bist es wert. Einfach so.

Must-haves für den Sommer

(Bad-Ass-)Outfits, in denen du dich richtig wohl fühlst
Letztens hörten wir einen Mann mittleren Alters sagen: „Haha schau mal die! Dress for the body you have not for the body you want! Hahaha!“ – HAHAHA JA GENAU HAHA HOW ABOUT NNNNO, DRESS HOWEVER THE FUCK YOU WANT!?!!!
Zieh an, was dir gefällt und trage das, was du tragen möchtest. Egal ob Over Size-Shirt, Sommerkleidchen, zerfetzte Jeans, Jogginghose oder Sari – leg dir Outfits zu, in denen du dich richtig wohl fühlst. Outfits, die dich spüren lassen: Heute kann dir keiner was. Die dir ins Ohr flüstern: You rock. Genau solche! Du musst niemandem gefallen außer dir selbst.

Ein großer Bücherstapel
Keine Zeit eignet sich so gut zum Lesen wie der Sommer. Also nimm endlich diesen einen Stapel ungelesener Bücher in Angriff oder statte dem Buchhandel deines Vertrauens einen Besuch ab und inhaliere Seite für Seite für Seite. Im Freibad. Auf der Parkbank. Am Fensterbrett. Am Balkon. Am Strand. In der Blumenwiese. Ganz egal wo, aber leg dein Handy weg und lies!

Gelassenheit und Selbstvertrauen
Alles wird gut, auch wenn einiges vielleicht gerade nicht ganz nach Plan verläuft. Du bist gut so wie du bist, auch wenn du manchmal nicht das Gefühl hast. Stress dich nicht, auch wenn du noch nicht dort bist, wo du hin möchtest. Vergleiche dich nicht mit anderen, die einen ganz anderen Weg hinter sich haben. Jeder hat eine andere Geschichte. Und ganz wichtig: Egal was oder wie du es machst, es werden IMMER Leute über dich reden. Also löse dich davon, darüber nachzudenken und deswegen irgendetwas zu tun, nur um den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Tu das, was du für richtig hältst. (Meine Güte fühlen wir uns weise, wenn wir solche Dinge schreiben.)

Gemütliche Schuhe, die dich überall hin tragen
Selbsterklärend. Natürlich dürfen sie auch schön sein. Aber vor allem bequem. Denn du hast viel vor diesen Sommer. Und Blasen und Druckstellen kannst du dabei nicht gebrauchen.

Sonnenschutz und Vitamine
Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viel dein Körper in deinem Leben schon aushalten musste? Dein Körper ist AMAZING! Gib ihm auch etwas zurück und kümmere dich um ihn. Schütze ihn und füttere ihn mit Dingen, die ihm gut tun. Wir reden nicht davon, dass du das Raffaello-Malaga-Nutella-Cookie-Eis weglassen sollst, aber tob dich ruhig öfter mal in der Gemüseabteilung aus und versuche deine Schweißdrüsen auch mal außerhalb der U6 zum Arbeiten zu bringen. Achja und vergiss diese kleinen Mini-Sonnenbrillchen, die man gerade überall findet, und bleib lieber bei den richtig großen Modellen. Die sehen nicht nur gut aus und schützen deine wertvollen Sehorgane, nein, so kannst du zusätzlich unangenehme Personen einfach „übersehen“. Win-win.

 

Ok ok wir geben es zu: Es sind keine Sommertrends geworden, sondern Immertrends.
Die Redaktion ist sich übrigens im Klaren darüber, dass hier ausgiebige Phrasendrescherei betrieben wurde. Sie möchte aber dennoch betonen, dass sie nichts bereut. (Also ich.)

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Das Gefühl wenn | Öffi-Geschichten

Das Gefühl, wenn…

von am April 10, 2018

…du zur Feierabendzeit im vollen Bus sitzt, eine alte, gebrechlich wirkende Frau einsteigt, du gleich aufstehst um ihr deinen Sitzplatz anzubieten, diese dein Angebot jedoch entschieden ablehnt und sagt, dass sie lieber stehen möchte, weshalb du dich wieder hinsetzt – und dann bei der nächsten Station eine Frau mittleren Alters einsteigt und sieht, dass du sitzt und die alte, gebrechliche Frau neben dir stehen „muss“, und dich deswegen so verachtend und zwider anschaut als wäre sie die personifizierte Grumpy Cat (ohne den Aww-Faktor). Grumpy Cat

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Ich hab da was gehört..

Ich hab da was gehört.. #32

von am März 7, 2018

Eine Freundin, die Psychotherapie studiert, erzählt: „Ich möchte mir gerne irgendwann einen Hund zulegen und vielleicht auch zusätzlich eine Tiertherapie-Ausbildung machen.“
Ich: „Oh wow cool! Welche Hunde eignen sich denn da am besten?“
Sie: „Ach eigentlich diese ganz normalen Familienhunde: Labrador, Golden Retriever oder Tyrannosaurus Rex.“

Tyrannosaurus Rex

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Begegnungen

Girl Crushes

von am März 4, 2018

Sie. Die mit den haselnussbraunen Augen und den walnussbraunen Haaren. Oder vielleicht auch umgekehrt. Auf jeden Fall sie, die im Café ein paar Tische weiter sitzt. Mit dem schwarzen Lidstrich und den wuscheligen Locken. Wie sie ihre zarten, mit Ringen geschmückten Hände durch die Luft wirbelt und dazwischen manchmal kurz innehält, um über ihre nächsten Worte nachzudenken. Wie sie Haarsträhnen um ihren Zeigefinger zwirbelt oder sie aus dem Gesicht streicht und hinter ihr linkes Ohr klemmt. Wie sie ihre Stirn in Falten legt und ihre Augenbrauen zusammenkneift. Sie, die mit der tiefen, beruhigenden Stimme. Wie die vielen Worte, die aus ihrem Mund kommen, ihr Gegenüber fesseln und gebannt zuhören lassen. Sie, die so leidenschaftlich und temperamentvoll erzählt, dass ihr Charisma bis in jede Ecke des Cafés erstrahlt. Sodass es auch jene spüren, die zu weit weg sitzen, um sie zu hören. Vermutlich spricht sie davon, wie sie einmal die Welt gerettet hat. Oder von spannenden Gedanken einer irischen Schriftstellerin, die sie bewundert. Oder davon, wie sie bei ihrem Trip durch Südamerika fünf Wochen bei einer indigenen Familie im Dschungel wohnte. Ich höre sie nicht, aber ich möchte so gern. Möchte mich zu ihr setzen und ihr zuhören und zusehen. Sie.

girl crush

Sie. Die Lehrerin, die nach dem Unterricht zufällig einige ihrer Schüler im Teenageralter in der S-Bahn trifft und mit ihnen nicht im belanglosen Smalltalk versinkt. Wie sie geduldig mit ihnen über ernste, politische und gesellschaftliche Themen spricht. Wie sie verständnisvoll auf die Fragen der Schüler eingeht, ihnen andere Blickwinkel nahelegt und sie zum Umdenken anregt. Wie sie ihnen in der vollen S-Bahn selbstsicher Kontra gibt und die Ansichten der Jugendlichen auch bei schwierigen Standpunkten behutsam in Frage stellt, ganz ohne schnippisch zu werden. Sie, die mit ihrer Art zwar vielleicht nicht ihre Schüler, dafür alle umsitzenden Fahrgäste fasziniert, sodass sie rundum bewundernd, dankbar und ermutigend angelächelt und betrachtet wird. Sie.

Sie. Die online nicht nur die Sonnenseiten ihres Lebens zeigt, sondern auch ihre Tiefpunkte. Wie sie wunderschöne, künstlerische, aber dennoch echte Momente teilt und so viel Gescheites, Interessantes, Inspirierendes zu sagen hat. Wie sie sich für Schwächere und Ausgegrenzte stark macht und sich nicht überheblich gibt. Wie sie andere beflügelt. Sie, die auch Seiten von sich zeigt, die viele als unschön oder unästhetisch bezeichnen würden. Die ihren Weg geht und offen zeigt, wie sie ihren Weg geht – mit all ihren Irrungen und auch Fehlentscheidungen. Sie, die so eindrucksvolle und bewegende Worte findet für schwierige Situationen im Leben. Wie sie ehrlich sagt, wovor sie Angst hat, dass sie sich manchmal selbst nicht mag, dass sie es ab und zu den ganzen Tag nicht aus dem Bett schafft. Sie, die zeigt, wie wichtig es ist, Rücksicht auf sich selbst, auf andere und die Umwelt zu nehmen. Die zeigt, wie man nachhaltig und liebevoll leben kann und das alles nach außen kommuniziert ohne andere mit erhobenem Zeigefinger belehren zu wollen. Sie.

Sie. Die Kellnerin mit den leuchtenden Sommersprossen und dem erdbeerblonden Knödel am Kopf. Mit dem warmen Lächeln und dieser speziellen, einnehmenden Ausstrahlung. Wie sie der alten Dame, die in dem hippen Lokal zwischen den vielen jungen Leuten so deplatziert wirkt, aus ihrem langen, schweren Mantel hilft. Ihr den Stuhl zurechtrückt und den Schal und die Handschuhe der Dame sicher verstaut. Wie sie ihr geduldig die Speisekarte vorliest, aufmerksam und beinahe rührend mit ihr spricht und ihr wenig später eine heiße Linsensuppe und ein Glas Rotwein serviert. Sie, die so charmant und sympathisch durchs Lokal schwebt. Wie sie mit ihrem Wesen den Raum mit Leichtigkeit, Leben und Wärme erfüllt. Sie.

Sie. Und die zweifache Mutter, die ihrer Tochter und ihrem Sohn nach einem beleidigendem Kommentar eines Typen in der U-Bahn ausführlich erklärt, dass diese Aussage rassistisch war und warum das scheiße ist. Sie. Und die alte Frau, die ihren gebrechlichen Mann stützt, ihm hilft die Treppe hinunterzusteigen und ihm liebevoll und zärtlich Mut zuspricht. Sie. Und die Frau in der Bäckerei, die auch frühmorgens und bei großem Andrang ruhig und herzlich bleibt und jedem Kunden einen schönen Tag wünscht. Sie. Und noch viele, viele andere.

Es gibt so viele tolle Frauen auf dieser Welt. Ich verliebe mich in jede einzelne ein bisschen.
Who runs the world? ♥

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Begegnungen | Das Gefühl wenn

Das Gefühl, wenn…

von am Februar 19, 2018

…jemand hartnäckig fordert, dass du einen bestimmten Wert schätzen sollst, du einige Male sagst, dass du keine Ahnung von diesem Thema hast und es somit absolut nicht einschätzen kannst, der andere trotzdem immer wieder sagt „Na schätz einfach mal!“ „Ist ja egal, schätz einfach mal!“, du dann gezwungenermaßen irgendeine Zahl sagst, diese dann nicht die Zahl ist, die die andere Person gerne gehört hätte, weshalb sie vollkommen enttäuscht reagiert und schnaubend antwortet „Naaa geh bist wahnsinnig?! So viel doch nicht!!“ und du dir nur denkst „ICH HABE DOCH GESAGT, DASS ICH KEINE AHNUNG HABE!! WAS RENNT BLOSS FALSCH MIT DIR???“.

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Satire

Vorgeschriebene Absagen für kalte, graue Wintertage

von am Februar 18, 2018

Einfach entspannt kopieren und abschicken:

Sorry, ich kann mir deinen Poetry Slam-Auftritt heute leider nicht anschauen, da ich dieses kleine Saal-Dings kenne und ich weiß, dass es dort nirgends eine Garderobe bzw. auch sonst keinen geeigneten Platz für meine Textilien gibt. Ich kann unmöglich meinen dicken Mantel, meine zwei Westen, meinen großen Schal, meine Haube und meine Handschuhe mit mir herumtragen.

Ja, ich weiß, das ist deine 30er-Feier heute. Aber warum musst du auch im Winter Geburtstag haben? Wer macht denn so was? Feier deinen Geburtstag doch irgendwann an einem Tag von Mai bis September wie ein normaler Mensch.

Hey, bitte sei mir nicht böse, aber das Treffen heute muss ich absagen. Grippewelle, du weißt schon. Ich bin zwar nicht krank, aber ich fühle ganz tief drin, dass es jederzeit soweit sein könnte. Letztens habe ich in einem Artikel gelesen, dass es reicht, wenn ein bereits angesteckter Mensch in der Inkubationszeit neben dir einfach nur ausatmet – der muss dich nicht einmal anhusten oder anniesen oder so! Ich kann das Risiko leider nicht eingehen. Dort in dem Lokal würden zu viele Menschen atmen. Sorry.

Ich kann heute leider nicht zu deiner Feier kommen, tut mir wirklich leid. Wir haben uns genau vor einem Jahr das letzte Mal gesehen und damals hatte ich diesen einen roten Mantel an, du erinnerst dich sicher. Auf jeden Fall habe ich es nicht geschafft mir eine neue Winterjacke zu kaufen. Nach so langer Zeit mit demselben Style aufzutauchen ist echt super peinlich. Das wird also nichts heute. Euch aber viel Spaß!

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Klar würde ich heute gerne an deinem mexikanischen Koch-Abend teilnehmen, aber ich musste heute schon das Haus verlassen um Klopapier zu kaufen und in der kurzen Zeit zum Billa und zurück ist mein Gesicht dermaßen eingefroren, dass ich danach durch die rote Nase und die roten Wangen ca. eine Stunde wie einer dieser Horror-Clowns aussah. Ich will niemandem Angst einjagen, du verstehst das gewiss.

Ich weiß, ich hab bereits fix zugesagt, aber das ist Tage her. Jetzt, wo ich eingekuschelt mit meinem Hund und meinem attraktiven Lebensgefährten auf der Couch liege und eine dampfende Kanne Apfel-Zimt-Tee auf mich wartet, kann ich nur sagen: No way. Sorry.

Bei mir wird das heute nichts mit der Ausstellung, verzeih mir. Die Haut auf meinen Händen sieht durch die trockene Heizungsluft dermaßen ledern und faltig aus, dass man meinen könnte, sie gehören einer 80-Jährigen. Handcreme verpufft wie Wasser nach nur wenigen Minuten. Mit diesen Händen kann ich in der Öffentlichkeit kein Sektglas halten. Bis bald hoffentlich.

Tut mir leid, ich kann heute nicht in diese Bar gehen. Ich weiß nämlich, dass dort kein dicker Vorhang hinter der Eingangstüre hängt und ich ertrage es nicht, alle zwei Minuten einen kalten Windhauch zu spüren, der mich bis ins Mark erschüttert. Schönen Abend!

Ich hätte zwar total Lust mir heute mit dir den Vortrag über skandinavische Innenarchitektur anzuhören, aber ich habe mir gerade neue Wildlederschuhe gekauft und der ekelhafte Schneematsch draußen würde sie komplett ruinieren. Und nein, meine dicken Boots will ich wirklich nicht anziehen. Sorry. Wir sehen uns!

Tut mir leid, aber ich habe gerade gesehen, dass es in dem Restaurant, das du ausgesucht hast, nur Raw Vegan-Gerichte gibt. Ich brauche heute wirklich etwas, das heiß serviert wird. Danke für dein Verständnis!

Entschuldigung, aber den Film musst du dir alleine anschauen. Meine Katzen brauchen in der kalten Jahreszeit besonders viel Zuneigung. Du weißt ja wie das ist.

Ich würde sehr gerne zu deiner Abschiedsparty kommen, aber das geht sich einfach nicht aus. Durch die kalte Luft draußen läuft meine Nase auch nach nur kurzen Fußwegen stark und ich könnte mir bei der Feier nicht vernünftig die Nase putzen, weil sonst mein ganzes Make-Up verschmiert. In einem Jahr bist du ja wieder da, oder? Lass uns dann mal treffen.

Ach wir waren heute verabredet? Hmm. Also ich kann mich leider absolut nicht dazu motivieren, meine ausgebeulte Jogginghose und mein altes Rolling Stones-T-Shirt gegen etwas Herzeigbares auszutauschen, aber du kannst gerne zu mir kommen. Auf einen Tee? Ich verspreche dir auch, dass ich das nächste Mal dann zu dir komme. Also vielleicht.

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Ich hab da was gesehen.. | Öffi-Geschichten

Ich hab da was gesehen.. #2

von am Oktober 30, 2017

Letztens hat eine Frau in der vollen Straßenbahn einen dieser Supermarkt-Schokoladenkuchen inklusive Schokoglasur aus der Plastikverpackung befreit und angefangen ihn einfach so im ganzen Stück genüsslich zu verspeisen – ohne sich auch nur ein bisschen um die vielen Blicke zu kümmern.
Egal ob Liebeskummer, PMS, alles blöd oder einfach so: I feel you, sister.

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Das Gefühl wenn

Das Gefühl, wenn…

von am Oktober 29, 2017

…du am Sonntagmorgen aufwachst und realisierst, dass Sonntag ist, dich deshalb noch einmal umdrehst, den ganzen Tag absolut keine Termine oder Verpflichtungen auf dich warten, draußen leise Regentropfen auf das Blechdach klappern und sich an beiden Seiten zwei flauschige Katzenkugeln laut schnurrend an dich schmiegen.

Katze

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Ich hab da was gehört.. | Öffi-Geschichten

Ich hab da was gehört.. #31

von am Oktober 28, 2017

Zwei junge Frauen unterhalten sich:
„Schaust du auch Game of Thrones?“
„Pfft natürlich!!! Also wirklich… wer schaut denn bitte nicht Game of Thrones?“
„Nageh so isses jetzt auch wieder nicht. Ich kenne Leute, die nicht Game of Thrones schauen.“
„Echt? Die müssen ja seltsam sein. Wer ist das so?“
„Na ja halt… zum Beispiel äh… meine Oma.“

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G-rant

G-rant: Healthy Shaming

von am Oktober 27, 2017

Body Shaming, Fat Shaming, Skinny Shaming – alles Begriffe, die mittlerweile omnipräsent sind, über die (glücklicherweise!) immer mehr nachgedacht und berichtet wird. Meistens mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Individualität des Menschen und für Body Positivity zu schaffen und zu erhöhen. Und obwohl wir hier noch ein riesiges Stück Arbeit vor uns haben, stelle ich in letzter Zeit fest, dass die Figur und das Aussehen selbst manchmal gar keine so große Rolle spielen, sondern mehr, was dieser „dicke“, „dünne“, „schöne“, „ungewöhnliche“ Körper zu sich nimmt. Wenn es um die Aufnahme von Nahrungsmitteln geht, erkenne ich in meinem Umfeld eine zunehmende Verbreitung eines Phänomens, das ich als „Healthy Shaming“ bezeichne. Äußerst selten habe ich mitbekommen oder gehört, dass jemand sagt „Oh du isst schon wieder Burger mit Pommes? Puh denkst du wirklich, das ist eine gute Idee?“ oder „Noch ein Stück Torte? Ehrlich? Vielleicht doch lieber einen Apfel?“. Solche Sätze nehmen wir als sehr unverschämt und beleidigend wahr und würden den meisten Menschen so nicht über die Lippen kommen.

Shhh Healthy Shaming
Wenn es sich jedoch um gesunde Mahlzeiten handelt, haben viele Personen kein Problem damit, diese zu kommentieren und zu beurteilen. Ohne weiter darüber nachzudenken oder sich dabei merkwürdig zu fühlen. „Schon wieder Salat? Ich könnte das ja nicht, ich brauche etwas Richtiges zu essen.“, „Boah du isst immer SO gesund! Schon wieder nur Grünzeug!“ oder auch „Na klar isst du wieder nur Obst. Hätte mich auch gewundert, wenn du jetzt mal richtig zugeschlagen hättest.“. Automatisch hat man immer gleich das Gefühl, sich rechtfertigen oder erklären zu müssen. Ja, aber du hast ja keine Ahnung, was ich am Wochenende alles gegessen habe! Was redest du da, ich habe doch gestern in deiner Anwesenheit ein Schokocroissant gefuttert! Aber gestern Abend habe ich mir vorm Fernseher Chips, Schokolade und Cheesecake gegönnt! Man sieht doch allein an meiner Figur, dass ich mich nicht ständig so ernähre! Na ja jetzt kommt aber bald die Weihnachtszeit und du weißt eh wie das ist! … Mittlerweile habe ich damit aufgehört. Oder versuche zumindest in den meisten Fällen, den Kommentar einfach so stehen zu lassen. Ich muss mich nicht dafür rechtfertigen oder entschuldigen, wenn ich Salat und Obst esse. Selbst wenn ich die ganze Zeit nur gesund essen oder 55 Kilogramm wiegen würde.
Manchmal enthalten diese Kommentare einen Zusatz und somit auch schon den Grund für ebendiese, nämlich: „Wenn ich dein Essen sehe, bekomme ich ein ganz schlechtes Gewissen, wenn ich jetzt das Stück Torte/den Burger/Wasauchimmer esse.“ Ganz sicher der schwerwiegendste Grund, warum wir über gesunde Essensentscheidungen in einem abwertenden Ton urteilen, ist, dass diese Person uns einen unangenehmen Spiegel vorhält. Weil wir uns eigentlich auch gesund ernähren möchten, es aber nicht hinkriegen. Oder weil wir uns eigentlich auch gesund ernähren sollten, es aber nicht wollen. Aber diese Person da macht es. Direkt vor uns. Das kann hart sein, das verstehe ich vollkommen. Ich selbst nehme mich hier absolut nicht raus – mir ist sehr wohl bewusst, dass auch ich manchmal kommentiere, wenn jemand seit langer Zeit keine Kohlenhydrate zu sich nimmt, sich vegan ernährt oder den ganzen Tag gar nichts isst. Seit ich am eigenen Leib erfahre, wie unnötig und teilweise auch ungut das ist und sein kann, versuche ich das jedoch zu vermeiden. Mir ist es ja auch egal, wenn du jeden Tag gebratene Ente mit einem riesigen Haufen Glutamat-Nudeln futterst. Also lass mich bitte meinen Salat essen – ohne Kommentar.

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