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Pet Peeves

Juni 5, 2012

Ich bin ein bekennender Regenschirmmuffel. Und meistens komme ich damit ganz gut durchs Leben. Meine Haare sind glücklicherweise keine von dieser Sorte, die bei hoher Luftfeuchtigkeit oder nur beim geringsten Wasserspritzer zu einem Afro explodieren, darum sind mir ein paar Sekunden im Nieselregen weitaus lieber als ein tropfender Regenschirm, der alles besudelt und somit nicht mehr in meiner Handtasche verstaut werden kann. Gestern dachte sich der Wetterfrosch, dass diese Regenschirmmuffelige auch nicht immer ungestraft davonkommen kann und hat genau zehn Sekunden nach Verlassen des Hauses einen prasselnden Sommerregen einsetzen lassen. Ich könnte sicher hundert Dinge aufzählen, die ich an Sommerregen mag (das trommelnde Geräusch an den Hausdächern, dieser Geruch danach, die Abkühlung an heißen Sommertagen,.. – ich glaube das reicht so als Idee), was ich allerdings nicht in diese Liste einordnen kann: dass die Tropfen groß wie Golfbälle sind und dich innerhalb von drei Sekunden pitschnass werden lassen. Noch unangenehmer als ein triefend nasser Regenschirm ist nämlich, wenn du selbst der „Gegenstand“ bist, der die ganze Straßenbahn volltropft und an dem man bitte nicht ankommen möchte (leicht angewiderte Blicke inklusive!). Für zumindest ein paar Tage lerne ich daraus und siehe da: mein violetter Knirps durfte mich heute in die Uni begleiten. Vermutlich nicht lange, aber immerhin. Regen an Nicht-Vorm-Fernseher-Gammeltagen nervt einfach. Notiz an mich selbst: Kauf dir nur mehr Sommerjacken mit Kapuze.

Und weil wir schon bei nervigen Dingen sind: Gestern bin ich wieder mal über das Wort „pet peeve“ gestolpert. (Eine vernünftige Übersetzung gibt es eigentlich nicht wirklich, aber das Internet teilte mir mit, dass man auf Deutsch wohl am ehesten „(persönliches) Lieblingsärgernis“ dazu sagen würde.) Und meine Güte.. ich bin wirklich sehr pet-peeves-belastet. Hier exklusiv für euch meine persönlichen Top 10:

  • Wenn jemand dauernd seine Finger verbiegt bzw. dagegen schlägt, um sie knacken zu lassen.
  • Wenn man jemandem eine simple Frage stellt (womöglich sogar eine Ja/Nein-Frage), sie rasch beantwortet haben möchte und die Person erzählt dann eine ewig lange Vorgeschichte, weil diese für die Beantwortung ja sooo wichtig ist.
  • Wenn bei einem Film einfach nicht die richtige Lautstärke gefunden werden kann – einmal ist es viel zu laut und eine Szene später versteht man kein Wort mehr. (+ diese wahnsinnigen Werbepausen – Film – Lautstärkenunterschiede)
  • Das Geräusch, das entsteht, wenn mit einem Strohhalm getrunken wird und der Becher fast leer ist – bzw. Personen, die in dieser Situation mindestens zehn Sekunden weiter am Strohhalm saugen.
  • Leute, die im Kino dauernd SMS schreiben oder im Internet herumsurfen.
  • Leute, die das Bedürfnis haben dauernd auf Facebook allen zu sagen/zeigen, wie unglaublich toll ihr Leben ist und wie sehr sie es lieben – bzw. das komplette Gegenteil genauso: Statusnachrichten, wie traurig und verletzt sie wegen irgendeinem Beziehungsproblemchen sind und warum sie nicht mehr leben möchten.
  • Wenn mich jemand kitzelt und ich finde es furchtbar unangenehm – darauf kommt dann ein „Ach was.. du lachst doch! Du magst das!“
  • Leute, die dich nie wirklich ausreden lassen und immer irgendetwas dazwischen quatschen.
  • Wenn eine von mir schon sehr lange geliebte Band, Serie, Person, Wasauchimmer ganz plötzlich berühmt wird und dann auf einmal Leute grooße, große Fans dieses wunderbaren Etwas werden, obwohl sie es vor der Popularität nicht die Bohne interessiert hätte.
  • Wenn jemand unverständlich murmelt und nach der Nachfrage nur „Ach vergiss es“ sagt.

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