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Oktober

Oktober 11, 2012

Es riecht nach Herbst. Jedes Mal wenn ich aus dem Haus gehe, muss ich gleich nachdem ich die Türschwelle übertreten habe, tief einatmen. Und in den Himmel schauen. Der ist nämlich so besonders um diese Jahreszeit. Meinem Kinn und dem Hals gefällt es mehr als gut, dass sie sich wieder in kuschelige Schals betten können und ab und zu wird schon wieder ein Stiefel hervorgekramt. Die Straßenbahnen haben sich vom stickigen Sommergeruch befreit und es ist furchtbar angenehm, dass man sich nicht mehr mit Postkarten oder Gratiszeitungen Luft zufächern muss,  um den Schweiß aus dem Gesicht zu verbannen – und daran ohnehin kläglich scheitert.

Bei der Uni wuselt wieder alles. Und mein persönlicher Ankerverkäufer ist mit einem Lächeln im Gesicht auch wieder aus dem Sommerschlaf zurückgekehrt. Na ja.. geschlafen hat er nicht. Er war die letzten Monate am Flughafen, hat er mir mitgeteilt. Frech. Ich brauch ihn doch. Keiner sonst verkauft mir so charmant einen Käsekornspitz. Mit dem Maroni- und Kartoffelpuffergeruch kann ich mich allerdings noch nicht ganz anfreunden. Der Herr, der sie verkauft, wohl auch nicht – so grantig wie er mich anschaut. Aber er hat auch einen verdammt langen Winter vor sich.. und es kommt die Zeit, in der er in seinem Hütterl wieder ordentlich frieren wird. Und sich nicht in eine kuschelige Wohnung flüchten kann. In meinem Kleiderschrank wurde auch schon gekramt und gewühlt bis ich sie gefunden habe: Die wunderbaren selbst gestrickten Socken von einer der liebsten alten Frauen überhaupt. Überlebt eigentlich irgendjemand die vielen Abende und Nächte im Winter ohne gestrickte Socken? Kalte Füße im Bett sind ein ganz ärgerlicher Schlafkiller – besonders, wenn man sie nicht zwischen Männerwaden aufwärmen kann.

Gelbe, orange, rote Blätter. Das Geräusch, wenn man sie zerstampft. Die Sehnsucht nach einer weihnachtlich glitzernden Stadt. Und nach Punschständen. Sogar ein bisschen nach Schnee. Frühe Dunkelheit. Das alles genieße ich, solange ich kann. In vollen Zügen. Denn allerallerspätestens nach Weihnachten wünsch ich mir sowieso wieder den Sommer zurück. Aber das dauert ja noch ein bisschen.

  1. Gut zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die von diesem Herbst, bzw. von dem neuen Semester so richtig poetisch begeistert ist. Hab heute eine Chance gehabt, auch in Graz einen netten Parkausflug zu machen: es war nass und herbstlich und sehr beruhigend. Schön ist der Herbst auf jeden Fall, besonders in Oktober.

  2. Ja ich bin richtig froh, dass ich nicht irgendwo wohne, wo es keine richtigen Jahreszeiten bzw. keine Unterschiede gibt. Und stimmt.. obwohl ich das Blauer-Himmel-Sonnenschein-Herbst-Wetter doch ein bisschen lieber mag, finde ich auch das graue, nasse sehr angenehm (solange es nicht zu viel wird).. wirklich beruhigend und schön. Ich muss mich demnächst auch mehr in Parks herumtreiben.

  3. Ich mag ja die gemäßigten Jahreszeiten am liebsten 🙂 da kann man sich dann wieder mehr Schichten anziehen und, wie du schon so schön bemerkt hast, die Stricksachen herauskramen (aktuell erfreuen sich meine Füße an den Stricksocken von meiner Mutter), ohne dass man Erfrierungserscheinungen bekommt.

    Eventuell erfüllt sich dein Wunsch nach dem ersten Schnee schon schne(e)ller, als du glaubst 😉

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