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Ich? Ich nicht.

Juli 12, 2013

Ich wurde gestern nicht auf eigenartige Weise zu diesem Blogpost inspiriert.

Ich habe nicht erst heute einen Douglasgutschein eingelöst, den ich zu Weihnachten von einem guten Freund bekommen habe. Ich habe mir damit kein Parfum gekauft, das sonst preisbedingt höchstens auf meiner imaginären Wunschliste stehen würde. Ich habe nicht überlegt, es einfach nur so für mich selbst einpacken zu lassen, als mich die Verkäuferin danach gefragt hat. Ich nehme mir nie vor alte Filmklassiker anzuschauen, die man „gesehen haben muss“. Ich habe „The Shining“ letzten Donnerstag im Gartenbaukino nicht das erste Mal gesehen. Es hat mich nicht gestört, dass unsere Reihe im Kino sonst komplett leer war außer einem einzigen Typen, der genau neben mir saß. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ihn unser Sackerlrascheln und knuspriges Kauen gestört hat. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht und habe nicht versucht so leise wie möglich zu essen. Ich bin manchmal keine zu umsichtige und höfliche Person. Mir ist nicht erst heute eingefallen, dass mein Semesterticket am 1. Juli abgelaufen ist und ich die letzten Tage Glück hatte, von den Schwarzkapplern verschont worden zu sein. Ich lese in letzter Zeit nicht zu wenig. Ich höre auch nicht seit Wochen dieselben Bands, weil ich absolut verliebt in sie bin.

Foto am 18-04-2013 um 18.24 #2

Ich esse gerade kein Erdbeermarmeladebrot, weil ich meine Lust auf Süßes irgendwie stillen will und sonst nichts in irgendwelchen Küchenladen zu finden ist. Ich schreibe meine engeren FreundInnen nicht ausschließlich mit Kosenamen an. Ich gehe bei klaren Nächten am Land nicht wie Hans-Guck-in-die-Luft nach Hause, weil ich dicht glitzernde Sternenhimmel zum anbeten finde. Ich mag den Ausdruck „Urbane Mythen“ statt „Urban Legends“ nicht. Ich habe mich in Deutschland nicht in das Wort „Gedöns“ verschossen. Ich finde es nicht schade, dass es total dämlich wäre, es auch in Österreich zu verwenden. Ich habe manchmal keine Angst vor Lächerlichkeiten, die ich nie jemandem erzählen würde. Ich mag es nicht, dass mir Freunde manchmal Sachen über mich sagen, die ich selbst noch nicht wusste. Ich bin nie von Sachen anfangs begeistert und ganz euphorisch um sie nach kurzer Zeit unter den Tisch fallen zu lassen. Ich habe heute in der Stadt keine Fremde angegrinst, weil sie das gleiche T-Shirt wie ich anhatte. Sie hat nicht zurückgegrinst. Ich war vor ein paar Tagen nicht absolut verzückt und habe nicht gekreischt, als mir Hello-Kitty-Seifenblasen geschenkt wurden. Ich war nicht erst gestern das erste Mal heuer in der Alten Donau baden. Ich bleibe in stressigeren Zeiten bei schönem Wetter nicht in der Wohnung, weil ich mir einbilde, nur dort so richtig produktiv sein zu können. Ich finde es nicht göttlich, dass der Kleine einer Freundin absolut vernarrt in mich ist. Ich glaube nicht, dass ich mit Kindern eigentlich gar nicht so gut umgehen kann. Mir wurde letztens nicht gesagt, dass es selten Leute gibt, die mit so viel Mimik und Gestik sprechen wie ich. Ich schreibe nicht lieber 10x umständlich herum, bevor ich 1x telefoniere. Ich mache nicht automatisch Bussigeräusche bei der Links-Rechts-Bussi-Bussi-Begrüßung. Ich ärgere mich nie über Sachen, die ich nicht gemacht oder ausgelassen habe. Ich reagiere nicht allergisch darauf, wenn mir Leute sagen, dass ich immer gut gelaunt bin. Ich habe kein Problem damit, dass ich mich manchmal selbst nicht verstehe.

Ich könnte nicht noch ewig weiterschreiben. Ich übertreibe nie.

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