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Tattoos

März 4, 2014

Oh it’s payday, yes it’s payday
I got my pay cheque from the man
There’s not so many jobs that I can get these days
With these marks all over my hands
But I’m gonna take that cheque
I’m gonna head across the track
To the wrong side of this town
I’m gonna open the door
I’m gonna bask in the roar
Of that familiar buzzing needle sound 

Because the ink in my skin
Where the needle went in
However many years ago
Has left marks on my arms
And they say who I am
Everywhere that I go 

Some people have none and
Some have one that they’re ashamed of
Most people think that we’re fools
Some people don’t get it and
Some people don’t care
And some of us we have tattoos 

Oh it’s fading, yes it’s fading
Some of the things that I believed back then
Yes my skin has started sagging and
The ink has started running
And I’ve got buddy tattoos with people
Who aren’t my friends
Oh I’ve even got black x’s from when I was straight edge
So crack open a beer friends now
And let’s make a pledge 

If we had the luck to live our lives a second time through
We’d be sure to get the same tattoos 

Because the ink in my skin
Where the needle went in
However many years ago
Has left marks on my arms
And they say who I am
Everywhere that I go 

Some people have none and
Some have one that they’re ashamed of
Most people think that we’re fools
Some people don’t get it and
Some people don’t care
And some of us we have tattoos

We’ve got hearts for the lovers
And playing cards for the gamblers
Black flag bars for the punks
And sailing ships for the ramblers
We got skulls for the living
And the pain pays our dues
And some of us we have tattoos

Frank Turner – Tattoos

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Lieber Frank, ich liebe dich sehr und freue mich irre, dass wir uns heute Abend wiedersehen, aber was du da singst, muss ich kurz mal ein bisschen in Frage stellen. Achtung – spießiger Kommentar im Anmarsch.

Gleich mal vorneweg (oh.. sie versucht’s mit Beschwichtigung): Ich bin Tattoo-Liebhaberin. Auch wenn ich selbst kein einziges habe. Clevere, einzigartige, toll gestochene Tätowierungen finde ich großartig. Obwohl.. das Motiv muss oft nicht einmal besonders originell sein, um mich überzeugen zu können. Ich fände es zwar schrecklich, so Mainstream-Vögelchen, Traumfänger, Blümchen, Sternchen oder ausgelutschte Zitate auf (oder unter?) der Haut zu tragen, aber so einzeln betrachtet habe ich doch auch schon viele davon gesehen, die mir gefielen. So ein bisschen zumindest. Aber warum zum Teufel lässt man sich irgendeinen Trend stechen, der kurze Zeit später in ein Horrorszenario umschwenken kann (ich verweise hier auf das wunderschöne Arschgeweih), ohne irgendeine persönliche Verbindung damit zu haben und ohne auch nur ein bisschen darüber nachzudenken? Frank Turner singt: „If we had the luck to live our lives a second time through we’d be sure to get the same tattoos“. Und ich sage (wohlgemerkt als Außenstehende): Bullshit! „Die machen mich zu dem, was ich heute bin!“ Ach komm.. ich kenne genug Leute persönlich, die lieber die Personen wären, die sie heute sind, nur ohne das hässliche Ding auf der Schulter oder am Knöchel.
Bevor jetzt ein Shitstorm auf mich niederbricht: Ich weiß, es gibt genug, die auch nach Jahren keinen ihren Nadelstiche bereuen. Glücklicherweise. Da ich eine derjenigen bin, die es selbst nie erlebt haben, würde mich ehrlich interessieren: Lernt der Großteil die eigenen Tätowierungen über die Zeit so zu lieben, dass es ihnen ganz egal ist, dass sie sich heute ganz anders entscheiden würden? Oder gibt es tatsächlich so viele, deren Geschmack und Einstellung sich auf Dauer nicht oder nur sehr gering verändern? Ich habe die letzten Jahre mal mehr mal weniger ernsthaft über mögliche Motivwünsche nachgedacht und meine Güte wäre ich heute unglücklich mit den Tattoo-Entscheidungen, die ich mit 18 getroffen hätte. Oder eben auch nicht? Aber allein der Gedanke daran, diese Motive jetzt (fast) unwiderruflich am Körper zu tragen, lässt mich schaudern. Klar geht es im Lied auch darum, dass man sich eben verändert und sich auch teilweise Blödsinn stechen hat lassen, aber dass man das eben einmal war und diese Tätowierungen auch wie Narben mit etwas Stolz tragen kann (frei interpretiert). Das hört sich so eigentlich ganz nett an, stimmt. Im Vergleich jedoch bin ich sehr froh, dass ich meine jugendlichen Modesünden und andere Geschmacksverwirrungen nicht dauernd mit mir herumtragen muss. Obwohl das auch mal ich war. Und so.

Alle, die sich davon jetzt angegriffen fühlen. Alle, die mir euphorisch zustimmen. > Werdet erwachsen.

  1. Also die einen lassen Spuren im Netz und einige, oder die gleichen auf der Haut. Beides ist irgendwie schwer, oder gar nicht auslöschbar. Das sollte man bedenken, sollte man später daran leiden. Aber wer weiß schon was man in vielen Jahren denkt? Ich war in den 50er Jahren Schulkind. Da gab es so alte Haudegen mit Motorrad und Lederjacke. Die hatten sichtbare Tattoos und kamen gerade in ein Alter wo die Haut, sagen wir, nicht mehr so ganz straff war und ich dachte damals als Kind, das schaut ja ganz alt und hässlich aus. Na, wir werden sehen wie die Tattoogeneration in einigen Jahren damit umgehen wird. Hautstraffung?

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