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Die Sache mit den Filmmomenten

Oktober 30, 2014

IMG_20140323_172926Das Leben ist kein Film?.. Ist es doch! Manchmal ein ziemlich langatmiger, ermüdender, in dem sich unoriginelle Alltagsszenen aneinanderreihen, manchmal ein ergreifend-spannender, von dem man nicht genug kriegen kann. Und manchmal erlaubt sich das Leben einen Scherz und inszeniert klischeehafte Momente, die man so meist nur in schlechten Liebeskomödien oder Frauenromanen zu sehen/lesen bekommt. Die letzten Monate haben mir einige Augenblicke beschert, die mich an Szenen aus Film und Serien erinnerten. Drei davon möchte ich mit euch teilen.

Klappe, die erste.
Ich war zu einer Preisverleihung im Stadtkino im Künstlerhaus eingeladen und hatte es wie so oft ohnehin schon etwas eilig. Der Abend war mir wichtig und eine Freundin, die mich begleitete, wartete schon auf mich. Die Zeit erlaubte mir noch den vollen Müllsack zu schnappen, um ihn unten im Müllraum in die Tonne zu schmeißen. Nur blöd, wenn der Müllraumschlüssel sich einfach nicht mehr abziehen lässt und mich so „an die Tür kettet“. Verzweifelt und nach kurzer Zeit leicht panisch rüttelte und drehte ich den Schlüssel in alle erdenklichen Richtungen – er wollte das Schloss einfach nicht verlassen. Wie festgebissen. Unser Müllraum wird von der Straße aus betreten und noch dazu ist der Müllraumschlüssel gleichzeitig der Haustürschlüssel – stecken lassen also ausgeschlossen. Die Hausbesorgerin unauffindbar. (Ich sollte vielleicht noch anmerken, dass ich nur Zuschauerin und keine Nominierte der Preisverleihung war – ein Drehbuchautor hätte das wohl umgekehrt geschrieben..) Nach ein paar Minuten kam eine Dame unseres Hauses und konnte mir erfreulicherweise die Handynummer der Hausbesorgerin geben. Diese war nicht allzu weit entfernt, setzte sich gleich in ihr Auto und eilte mir zur Hilfe. Sie griff nach dem Schlüssel, drehte ihn einmal kurz und hatte ihn eine Sekunde später befreit. Oha. Ich habe es ca. 15 Minuten versucht. Peinlich. Knallrot stammelte ich eine Entschuldigung und machte mich schnellstmöglich auf den Weg..

Klappe, die zweite.
Unkontrollierbare Weinkrämpfe ohne wirklichen Grund – wer wie ich alle Sex and the City-Staffeln nicht nur einmal gesehen hat, weiß genau, wovon ich spreche. Für alle anderen eine Kurzfassung: In einer Folge erzählt Mr. Big (der zu diesem Zeitpunkt nicht mit Carrie zusammen ist), dass er eine Operation am Herzen benötigt, diese allerdings ungefährlich ist und sie sich keine Sorgen machen muss. Sie beginnt daraufhin mitten im Lokal laut zu schluchzen und kann gar nicht mehr damit aufhören. Ok gut – davor macht man sich natürlich immer Sorgen. Allerdings passiert dasselbe auch wieder nach der Operation, obwohl sie schon sieht, dass es ihm gut geht und er alles bestens überstanden hat. Meine Gedanken dabei waren immer in die Richtung „Meine Güte, krieg dich wieder ein – du siehst doch eh schon, dass es ihm gut geht.“ Denkste. Ich bin auch so. Ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben hatte letztens einen Motorradunfall – allerdings bekam ich das eh erst mit, als er mir schrieb und mir somit gleichzeitig mitteilte, dass es ihm gut geht und ihm nichts passiert ist. Zu diesem Zeitpunkt war ich zwar leicht geschockt, hatte mich aber ganz gut im Griff. Ein paar Stunden später sahen wir uns (nicht etwa im Krankenhaus, es ging ihm wirklich gut.. blaue Flecken waren so ziemlich die schlimmste Verletzung) und ich war dennoch kurz vor einem dramatischen Carrie-Weinkrampf nachdem er mir erzählte, dass er sich sogar überschlagen hatte. Selbstbeherrschung und tiefes Durchatmen machten daraus nur ein paar Tränchen, aber trotzdem.. nix mit „Meine Güte, krieg dich wieder ein – du siehst doch eh schon, dass es ihm gut geht.“.

Klappe, die dritte.
Und noch zum Schluss ein kleiner Liebeskomödien-Moment im Stiegenhaus: Ich stehe vor den Postkästchen, fische meine Briefe und Zeitungen aus dem Fach, sperre es zu, drehe mich relativ ruckartig um und stoße tatsächlich dem Zalando-Boten drei Schuhkartons und Lieferschein-Zettelzeugs aus der Hand. Es gab zwar leicht schüchternes Gelächter und ein gemeinsames Aufsammeln, allerdings war es nicht der Anfang einer romantischen Liebesgeschichte – vermutlich, weil es nicht der klassische Kaffee-Unfall war und wir nicht Nummern austauschen mussten, um das mit der Reinigung zu klären.

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