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April 22, 2016

Immer wenn ich mit dem Zug von meinem Heimatdörfchen wieder nach Wien fahre, komme ich auf dem letzten Streckenabschnitt zwischen Wien Meidling und Wien Hauptbahnhof an dem dunkelgrauen Koloss von Hochhaus vorbei, in dem mein Herr R. wohnt. Nachdem er die letzten Male mit mir schimpfte, weil ich erst in der eigenen Wohnung angekommen über mein imaginäres Winken vor einer halben Stunde Bescheid gab, sollte es diesmal anders sein.
Diesmal schrieb ich ihm brav davor, dass ich bald an ihm vorbeirauschen würde. Ich dachte, dass er sich auf seine Loggia stellen und auf meinen vorüberziehenden Railjet herunterblicken würde und ich durch das Zugfenster und auf den Wohnblock hinaufblicken würde und wir einfach beide erahnen würden, wo der andere ungefähr ist und uns gedanklich zuwinken. Nein, natürlich nicht. Der Herr R. ist keiner, der sich mit erahnen und gedanklich winken zufrieden gibt – der Herr R. will sehen und wirklich winken. Darum gab es die klare Ansage: Auf die richtige Seite ans Fenster setzen – Handy auspacken – Blitz/Taschenlampe aktivieren und ans Fenster halten. Was mir früher ziemlich unangenehm gewesen wäre, ist mir mittlerweile auch Dank des Herrn R. um einiges egaler. Ja, liebe andere Fahrgäste, ich leuchte da gerade aus dem Fenster – schön, dass es Ihnen auffällt.
Da! Ungefähr bei der Mitte des ca. 20 Stockwerke hohen Gebäudes blinkte mir ein stroboskopisches Blitzlicht entgegen. „Schaut mal! Da oben steht mein Herr R.!“ wollte ich rufen.
Eine Stunde später bekam ich ganz unerwartet diese Fotos:

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IMG-20160330-WA0002Hihi. Ich mag so kleine Blödeleien.

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