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Das Gefühl, wenn…

von am Februar 23, 2017

…du eine Band, die du sehr magst, das erste Mal live siehst und du von deiner Recherche schon weißt, dass sie bei allen vorhergehenden Terminen der Tour immer dieselbe Setlist gespielt haben und dein Lieblingslied nie dabei war – und dann kurz vor Ende des Auftritts ganz unverhofft auf einmal die ersten Akkorde dieses Lieblingslieds ertönen.

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Begegnungen | Grätzlgschichtn | Lebenszirkus | Nachtleben

Grätzlgschicht: Der Alkohol und die Ehrlichkeit

von am Dezember 18, 2016

Letztens war ich an einem gemütlichen Samstagabend mit meiner besseren Hälfte im Kino. Nachdem wir Benedict Cumberbatch zugeschaut hatten, wie er mit Dormammu verhandelte, stellten wir fest, dass wir beide den ganzen Tag viel zu wenig gegessen hatten und hungrig waren. Da es schon kurz vor 23 Uhr war, entschieden wir uns dazu, noch bei einem relativ neuen Restaurant in unserer Gegend anzurufen, um zu checken, ob wir denn um die Uhrzeit noch etwas zu essen bekommen. In diesem Lokal verbrachten wir wenige Wochen zuvor schon einige Stunden und waren rundum begeistert. Der Herr am anderen Ende der Leitung war sehr freundlich und versicherte uns, dass der Koch noch ein paar Minuten länger bleiben kann und wir noch verköstigt werden, wenn wir denn bald mal eintrudeln. Sehr nett. Zehn Minuten später waren wir dort. Und dann begann ein Abend, der auf der Skurrilitätenskala ganz schön viele Punkte einheimsen konnte. Anfangs noch alles normal – wir bestellten, bekamen unser Essen, aßen (es war wieder köstlich!), tranken langsam aus und wollten gehen. Es war mittlerweile ca. Mitternacht und im Lokal nicht mehr allzu viel los.
Und jetzt folgten Szenen, die Schülern im Unterricht unter dem Motto „Verdammt, habe ich das gestern wirklich gesagt/getan? Finger weg vom Alkohol!“ oder aber neuen Lokalbesitzern unter dem Motto „Don’t drink and entrepreneur“ gezeigt werden sollten.

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Es begann damit, dass drei Personen die Bar betraten, die vom Personal laut und überschwänglich begrüßt wurden. Diese offensichtlichen Stammgäste stellten sich als Italiener heraus und wenige Minuten später wurden nur mehr italienische Schlager aufgelegt und laut mitgegrölt – von Gästen sowie Personal. Der Kellner, der sich später als einer der Besitzer zu erkennen gab, kam an unseren Tisch, entschuldigte sich dafür, dass es jetzt schon „ein bisserl wild zugeht“ und bestand darauf, uns auf einen Averna einzuladen. Eigentlich wollten wir uns schon auf den Weg machen, aber gut – so ein Angebot an einem Samstagabend lehnt man ja nicht ab. Sobald wir die Gläser mit dem braunen Kräuterbitter  in der Hand hatten und anstießen, musste er jedoch noch einmal an den letzten noch besetzten Tisch, um zu kassieren. Da stellte sich ein anderer Herr, der sich als Chef 2 herausstellte, an unseren Tisch und begann mit uns zu plaudern. Er war sturzbetrunken und tat sich schon etwas schwer dabei, richtige Sätze zu formulieren.
„Ihr zwei warts die, die angerufen haben, oder?“ „Ja genau.. danke nochmal, dass der Koch extra länger geblieben ist.“ „Also ich muss sagen: SO TOLL, dass ihr angerufen habt! Das hat mich SOOO gefreut!“ „Oh.. ja gerne. Kein Problem. Wir wussten halt nicht genau wie lange bei euch die Küche offen ist und wollten sichergehen…“ „Na wissts ihr… SO kann man arbeiten! Das war wirklich seeehr suuuper von euch!“ „Jaaa kein Ding.“ „NEIN WIRKLICH! Das war echt so toll!! Unglaublich. Weil SO kann man nämlich arbeiten!“ (Das ging noch ein wenig länger so weiter…)
Na gut. „Etwas“ too much weil Alkohol, aber im Grunde ja sehr lieb. Im weiteren Gespräch verriet uns der angetrunkene Inhaber jedoch mehr als er vermutlich wollte. „Hats euch geschmeckt? Also ich muss ja sagen… mir gings immer nur ums Bier. Ich wollt immer nur unser Bier verkaufen! Die Burger waren mir komplett wurscht. Ich hab wirklich keine Ahnung, warum die so gut ankommen! Die hat kein Koch entwickelt oder so! Wir haben einfach irgendwas zamgschmissn und ihnen irgendwelche Namen verpasst, die uns grad eingefallen sind! Also überlegt haben wir uns da wirklich gar nix. Und jetzt schreiben alle im Internet, dass die Burger bei uns so gut sind.. ich versteh das eigentlich gar nicht!“
Okay. Aufhören. Das ist eindeutig zu viel Information.

Wenig später kam Chef 1 zurück und als er empört feststellte, dass Chef 2 seinen Averna ausgetrunken hatte, wurde er leicht grantig. Wir wollten die Situation mit Smalltalk ein wenig entschärfen und fragten nichtsahnend, wie lange es das Lokal denn schon gibt, ob sie davor schon etwas in die Art gemacht hatten, woher sie denn sind – und wer denn von den zweien eher der Unternehmer und wer eher der Kreative sei. Letzteres war keine allzu gute Idee.
„Also ich bin beides. Ich muss mich ohnehin um alles kümmern.“ „Jaaaa natüüürlich. Nuuur du bist für unseren Erfolg verantwortlich, gell? Weil ich mach ja absolut gar nix hier.“ „Na bitte was machstn groß? Ich bin ständig überall eingespannt und bin für so gut wie alles verantwortlich.“ „Jaja ist schon gut.. stells nur so hin. Passt schon.“ „Na ist doch wahr!!!“
Puh. Für das weitere Streitgespräch entfernten sie sich zum Glück von unserem Tisch und wir kramten nach dem Geldbörserl, um wirklich endlich gehen zu können.

Daraus wurde (noch) nichts. Bevor wir unser Geld loswerden konnten, begannen Chefs sowie Stammgäste Gläser in eine große Kiste in die Ecke zu schmeißen um sie klirrend zerscheppern zu lassen. Wtf? Nur zur Erinnerung: Es handelte sich nicht um ein schäbiges Eckbeisl, sondern ein relativ schönes, stylisches Restaurant. Auf unsere etwas irritierten Blicke folgte ein: „Wir kriegen neue Gläser und müssen die alten loswerden. Außerdem mach ich gerade eine schwere Phase in meinem Leben durch. Kommts her und nehmts die kleinen Gläser auf eurem Tisch mit! Machts auch mit mit uns! Geht schon! Habts ihr schon mal in eurem Leben einfach so ein Glas zerschmissen? Das ist total befreiend! Kommts her!“

Den krönenden Abschluss bildeten ein weiterer Limoncelli aufs Haus und feste, enge Umarmungen und Küsschen auf die Wangen von dem vorhin schon begeisterten Chef 2 für beide von uns bevor wir endlich in die kalte Nacht hinausflüchten konnten.

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Alltag | Ich hab da was gehört.. | Lebenszirkus | Nachtleben | Unterwegs | Wien

Ich hab da was gehört.. #21

von am März 1, 2016

Abends in einer Bar. Gespräch einer Mädlsrunde.

A: „Ich hab mir überlegt.. ich mach demnächst eine Sachen-Zurückgeb-Party. Ich lade euch auf ein paar Getränke ein und dann kann C. ihr Vampirbuch mitnehmen und…“
B: „Was? Was sollen die denn bitte mit einem Vampirbuch???“
A: „Hm? Na C.s Buch liegt schon ewig bei mir, weil ich damals im Urlaub nichts mehr zu lesen hatte. Und du kannst deine Tasche mitnehmen. Und die Bücher vom D. sind auch noch immer in meinem Regal.“
B: „ACHSO! ‚Sachen-Zurückgeb-Party!!‘ Haha. Ich dachte so auf ‚Uns geht’s so gut, ich möchte mal was zurückgeben‘ machst du eine Art Spendensammlung! Für Flüchtlinge oder so..“
A: „Ohh nein, so sozial bin ich nicht.“
B: „Ja ich merk schon.. du willst nur unseren Krempel aus deiner Wohnung schaffen.“

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Die Sache mit der Sommerpause

von am Oktober 7, 2015

Wie alle diese Fernsehfuzzis, Politiker und Fußballspieler habe auch ich mir dieses Jahr eine Sommerpause gegönnt. Na gut, vielleicht ist sie etwas länger ausgefallen. Aber der Sommer ist halt auch so wahnsinnig heiß und so wahnsinnig aufregend und so wahnsinnig wahnsinnig. Oder so. Ihr wisst schon.
Es regnet, ich bin erkältet und irgendwie habe ich schon wieder fast vergessen, wie sich Sommer anfühlt. Aber ich glaube, das mit dem kurz Revue passieren lassen funktioniert noch. Ich werde euch jetzt allerdings nicht mit tollen Sommererlebnissen langweilen. Na ja, vielleicht ein bisschen. Aber nur mit ein paar lustigen Anekdoten. Oder skurrilen. Oder schönen. NA GUT, ich langweile euch jetzt doch mit tollen Sommererlebnissen (und mit Sommer meine ich die gesamte Zeit bis jetzt). Aber nur mit einigen wenigen. In Kurzform.

Wer ist Kurt Razelli? Und warum trägt er ausgerechnet eine Schwarzenegger-Maske? Der Auftritt von ihm im Rahmen des Popfests im Brut war wohl eines der schrägsten „Konzerte“, auf denen ich jemals war. Ein Publikum, das laut „Hypo Alpe Adria“ mitgröhlt, hat definitiv etwas Bizarres.

Welche lustigen Anekdoten und Sprüche habt ihr im Freibad von euren Nachbarn gehört? Eins meiner Highlights: Ein kleiner Bub (geschätzte 7 Jahre) stopft sich seine Badehose beim Hintern mit einem Handtuch aus und schreit „Schau Oma!! Wie die Kim Kardashian!!“ Ich habe leider nicht mitbekommen, ob die Oma tatsächlich wusste, wer Kim Kardashian ist.

Was läuft eigentlich in Stermanns und Grissemanns Köpfen falsch? Ich habe Karten für das Stück „Für die Eltern was Perverses“ im Rabenhoftheater gewonnen und fand es neben lustig auch sehr.. seltsam. Aber lustig-seltsam. Immerhin. Zusätzlich amüsiert hat mich, dass Stermann nur 10 Minuten nach dem Auftritt mit uns in derselben U-Bahn saß. Ich stelle mir das so vor, dass die zwei sich nach dem Abschlussapplaus hinter der Bühne kurz anschauen und „Jo.. eh. War scheiße eigentlich, aber hat schon passt.“ zueinander sagen und gehen.

Ist es eigentlich normal, dass in England niemand eine Zugabe hören will? Ich war auf einem kleinen Konzert in London und nachdem die Band bekannt gab, dass das nächste Lied das letzte sein wird, hat danach jeder kurz applaudiert und ohne Weiteres sofort den Saal verlassen. Das hat uns sehr verwirrt. (Nein, das Konzert war nicht mies.)

Was ist ein großartiges Date für euch? Was muss passieren? Ich weiß jetzt, dass spontane Cocktails, über den nächtlichen Naschmarkt schlendern und stundenlange intime Plaudereien über den Dächern Wiens auf jeden Fall dazugehören.

Habt ihr manchmal Lust auf typische Touri-Sachen in der eigenen Stadt oder nervt euch das nur? Ich war mit meinem lieben Besuch das erste Mal im Madame Tussauds in Wien, einfach weil wir irgendwie Lust darauf hatten. Und schossen dabei selbstverständlich furchtbar klischeehafte Fotos. Ja, ich habe Johnny Depp geküsst. Und Elvis. Und Brad Pitt.

Wart ihr letzten Samstag auch am Heldenplatz? Mit über 100.000 Menschen zu schweigen und zu „Schrei nach Liebe“ abzugehen –> Gänsehaut pur. Danke dafür. Refugees welcome.

Noch ein paar Erkenntnisse:
Es fühlt sich gar nicht so falsch an, bei 30 Grad eine Winterhaube zu kaufen.
Sorry an alle Katzenbesitzer da draußen, aber die schönsten und liebsten Katzen Wiens (nein, vermutlich der ganzen Welt) leben in Margareten.
Graz ist schon auch ziemlich cool.
Sonnenbrillen mit Herzchen-Gläsern kommen gut an.
Mr. Robot und Fargo sind großartige Serien.
Shoppen kann furchtbar nervig sein.
Nach sechs Jahren in der Wohnung besitze ich keine Zitronenpresse.
Wer dem Internet glaubt und gegen trockenen Reizhusten gewürfelte Zwiebeln neben dem Bett aufstellt, wacht gefühlsmäßig in einem Kebabstandl auf.
In London gibt es eindeutig zu wenige Mütter, die sagen „Nein Mädl.. es ist viel zu kalt. So gehst du nicht aus dem Haus!“.
Manche Menschen wissen nicht wer Audrey Hepburn oder Freddie Mercury ist.
Sollte das mit meinem Leben in Wien nicht so funktionieren, gehe ich nach Camden Town und werde Punk.

So. Das wars auch schon. Ab jetzt lesen wir uns wieder öfter. Ich freu mich drauf.

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Alltag | belacquastisch | Film- Serien und TV-Welt | Lebenszirkus | Nachtleben | Sommer | Unterwegs

belacquastisch.

von am Juli 8, 2015

Aw. Das Plakat ist mir letztens am Weg zur Alten Donau ins Auge gesprungen. Francis! Ich habe „Malcolm mittendrin“ geliiiebt. Allerdings ist die Serie vor zehn Jahren ausgelaufen und seit dem sieht man den Guten halt auch nirgends mehr. Ich finde es immer traurig, wenn Schauspieler oder Sänger in ihrem Leben nur einen großen Erfolg hatten, an den sie nie anknüpfen konnten, und dann irgendwann nur noch als „der Typ/die Tussi aus …“ durch Clubs ziehen und für ihre Anwesenheit ein wenig Kohle kassieren. Ab und zu darf man diese Personen dann auch noch „DJ“ schimpfen. So bespaßt Christopher Masterson jetzt das versnobte Publikum der Box. Der Arme. Vermutlich schaut er deshalb so grimmig. Tja. So spielt das Leben.
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Alltag | Foto-Montag | Lebenszirkus | Nachtleben | Unterwegs | Veränderungen

Foto-Montag

von am Mai 11, 2015

Da ich die letzten Wochen und Monate viel Zeit für Dinge vergeudet habe, die es absolut nicht wert waren, war es hier leider etwas ruhiger. Nachdem ich mich in dieser Zeit auch ein wenig selbst verlor, habe ich mich über die letzten zwei Wochen glücklicherweise beinahe gänzlich wiedergefunden.
Schöne Frühlingstage, mein geliebter duftender Flieder, Stadtpark-Seifenblasen, feine Abende im Museumsquartier, Mädelstratsch im Gastgarten vom WerkzeugH und generell all meine Lieben um mich herum haben kräftig mitgeholfen. Danke. Alles gut. Abgehakt. Weiter geht’s.
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Alltag | Begegnungen | Lebenszirkus | Nachtleben | Öffi-Geschichten | Unterwegs

Die Sache mit den Wtf-Momenten

von am März 5, 2015

10847138_10204901210842113_80395100_nWeltstädte und Wunderlichkeiten. Großstadtmenschen und Groteskes. Metropolen und Merkwürdigkeiten. (Ihr ahnt nicht, wie gerne ich noch „Absurditäten“ oder „Ominöses“ verwendet hätte, aber leider sind mir keine passenden Nomen dazu eingefallen…) Die gehören gewöhnlich zusammen – merkt man schon, oder? Mhm. Meistens reicht eine U-Bahn-Fahrt oder ein Spaziergang durch die nächsten zwei Straßen, um einen Artikel darüber schreiben oder mir an dieser Stelle ein Oh-mein-Gott-du-hast-so-recht-High-Five verpassen zu können. Und das ist auch gut so. Wtf-Momente haben durchaus spannende, amüsante Seiten. Ab und zu. Außerdem hätte ich ohne sie weit weniger Schreibstoff – ich bombardiere euch hier ja ohnehin ständig mit skurrilen Situationen aus meinem Leben. Warum jetzt aufhören? Ihr lechzt nach weiteren Kostproben, ich weiß es doch.

Wenn um drei Uhr morgens die Musik im gesamten Pub kurz abgedreht wird, damit sich eine Opernsängerin namens „Melody“ (was übrigens ihr echter Name – ich wiederhole: KEIN Künstlername! – ist) vor die betrunkene Meute stellen kann, um eine Arie zu singen, und neben mir zwei 40-Jährige australische Männer in Batman- & Robin-Kostümen (zeitlich weit abseits von Fasching und Halloween) googeln, wer für das Vorsingen in der Staatsoper zuständig ist, um diesem Herrn einen nächtlichen Besuch abzustatten, dann ist das für mich ein Wtf-Moment.

Oder wenn ich in derselben Straßenbahn wie eine Gruppe Jugendlicher beim Wiener Eistraum am Rathausplatz vorbeifahre und die vier Freunde das Schneemann-Maskottchen auf Eislaufschuhen erblicken. Wenn sie sich daraufhin über schreckliche Ferialjobs austauschen und ein Mädel raunzend erzählt, dass sie einmal einige Wochen in einer Bäckerei gearbeitet hat, dort nie was los war, sie nicht viel zu tun hatte und somit die meiste Zeit kaffeetrinkend und topfengolatschenessend verbracht hat. „Voll schlimm, ich hab zwei Kilo zugenommen!“.  Wie furchtbar.

Oder wenn die Hipster-Mutter neben uns im Lokal ihre Brille zurecht rückt und daraufhin ihre Bestellung mit einem „Aaaaalso…“ beginnt und mit einem „…den Bacon Chilli Cheese Burger, aber bitte ohne den Speck, ohne die Zwiebeln, ohne die Gurken, dafür mit vielen gehackten Chillischoten und doppelt Tomate. Ist in der Sauce Knoblauch drin? … Dann tauschen Sie die bitte durch eine Cocktailsauce oder Kräutersauce aus. Und die Pommes bitte nicht zu fettig sondern schön knusprig. Danke.“ beendet.

Oder wenn mir eine Freundin erzählt, dass sie letztens in der U6 am Weg nach Hause sitzt, als ein wirr wirkender Typ einen alten Taschenrechner aus dem Rucksack zieht, wahllos schnell darauf herumtippt und dabei unheimlich murmelt. Wenn er im nächsten Moment einen mitgebrachten Stock zur Hand nimmt, aus der U-Bahn aussteigt und mit dem Stock sämtliche Fenster und Türen der U-Bahn einschlägt.

Oder wenn ein Pärchen in Anzug und weißem, schulterlosen Mini-Ballkleid in eine eher alternative, legere Bar kommt und die stark geschminkte Dame ein Gesicht zieht, als ob sie gerade die Gruft betreten hätte. Wenn sie sich widerwillig zu ihm an die Bar stellt und naserümpfend einen Aperol-Spritzer („aber mit Eiswürfeln!“) bestellt. Wenn sie in ihrer viel zu kleinen Handtasche nach einem Taschentuch gräbt, um damit die paar Zentimeter der Theke gründlichst abzuwischen, auf die sie ihren zierlichen Ellbogen stützen möchte.

Ich glaube, ihr habt so eine Idee. Das reicht für heute.

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Ich hab da was gehört.. #15

von am

Letztes Wochenende im Flanagans. Ich gehe gerade die lange Treppe zu den Toiletten hinunter. Auf einer Stufe stehen ein Mädl und ein Typ und unterhalten sich. Ich höre nur:
„Ich fühle mich nicht so wohl, wenn wir hier stehen.. können wir vielleicht woanders plaudern? Die Freundin meines Bruders ist letztens die U-Bahn-Treppe hinuntergestürzt und hat sich alle Zähne ausgeschlagen.. ALLE.“

Uhmm.. Autsch. Danke für die Albträume.
(So vorsichtig wie an diesem Abend habe ich mich schon lange nicht mehr von Stufe zu Stufe bewegt.)
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