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Wie, Vergnügen?!

von am Januar 8, 2015

Dieses Plakat geistert eh schon einige Wochen oder gar Monate durch die Hallen und über die Monitore der Wiener Linien – vor ein paar Tagen habe ich endlich mein Handy für ein Foto gezückt. Leider verstehe ich die Message dahinter so absolut gar nicht: Wie, Vergnügen?! Wo, Vergnügen?! Kann mir das jemand erklären? Meinen sie die U-Bahn-Fahrt? Selbst zur Rushhour sind die Öffis vergnüglicher als ein Workout im Fitnessstudio. In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Umsetzung eurer Neujahrsvorsätze!
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Ich hab da was gehört.. #13

von am Dezember 23, 2014

Letztens in der U-Bahn:
Es ist fünf am Nachmittag, die U-Bahn ist voll. Eine Frau mit einem Kinderwagen steigt ein und quetscht sich gerade noch so in den Waggon. Automatisch schaut die umstehende Meute ins Wagerl und beginnt zu lächeln – es war wirklich ein sehr süßer Fratz. Bei der nächsten Station steigt eine junge Frau mit dem wohl entzückendsten, bezauberndsten Welpen ein, den ich je gesehen habe. Er war klein und wuschelig und karamellbraun und am liebsten wäre ich hingegangen und hätte ihn abgebusselt und mit heimgenommen. Damit war ich anscheinend nicht allein – die Köpfe drehten sich mit leuchtenden Augen alle in Richtung Hunderl, das Baby bekam vermutlich nicht einmal mehr von der Mutter selbst Aufmerksamkeit. Nachdem eine ältere Frau neben mir das Szenario beobachtet hatte, tat ihr wohl irgendwie Leid, dass sich keiner mehr für das Kind interessierte. Sie lehnte sich ein bisschen nach vorne zur frisch gebackenen Mama und sagte „So ein hübsches Mäderl! Wirklich!“. „Danke. Es ist ein Bub.“.

sacd

(Nein, das ist nicht der Hund aus der U-Bahn, aber auch ein sehr süßer. Und er mag meine bleichen Schenkel.)
˜˜˜
Letztens erzählt mir eine Freundin:
Eine Kollegin musste mit dem wohl bekanntesten Mobilfunkanbieter arbeitstechnisch etwas regeln und landete – wie das bei diesen Hotlines nun mal ist – in der Warteschleife. Während die Musik dudelt, unterhält sie sich mit den anderen im Büro, schimpft über die lange Wartezeit und muss nach geraumer Zeit mehr als dringend das stille Örtchen aufsuchen. Noch einmal auflegen und die Dauerschleife der nervigen Melodie eine weitere halbe Stunde ertragen kommt nicht in Frage. Also entschließt sie sich, das Headset einfach am Kopf zu lassen und es schnell hinter sich zu bringen. Gerade als sie entblättert auf der Schüssel sitzt, wird das Gedudel durch eine Männerstimme unterbrochen: „Sie wissen aber schon, dass wir alles hören, was Sie so machen?“.
Ups! Hattet ihr eine Ahnung, dass da bei manchen Service Hotlines mitgehört wird? In Zukunft werde ich wohl besser aufpassen, was ich in der Warteschleife so von mir gebe..

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Ich hab da was gehört.. #12

von am November 27, 2014

Heute gibt es Gehörtes x 5 für euch. Enjoy.

klumpat

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Ich bin am Weg zur Uni, ein telefonierender Student geht an mir vorbei und sagt:
„Was? Neiin.. die Tagespresse ist keine ernstzunehmende Zeitung! Das ist Satire!“

Ich höre/lese ja öfter mal, dass (ziemlich dumme) Menschen die Tagespresse ernst nehmen.. und ich werde einfach nicht müde, es extrem witzig zu finden.

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Ein Freund erzählt mir, dass er auf einer Party ein Mädl kennengelernt hat. Sie sind danach nur einmal etwas trinken gegangen und sie schreibt ihm am nächsten Tag:
„Sehen wir uns Donnerstag wieder? Dann ist Decision-Day, ob wir zusammenkommen oder nicht! … D-Day!“

Ha. Nein, die Dame war keine 13 (sondern doppelt so alt). Ziemlich verzweifelt oder einfach nur ungeduldig? Vermutlich einfach im falschen Jahrhundert gefangen – dieses Kennenlernen und Daten ist aber auch lästig.

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Abends in einem Pub.
„Weißt du.. du bist eine von den Guten. Du bist eine, die in Tarantino-Filmen überleben würde.“

Aw. Danke. Solche originellen Komplimente darf man mir gerne öfter machen.

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Ein kleines Mädchen geht mit Oma und Opa an jeweils einer Hand die Straße entlang. Auf einmal bleibt sie stehen und sagt:
„Nein! Ich will nicht in der Mitte gehen! Der Opa muss in die Mitte und wir geben ihm beide die Hand!“

Da musste ich wirklich schmunzeln. Recht hat sie! Die Opas dieser Welt sind vermutlich um einiges gefährdeter als die Enkerln.

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Eine ältere Dame steigt mit ihrem auch schon etwas älteren Hund zu mir in den Aufzug.
„Conchita, sitz!“

An sich nicht wirklich lustig, aber ich konnte nicht umhin mir zu denken: „Ohje Omi.. du schaust eh ein bisserl verklemmt aus. Du hast sicher keine Freude damit, dass dein Hunderl jetzt so heißt wie unsere fabulöse, „leicht“ unkonventionelle Frau Wurst.“

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Kinkerlitzchen des Tages

von am Juni 30, 2014

„Das Kinkerlitzchen – in seltenen Fällen auch Kinkerklitzchen genannt – bezeichnet eine Kleinigkeit. Der Ausdruck wird meistens gebraucht um die Belanglosigkeit der als Kinkerlitzchen bezeichneten Sache hervorzuheben.“ (mundmische.de)

morgenHeute: Morgenglück

Am 13. Juni (Freitag, 13.!) hatte ich eines dieser bösen Seminare, die von neun Uhr früh bis halb fünf Uhr am Nachmittag dauern. Wenn man dann gleich in der ersten Einheit eine Präsentation hat, vorher noch in einen Copy-Shop muss und zwei Straßenbahnen benötigt, um zur Uni zu gelangen, ist es nicht gerade klug, das Haus zu spät zu verlassen. Ich hab’s natürlich trotzdem gemacht. Eigentlich war es so gut wie unmöglich noch rechtzeitig zu kommen, aber wie durch ein Wunder hat sich absolut ALLES so ergeben, dass ich um kurz vor neun den Seminarraum betreten konnte. Der Aufzug war schon in meinem Stock, beide Straßenbahnen sind jeweils in der Sekunde gekommen, in der ich die Station betreten habe, im Copy-Shop war ausnahmsweise keine Schlange und auf meiner Kopierkarte befand sich noch genau die Anzahl an Kopien, die ich benötigte. Ich hatte sogar noch Zeit mir mein Referat noch einmal durchzulesen. Von wegen Pechtag!

 Kleinigkeiten, Nichtigkeiten, Firlefanz, Unsinn, Lächerlichkeiten, Kleinkram, Lappalien und Nebensächlichkeiten, über die ich nachdenke. Die mich zum Lachen bringen oder mich wütend werden lassen. Die Freudensprünge auslösen oder ein Stirnrunzeln hervorrufen. Die mich bewegen. Die mir trotzdem irgendwie wichtig sind. Das sind meine Kinkerlitzchen. 

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Kinkerlitzchen des Tages

von am März 4, 2014

„Das Kinkerlitzchen – in seltenen Fällen auch Kinkerklitzchen genannt – bezeichnet eine Kleinigkeit. Der Ausdruck wird meistens gebraucht um die Belanglosigkeit der als Kinkerlitzchen bezeichneten Sache hervorzuheben.“ (mundmische.de)

u-bahn

Heute: U-Bahn-Blickkonflikte

Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn in der U-Bahn so viel los ist, dass man nirgends hinschauen kann, ohne jemandem irgendwo hinzuschauen, sie aber nicht so voll ist, dass es ganz egal ist, ob man jemandem irgendwo hinschaut. Wenn man sich da kein Vor-Magazin oder das eigene Smartphone krallt, ist man gezwungen, verschiedensten Personen auf irgendwelche Körperteile (oder noch schlimmer: ins Gesicht!) zu glotzen (und die glauben dann vielleicht, dass man sie aus einem bestimmen Grund anstarrt). Aus dem Fenster schauen funktioniert nicht – die böse Spiegelung zeigt uns erst recht wieder unsere Leidensgenossen. Da ist mir eine vollgestopfte U-Bahn und ein Hinterkopf vor mir fast lieber. Ich scherze. Oder nicht. Kein Wunder, dass ich ein Straßenbahn-Mädchen bin.

♦ Kleinigkeiten, Nichtigkeiten, Firlefanz, Unsinn, Lächerlichkeiten, Kleinkram, Lappalien und Nebensächlichkeiten, über die ich nachdenke. Die mich zum Lachen bringen oder mich wütend werden lassen. Die Freudensprünge auslösen oder ein Stirnrunzeln hervorrufen. Die mich bewegen. Die mir trotzdem irgendwie wichtig sind. Das sind meine Kinkerlitzchen. ♦

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Samstag Abend – anders.

von am Januar 20, 2014

(Viel zu spät. Aber trotzdem noch. Ist ja eh noch Jänner…)

Jetzt sitze ich hier. Trinke fragwürdigen Kaffee in einem noch fragwürdigeren Lokal und kritzle ein paar Zeilen in meinen kleinen Kalender. Die Stammtischrunde gegenüber beachtet mich mittlerweile nicht mehr. Es war doch nur wenige Minuten interessant, wer das blonde Mädchen ist und was sie hier wohl macht, wo sie doch so gar nicht hier hereinpasst. Ich bin am Weg nach Hause. In wenigen Tagen ist Weihnachten und ich freue mich auf Familienfeste, selbstgebackene Kekse und den Duft dieser kleinen Räucherkegel, die meine Mama so gerne anzündet. Und jetzt sitze ich hier.

DSC_0066Traurig, dass dieses Fest im Dezember für so viele nichts mit Gemütlichkeit und Freude zu tun hat sondern eher Depressionen auslöst. Depressionen, die unglückliche Seelen sogar dazu bewegen, nicht nur dem Weihnachtswahnsinn, sondern gleich dem ganzen Leben entfliehen zu wollen. Und das auf den Schienen der ÖBB. Ich weiß nicht genau, ob es stimmt, dass sich in dieser „besinnlichen“ Zeit mehr Menschen das Leben nehmen als in den anderen Monaten. Ab und zu hört man davon. Ab und zu kann man wieder Gegenteiliges lesen. Wenn es so ist, kann ich es sogar verstehen. Irgendwie. Innerlich muss ich seufzen. Draußen ist es schon längst dunkel und ein ungemütlicher, kalter Wind weht. Glücklicherweise konnte diesmal das Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt werden. Die Suche nach dem Suizidgefährdeten bewirkte jedoch einen 40-minütigen Zwischenstopp meines Zuges und Ärgerlichkeit bei allen Passagieren – mich eingeschlossen. Die Anschlussschmalspurbahn (ich mag es, wenn drei S aufeinandertreffen) wartet leider nicht über eine halbe Stunde auf Weihnachtsheimkehrende aus Wien. Und jetzt sitze ich hier.
Ich schaue auf und nippe an meinem Kaffee. Aus den Lautsprechern des Radios dudeln ausgelutschte Weihnachtslieder. Als Mariah Carey mir vorsingt, was sie sich zu Weihnachten wünscht, geht die Tür auf und ein weiterer Stammgast betritt das Lokal. Er nickt der Kellnerin kurz zu und setzt sich zu der Beislgesellschaft, die sich hier samstagabends wohl immer auf Bier, Zigaretten und Tratsch trifft. Im Wiener Ur-Beisl Mäuschen zu spielen und Spira-mäßig zu hören, was dort so geplaudert und erzählt wird, würde mir ja oft gefallen. Das Wiener Beisl wurde zwar durch ein etwas heruntergekommenes, steirisches Bahnhofscafé ersetzt, aber was sich darin abspielt, ist wohl dasselbe in grün. In verschiedenen Dialekten. Zu meiner Enttäuschung sind die Gespräche am Stammtisch weniger aufregend als gedacht. Als gewünscht. Nicht einmal höre ich etwas, das mich zum Schmunzeln bringt oder über das es sich zu schreiben lohnt. Geld. Polizei. Bauarbeiten. Und hier sitze ich jetzt.
Ich schaue auf die Uhr und möchte den Minutenzeiger gerne weiter nach vorne drehen. Ein bisschen noch, dann fahre ich heim. Nur noch ein bisschen. Der Dazugestoßene hat nun auch ein Bier vor sich stehen und hält seine Flasche fast behutsam mit beiden Händen. Er hat kein Wort von sich gegeben seit er sich auf dem Stuhl am Tischende niedergelassen hat. Immer wenn ich aufschaue, sehe ich im Augenwinkel, dass er mich unaufhörlich ansieht. Fast anstarrt. Sobald ich den Kopf in seine Richtung drehe, suchen seine Augen wie bei einem ertappten Jungen blitzartig ein anderes Ziel, das sie fixieren können. Nachdem ich meinen Blick wieder senke und weiterschreibe, spüre ich seine Augen wieder auf mir ruhen. Ich kann mich nicht genau entscheiden, ob ich es lustig oder doch eher unheimlich finden soll. Ist es mein Aussehen, das ihn so fasziniert oder mehr die Tatsache, dass hier an einem Samstag Abend ein fremdes Mädchen völlig alleine sitzt und Kaffee trinkt? Vermutlich eine Mischung aus beidem. Und hier sitze ich jetzt.
Während ich mir die kitschigen Girlanden und die bunten Kugeln, die über der Bar hängen, genauer anschaue, springt die digitale Anzeige meines Handys auf die erlösende Uhrzeit und mein Alarmton erfüllt für einige Sekunden den Raum. Als ob hier der Wecker nötig gewesen wäre. Als ob ich hier die Zeit übersehen könnte. Die Melodie bewirkt, dass das Gespräch der Stammtischrunde kurz abreißt und die Kellnerin, die auch laut mitdiskutiert hatte, wieder auf mich aufmerksam wird.  Ich drücke ihr ein paar Euro in die Hand, schnappe mir meine Tasche und gehe durch die Tür in eine kalte Winternacht. Und lasse Selbstmord, Beislgesellschaften und unheimliche, alte Männer weit hinter mir.

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Ich hab da was gehört.. #8

von am

schweinchenIn der Straßenbahn. Zwei junge Männer unterhalten sich ein paar Sitzreihen weiter vorne.

 „..und dann musst du das dort installieren. Sauumständlich.“
„Boah das ist ja saumühsam.“
„Ja ich weiß.. saudumm. Aber dann saugenial, echt!“
„Ja schon saucool, stimmt.“ 

Oha. Ist es jetzt modern, dass man vor jedes Adjektiv „sau“ setzt? Oder wurde nur jetzt zur Jahreswende das Glücksschweinchen kurzfristig in den Sprachgebrauch aufgenommen? Ich werde auf diesen Trend verzichten, denk ich.

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Kinkerlitzchen des Tages

von am Oktober 28, 2013

„Das Kinkerlitzchen – in seltenen Fällen auch Kinkerklitzchen genannt – bezeichnet eine Kleinigkeit. Der Ausdruck wird meistens gebraucht um die Belanglosigkeit der als Kinkerlitzchen bezeichneten Sache hervorzuheben.“ (mundmische.de)

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Heute: Mitlesen in fremden Zeitungen

„Darf“ man beim Nachbarn in der Straßenbahn mitlesen? Oder macht man das als höflicher, kultivierter Mensch nicht? Ist es als Zeitungsbesitzer in Ordnung, einen bissigen Kommentar in Richtung Mitleser abzugeben, ob man denn schon umblättern dürfe? Oder soll man sich doch bitte nicht so anstellen?
Ich bin eine der bösen Sorte. Ich mag es nicht, wenn jemand dauernd in mein Blatt schaut, lese aber doch relativ häufig bei meinen Sitznachbarn mit. Zumindest so ein bisschen. Tja. Und ihr so?

♦ Kleinigkeiten, Nichtigkeiten, Firlefanz, Unsinn, Lächerlichkeiten, Kleinkram, Lappalien und Nebensächlichkeiten, über die ich nachdenke. Die mich zum Lachen bringen oder mich wütend werden lassen. Die Freudensprünge auslösen oder ein Stirnrunzeln hervorrufen. Die mich bewegen. Die mir trotzdem irgendwie wichtig sind. Das sind meine Kinkerlitzchen. ♦

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Ich hab da was gehört.. #7

von am Oktober 7, 2013

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Straßenbahn. Freitag Abend um ca. 21 Uhr. Ich am Weg nach Hause, viele andere am Weg in eine lange Nacht. Ein paar Mädls in Partylaune sitzen hinter mir und plaudern über Reiseziele.

„Also die Destillationen in Europa sind aber auch nicht zu verachten.. besonders im Norden. Stockholm und so..“

Die hatten zuvor wohl auch schon genug Destillate im Glas. Zu ihrer Verteidigung: Ihr ist ihr kleiner Versprecher gleich aufgefallen.

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Mad Monday

von am September 1, 2013

Gesamte Tage teile ich eigentlich nie mit euch, aber manchmal muss man den ganz normalen Wahnsinn einfach aufschreiben.

Montag Morgen habe ich meine Schlummertaste so lange vergewaltigt, bis ich zerknautscht auf dem Bauch liegend das rauschende Wasser unserer Dusche gehört habe. Die vielen Wassertropfen haben mich im Gegensatz zu meinem Weckerton augenblicklich aufschrecken lassen – glücklicherweise. Ein Blick auf das Ziffernblatt zeigte, dass für mich eine erfrischende Morgendusche nicht mehr in Frage kam – das nächstbeste Shirt, Zähne putzen und ein bisschen Wimperntusche mussten reichen. Gerade als ich aus dem Haus stürmte und mein Handy zur Hand nahm, um meinem Chef mitzuteilen, dass ich ein paar Minütchen zu spät kommen werde, piepste und vibrierte es in meiner Hand. Es erschien die erlösende Nachricht, dass er total verschlafen hat, erst später kommt und ich mir doch bitte in der Zwischenzeit einen Kaffee holen soll. Ha! Die eine Seite flüsterte: Na super.. da wär sich doch noch mehr als eine Katzenwäsche ausgegangen. Aber die andere war mehr als froh, dass ich mir jetzt zumindest gemütlich Zeit lassen konnte.
„Guten Morgen schöne Frau!“ Bitte? Ich? Ein verwirrter Blick zur Seite. Tatsächlich. Morgendliche Flirtversuche? Warum wird man eigentlich immer dann angesprochen, wenn man sich selbst ziemlich unattraktiv findet? Die Männerwelt steht wohl auf zerknittert und zerzaust. Mir soll’s recht sein. Dafür sind mir grantige, frustrierte alte Männer nicht recht. Als ich das Büro einige Zeit später wieder verlassen hatte und mich in Richtung Straßenbahn bewegte, huschte ich an einer Ecke an einem älteren Herren vorne vorbei, der einen Rollator vor sich herschob. Entsetzt musste ich feststellen, dass ihm das anscheinend so gar nicht passte. Absichtlich stieß er seine Gehhilfe mit einem Satz nach vorne auf die Stelle, auf der ich eine Sekunde vorher noch gelaufen war. Ja, wirklich. Glücklicherweise haben diese streitsüchtigen alten Grantler nicht mehr die beste Reaktionszeit. Sah auf jeden Fall so aus, als ob es nicht gerade angenehm gewesen wäre, wenn er mich erwischt hätte. Kopfschüttelnd entschied ich mich gegen eine Zurechtweisung. Öffentliches Geschimpfe ist nicht so mein Ding. Ein vernichtender Blick tut’s auch.

In der Straßenbahn saß mir ein Mann Mitte zwanzig gegenüber. Langweilig aussehend. Gelangweilt aussehend. Sicher hätte ich ihm keine Beachtung mehr geschenkt, hätte ich nicht eine Station später bemerkt, dass dieser Sitzplatz nicht die beste Wahl war. Ununterbrochen hustete und schnaubte er in das Schundblatt, das er vor sich aufgeschlagen hatte. Scheinbar augenblicklich angesteckt, begann nur wenige Zeit später auch die Frau neben mir zu hüsteln. Allerdings hielt sie zumindest ihre Hand vor und rotzte nicht auf ihre Zeitung. (Obwohl.. diese Gratisblätter hatten es im Prinzip ja eh verdient.) Kaum ist es ein bisschen kalt und regnerisch, erkrankt die ganze Stadt. Oder zumindest der Teil davon, der neben mir in den Öffis sitzt. Für die letzten paar Stationen bin ich dann lieber aufgestanden.. toi toi toi, dass nicht auch ich bald schniefend und schnaubend durch die Stadt fahren muss.
Während der Mariahilfer Gürtel an mir vorbeizog, sah ich auch hier noch einige mehr von diesen „Puber“tären Kritzeleien, die seit einiger Zeit in der ganzen Stadt zu finden sind. Der Falter, thegap, der Kurier – alle schreiben über ihn. Aber er ist halt auch furchtbar lästig. Einen ganzen Artikel kriegt er von mir nicht spendiert (obwohl ich sogar darüber nachgedacht habe) – sonst schmiert er bei mir vielleicht auch noch die Hauswände voll. Nö danke.

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Wenig später öffnete ich tatsächlich die Türe eines Shops, den ich eigentlich schon monatelang besuchen wollte, aber das mit der Motivation funktioniert bei mir teilweise nicht so, wie ich mir das vorstellen würde. Ich bin alles andere als ein Technikfreak und würde wohl noch immer ohne Smartphone herumlaufen, wenn man mir nicht damals vor über zwei Jahren so ein Ding zum Vertrag dazugeschenkt hätte. Ja, ich geb’s zu: ich habe es lieben gelernt und könnte es mir jetzt so ohne auch nicht mehr vorstellen. Dieses treue, brave Gerät hat jetzt fast drei Jahre durchgehalten, zickte aber letzterzeit doch schon ganz schön herum. Und dann ist da jetzt natürlich noch diese „Propaganda“ eines bestimmten Mobilfunkbetreibers, die man momentan durch sämtlichen Medien eingeimpft bekommt. Mittlerweile habe ich die Werbung so oft gehört, dass ich automatisch mitsingen muss ohne es wirklich zu wollen. Freedoooom! FREEDOOOM! (Stimmt der Text überhaupt? Ich bin mir gar nicht sicher. Hauptsache laut mitsingen!) Mehr oder weniger unfreiwillig bin ich auch eine von denen, die von der leuchtenden Farbe zur Glückszahl wechseln musste. Mich stört das nicht besonders – aber die alte Dame, die neben mir wartete, bis sie an der Reihe war, entrüstete sich ganz schön. Gar nicht sympathisch sei ihr diese komische neue Firma. Und im Shop musste sich die Kundschaft jetzt selbst organisieren, da man keine Nummern mehr ziehen kann. Und am Samstag war sie auch schon da, aber da konnte man ihr gar nicht weiterhelfen. Eine Frechheit. Mhm. Danke für die Infos, Omi. Einfach lächeln und nicken.
Nach über einer halben Stunde war ich dann endlich dran – Yay! – ca. zehn Sekunden später wurde mir mitgeteilt, dass ich für die Katz gewartet habe. Mein gewünschtes Handy war in dem Shop gerade ausverkauft und somit sollte ich für meine Vertragsverlängerung bitte in die Lugner City fahren. (Meine „Beratungszeit“ inkludierte langes Herumstehen (meinerseits) und gelangweiltes Herumtelefonieren (ihrerseits).. die Details erspare ich euch.) Leichtes Zähneknirschen. Guuuut.. dann fahren wir halt in die geliebte Lugner City. Dort bin ich nämlich furchtbar gern. Die Leute dort stellen mein bevorzugtes Publikum dar und ich könnte mir augenblicklich jemanden aus der Menge schnappen, um eine neue beste Freundin zu finden. Ehrlich.
Mit einem Leuchten in den Augen stellte ich fest, dass man sich unerwarteterweise sofort um mich kümmern würde. Die Lugner City ist wohl bei Mobilfunkbetreiber-„Leidensgenossen“ genauso beliebt wie bei mir. Der junge Herr war dann.. na ja. Eh nett, aber halt etwas zach. Aber so sind sie wohl, diese Handy-Leute. Der Drucker des Shops beschloss an diesem Tag zu streiken (er hatte wohl ein hartes Wochenende) und nach längerer Suche nach einem Sackerl musste man mir Sim-Karte und Handy dann doch einfach so in die Hand drücken – mit gestammelter Entschuldigung und beschämtem Blick. Aw. Mir war ohnehin schon alles schnuppe. Reinrein mit dem Zeug in meine Tasche und nur rausraus hier aus dem Lugnertempel. Mit meinem neuen Handy. Das mir netterweise wieder einmal geschenkt wurde. Also mit Vertragsverlängerung – eh klar. Und es ist wunderschööön. Find ich. Und wichtiger: Es funktioniert wieder alles einwandfrei.

Mit meinem kostbaren neuen Sony in der Tasche trippelte ich die Stufen zur U-Bahn hinunter und merkte, dass ich mein Beutelchen heftiger umklammerte als sonst. Ich wurde noch nie bestohlen und habe auch noch nie etwas Wichtiges verloren – aber wenn sich viel Geld, Laptop oder sonst etwas in meiner Tasche befindet, das mir viel Wert ist, krallen sich meine Fingerchen in Öffis und anderen Menschenmassen ganz automatisch fester in mein unentbehrliches Anhängsel. Unten angekommen suchte ich mir wie so oft einen Platz vor dem Infoscreen, um mir mit unwichtigen Schlagzeilen und unnützem Klamauk die Wartezeit zu vertreiben. Klingt slapstick-mäßig ausgedacht, aber nur wenige Augenblicke später flimmerte tatsächlich eine erschreckend hohe Zahl über die Leinwand – nämlich eine vierstellige Zahl, die verriet, wie viele Taschen- und Trickdiebstähle es im vergangenen Jahr in Österreich (oder gar nur Wien?) gab. „Tolles Timing. Danke. Da fühle ich mich doch gleich besser“ dachte ich mir und umschlang meine Tasche, drückte sie noch etwas fester an mich und musterte alles um mich herum mit argwöhnischem Blick. Nach einigen U-Bahn-Stationen befand sich mein Hab und Gut noch in meinem Besitz und ich düste somit weiter Richtung Volume-Redaktion.

Ich bin keine von diesen „Ich gewinne sowieso nie irgendwas“- & „Ich habe mein ganzes Leben noch nie etwas gewonnen“-Raunzerinnen, weil ich doch hin und wieder eine „Glückwunsch!“-E-Mail in meinem Posteingang finde. (Nein, keine dieser Spam-Mails, die mir 10.000 Euro oder ein Auto versprechen). Ins Kino durfte ich. Zu der bayrischen Krimikomödie „Dampfnudelblues“. Kein Film, den ich mir sonst im Kino angesehen hätte, aber gratis geht man doch gerne hin. (Ich habe die Gutscheine übrigens schon eingelöst.. der Film war kein Burner, aber doch völlig akzeptabel für einen netten Kinoabend.) Ich sollte die Karten doch bitte in der Redaktion abholen – gleich gegenüber von meinem Institutsgebäude. Soso. Auch nicht gewusst, dass Volume dort sitzt.
Also stand ich nach einem kurzen Fußweg vor dem Altbau und klingelte. Ich liebe Altbauten, wohne aber leider in keinem. Ist es deswegen, dass ich diese Häuser und alles darin immer so furchtbar verwirrend finde? Gerade so große, verwinkelte Altbau-Büros.. vor einiger Zeit arbeitete ich in so einem und brauchte gefühlte Wochen, bis ich wusste, welche Tür zu welchem Raum führte und wie man das ganze Gebäude wieder verließ, wenn man es wollte. In diesen Dingern konnte man verstecken spielen ohne jemals gefunden zu werden. Aber ganz verloren bin ich dann doch nicht gegangen, wie man sieht. Oder liest.

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Nachdem ich am Heimweg dann noch bei diesem Schaufenster vorbeikam und mir der süße(!) Spruch ins Auge sprang, musste ich einfach noch einen kleinen Umweg zum nächsten Supermarkt einlegen, um mir dann endlich auf der Couch angekommen etwas Schokoladiges mit Glücksgefühlen reinschieben zu können. Mjam.

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