Begegnungen | Lebenszirkus | Sommer | Unterwegs | Wien

Wiener Blicke und Wilde Schweine

von am September 18, 2014

lt2Man weiß manchmal erst, wovor man Angst hat, wenn man damit konfrontiert wird. Ich weiß jetzt: Ich habe Angst vor Wildschweinen. Also so ein bisschen. Nur eine Spur. Ganz leicht. Zumindest wenn ich sie bei Dämmerung neben mir aus dem Gebüsch hüpfen sehe oder das Gefühl habe, dass sie auf mich zustürmen wollen, um unser Picknickfutter zu plündern. Mir war schon bewusst, dass im Lainzer Tiergarten einige dieser braun-wuscheligen Schweinchen unterwegs sind, aber ich war mental nicht unbedingt darauf vorbereitet, dass sich diese nur ein paar Meter neben uns aufhalten werden. Ja, ich weiß.. die Viecherln sind nicht wirklich gefährlich – Belehrungs-Kommentare eurerseits sind nicht unbedingt nötig (ich weiß, wie man Google verwendet). Aber so ein Keiler kann schon ganz schön bedrohlich ausschauen, wie ich finde. Glücklicherweise haben alle Wildschweine, die uns über den Weg gelaufen sind, das Weite gesucht und wir durften unsere Obst-, Kuchen- und Knabberschätze selbst verspeisen. Und zwar mit wunderbarem Ausblick. Es war ein Montag, es war später Nachmittag und somit waren wir auf der großen Wiese der Lichtung „Wiener Blick“ so gut wie allein. Hach. Schön.lt1Allerdings wird der Rückweg durch den Wald nach Sonnenuntergang ziemlich finster. Eventuell auch ein klein wenig unheimlich. Also unbedingt jemanden mitnehmen, bei dem man sich vertrauensvoll einhaken und im Zweifelsfall festkrallen kann. Und jemanden, der klettern kann. Für den Fall, dass der Herr Wärter sein Häuschen schon verlassen und die Tore von außen zugesperrt hat…

weiterlesen

Foto-Montag | Lebenszirkus | Sommer | Unterwegs

Foto-Montag

von am September 15, 2014

duernstein3Sonntagsausflüge sind großartig! Der Herr S. und ich flitzten bei wunderbar-spätsommerlichem Wetter in die Wachau und machten am Weg dorthin einen Zwischenstopp in Leobendorf, um uns die Burg Kreuzenstein anzuschauen. In Dürnstein (ein wirklich kitschig-schönes Städtchen!) wurden wir nach der kleinen Wanderung zur Ruine mit einem atemberaubenden Blick belohnt – „Schlossing“ Deluxe! Kann ich nur weiterempfehlen.

kreuzenstein

weiterlesen

Alltag | Begegnungen | Lebenszirkus | Sommer | Unterwegs | Wien

Unter Trompetenbäumen

von am Juli 23, 2014

trompetenb2Meine Augen blicken durch die getönte Sonnenbrille, die meine gesamte Umgebung in ein schönes Sepia färbt und mir das Gefühl gibt, die ganze Welt durch einen Instagram-Filter zu betrachten. Sie bewegen sich wieder und wieder von links nach rechts, um die gedruckten Wörter auf den Buchseiten zu verschlingen. Meine Arme werden langsam schwer, da sie die Sommerlektüre nun schon ganze drei Kapitel nach oben gegen die Sonne halten müssen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mich das gestutzte Gras oder eine Ameise am Fuß kitzelt, als ein kleines braunes Etwas knapp an mir vorbeiflitzt. Das Mädel hinter mir reagiert auf mein leicht erschrockenes Zucken und ruft ihren Vierbeiner wieder zu sich. Er heißt „Lebkuchen“. Augenblicklich habe ich einen Zimtduft in der Nase und sehe glitzernde Weihnachtslichter vor meinem inneren Auge. Lebkuchen wird ein paar Meter weiter aufgefordert sich hinzusetzen und anschließend unter Lobhudeleien mit Leckerlis gefüttert. Ich lasse das Buch sinken, lege es neben mich auf mein gelbes Badetuch und schließe die Augen. Vom Wasser her höre ich das Lachen und Gequiecke zweier Kinder, die sich gegenseitig nass spritzen. Die fragwürdige Musikauswahl einer jugendlichen Gruppe dringt aus den mitgebrachten Boxen zu mir herüber während sich die Studentinnen neben mir über eine Bekannte von ihnen auslassen, die sich nach zwei verpatzten Medizin-Aufnahmeprüfungen dazu entschlossen hat, dass das Medizin-Studium in Österreich ohnehin nichts kann. Die Wolke, die sich kurzzeitig vor die Sonne geschoben hatte, wandert langsam weiter und gibt die warmen Strahlen wieder frei. Ich spüre die wohlige Wärme auf meiner Haut, fühle mich gut, blicke nach oben und sehe die im Wind wippenden Blätter von Trompetenbäumen.

Mein Kopf liegt leicht erhöht auf dem Bauch meiner Begleitung, meine Beine spüren die flauschig-weiche Picknickdecke, die unter uns liegt. Ich lasse meinen Blick über die Wiese schweifen. Rund um uns sitzen kleine Gruppen zusammen, einzelne Menschen liegen im Gras. Ein Typ geht von Gruppe zu Gruppe und versucht Zigaretten zu schnorren – recht erfolglos. Hinter uns auf der Prater Hauptallee startet ein klischeehaft aussehender Biker mit Lederjacke seine Harley und braust davon. In Sichtweite gibt der letzte Live-Act der Vienna Harley Days auf der Bühne spanische Musikstücke zum Besten und einige wenige sind auch am Ende des Wochenendes noch fit und motiviert genug die Arme in die Luft zu schmeißen und mitzutanzen. Die Finger meiner linken Hand spielen mit dem Kreuz meiner Kette während die der rechten im Rhythmus des Liedes gegen die Radlerdose in meiner Hand trommeln. Der Himmel hat sein helles blau mittlerweile gegen ein trübes weiß eingetauscht. Es ist schwül und drückend und ich habe das Gefühl, dass es heute noch regnen könnte. Ich hoffe auf ein kräftiges Sommergewitter. Die Bandmitglieder verneigen sich nach der letzten Zugabe vor ihrem Publikum. Nicht weit davon entfernt räumen Standbetreiber ihre Kleidung und Accessoires, die sie die letzten Tage über angeboten haben, in ihre Kisten zurück und verstauen sie in einem weißen Van. Neben uns wird gierig an gegrillten Maiskolben geknabbert und mein Bauch meldet sich mit einem leisen Knurren. Ich spüre, wie man mir durchs Haar streicht, fühle mich gut, blicke nach oben und sehe die im Wind wippenden Blätter von Trompetenbäumen.

weiterlesen

Alltag | Begegnungen | Heimat | Lebenszirkus | Sommer | Unterwegs | Wien

Für leiwand gegen oasch

von am Juni 29, 2014

Oh du..

oaschleiwand.S. ummersale: Wann kauft die Durchschnittsfrau eigentlich ihre Bikinis ein? Anfang Mai? Ich kann mich immer erst dazu durchringen, wenn in den Schaufenstern schon die fetten SALE-Tafeln hängen und der Sommer rein Kaufhaus-technisch schon wieder fast Geschichte ist. Das hat zur Folge, dass ich mich durch die unmöglichsten Größen wühlen muss, um irgendwo noch ein Oberteil zu ergattern, das zumindest halbwegs gut sitzt. Und hört mir bloß auf mit „Bestell doch online!“. Ich habe keine Ahnung, welche Drogen die DesignerInnen von Bademode so schlucken, aber irgendetwas läuft da gewaltig schief. Wie kann es bitte sein, dass ich teilweise ein D-Körbchen mit in die Kabine nehmen muss (von dem ich unter „normalen“ Umständen weit entfernt bin), damit meine Oberweite einigermaßen gut eingepackt ist? Bei Online-Bikini-Einkäufen müsste ich ca. 15 verschiedene Größen bestellen und im angenehmsten Fall alle 15 wieder zurückschicken. Ich hätte ja noch so einiges zu raunzen (z.B. Lichttechniker, die für Umkleidekabinen zuständig sind – Wollen Kaufhäuser eigentlich, dass wir etwas einkaufen oder schreiend und frustriert davonlaufen?), verschone euch aber damit. Am Ende meines Summersale-Wahnsinns (ich musste ja auch an einem Samstag Nachmittag einkaufen gehen..) bin ich dann doch ganz glücklich mit einigen Stücken im Sackerl heimgegangen. Das ganze Drumherum: Oasch. Ausbeute und Gefühl danach: Leiwand.

Besu .C. h: Ich freu mich ja generell immer, wenn ich Besuch aus der Heimat bekomme. Noch schöner, wenn es eine gute Freundin ist, die sich schon lange nicht mehr in Wien blicken hat lassen. Noch schöner, wenn wir wunderbares Wetter erwischen und so mit am Naschmarkt gekauften Kirschen und Erdbeeren im Burggarten sitzen können. Noch schöner, wenn im Museumsquartier „Ja, Panik“ ein gratis Konzert geben. Noch schöner, wenn der Besuch mein Lieblingslokal genauso gut findet wie ich. Noch schöner, wenn die Freundin Wien nie so toll fand und nach den paar Tagen ihre Meinung komplett ändert. Leiwand!

.H. eimat: Bei meinem letzten Heimatbesuch stellte sich bei mir eine hoffnungslose Verliebtheit ein. Jedoch hatte das nichts mit Romantik zu tun – es war mehr ein herzerwärmendes Muttergefühl. Oder so. Die Ziege von unseren Nachbarn, die im Sommer auf dem Feld neben unserem Haus wohnt, hat mit der Geburt ihrer zwei kleinen Geißlein tatsächlich auf meine Heimkehr gewartet. Oder so. Auf jeden Fall konnte ich nicht anders als sie täglich 2x zu besuchen, sie ausgiebig zu streicheln und ihnen bei den ersten tollpatschigen Geh- und Trinkversuchen zuzuschauen. Die Schafe mussten sich somit sehr bemühen auch ein bisschen meiner Aufmerksamkeit zu erhaschen. Der Schmerz der Eifersucht hat eins sogar dazu getrieben mir in den Finger zu beißen. Oder so. Allgemein die Tage in der Heimat: Leiwand.

.Ö. sterreichische Behörden: Da soll noch einer sagen die Österreichischen Behörden arbeiten langsam! Ich bin noch immer ganz verzückt, dass der Herr Briefträger nur drei Tage nach meiner Beantragung mit meinem neuen Reisepass vor der Tür stand. Schon gewusst, dass man im Internet die Wartezeiten der Magistratischen Bezirksämter abrufen kann? Grandios. Dieser feine Service hat mir viele Minuten – wenn nicht sogar Stunden – auf einem Sessel zwischen grantigen Wartenden erspart. Früh aufstehen, Passfotos in blöden Automaten knipsen (vor denen schon andere ungeduldig warten und genau hören, dass man bei der Ansage „Sind Sie mit diesem Versuch zufrieden?“ auf „Nein“ drückt) und generell Amtswege erledigen: Oasch. Das Ganze für die nächsten 10 Jahre wieder hinter mir haben: Leiwand.

Do .N. auinselfest: Nachdem es letztes Jahr so angenehm war, habe ich mich auch heuer wieder auf die Insel getraut. Das sonntägliche Regenwetter hat mir die Motivation für einen zweiten Festival-Tag genommen, aber ich kann zumindest auf einen schönen DIF-Abend mit guter Musik und lustigen Gesprächen zurückblicken. Leiwand.

Fris .E. ur: Ich hab’s getan! Ich hab mir endlich meine langen Zotteln um ca. 30 cm verkürzen lassen. Mein Friseur hat mir nach fast nicht enden wollenden Begeisterungsstürmen über Länge, Farbe, Dichte und Struktur meiner Haare dann doch schweren Herzens abgeschnitten, was ich dringend weg haben wollte. Wieder Stufen in meinen Haaren. Nicht mehr ewig Föhnen. Nicht mehr gefühlte fünf Kilo auf meinem Kopf. Kein Rapunzel-Style mehr. Sommerfrisur ahoi! Leiwand. (Das komische Gefühl des Nackt-Seins kurz danach + kurzfristige Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war: Oasch.)

Gebu .R. tstag: Ich bin ein Zwillings-Juni-Geburtstagskind und hatte heuer das Glück, dass an meinem Tag die Sonne vom Himmel lachte und wir einen letzten Tisch in einer Strandbar am Donaukanal ergatterten. Das Glück, Freunde zu haben, die auch nach einer Stunde Schlaf und einem langen Arbeitstag auftauchen. Das Glück, Freunde zu haben, die mich gut genug kennen, um mir ausnahmslos wunderbare Dinge zu schenken, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe. Das Glück, generell fabelhafte Freunde zu haben. Das Glück, am nächsten Tag ausschlafen zu können. Leiwand.

juni1

.J. ulivorfreude: Nach dem Juni kommt der Juli! Ferien. Mädlsurlaub. Spanien. Valencia. Meer. Sonne. Strand. Karlsplatz. Popfest. Konzerte. Baden. Eis. Alte Donau. Kaiserwasser. Und noch viel mehr Schönes. Yayyy! Leiwand!

A .U. sflug: Am Fronleichnams-Feiertag haben wir uns zu dritt ins Auto gesetzt, um einige der großen Metropolen Österreichs abzuklappern. Ein guter Freund hatte in Linz zu tun und weil ich schon Jahre nicht mehr durch die Straßen Linz’ geschlendert bin, habe ich noch eine Freundin eingepackt, um gemeinsam in ebendiesen einen schönen Nachmittag zu verbringen. Am Abend durfte ich dann auch endlich den berühmten Griechen in St. Pölten kennenlernen, von dem mir schon so viel vorgeschwärmt und erzählt wurde (hier handelt es sich um ein Restaurant, keine Person!). Die Schwärmerei war jedoch keinesfalls übertrieben – köstlich war’s! Feiner Tag. Leiwand.

Bade .N.: Obwohl ich mich vorher schon ein wenig beschwert habe, dass das „Teich“ in „Wienerbergteich“ nach Schilf, Viecherln und viel zu viel „Natur“ klingt (ich liege lieber auf einem gestutzten, gepflegten Rasen und mag es nicht so unbedingt, wenn ich im Wasser Zeugs am Bein spüre), schaue ich mir dennoch gerne neue Plätzchen in Wien an. Davon abgesehen, dass wir relativ lange nach einem freien Schattenplatz suchten, die Familie neben uns bei 30 Grad einen Vodka nach dem anderen kippte und dort entweder nackt oder in durchsichtig werdender Unterwäsche gebadet wird, war es ein Tag, der glücklich machte. Leiwand.

WM- F .I. eber: Mit der sportlichen Wahnsinns-Krankheit lasse ich mich nur allzu gerne anstecken. Kaum zu glauben, dass ich in WM-Zeiten teilweise bei den männlichen Fußballgesprächen mitreden kann und ich mir sogar auch allein daheim viele Spiele reinziehe. Mehr Spaß macht es natürlich in Gesellschaft – Public Viewing mit unzähligen Deutschen bei einem Deutschlandspiel empfinde ich als eine der wenigen ÖsterreicherInnen als richtig cool und amüsant (Achtung: Keine Ironie!). Schwarz-rot-gold, meine Lieben, schwarz-rot-gold. Leiwand.

9,5:1,5 für leiwand – Somit ist leiwand offizieller Sieger UND Sieger der Herzen. Foul meinerseits vielleicht, dass ich den stressigeren und unschöneren Junikram gar nicht erwähne.. ach, mit einer gelben Karte kann ich gut leben. Oh du schöner Juni!

weiterlesen

Lebenszirkus | Musik und Konzerte | Nachtleben | Sommer | Unterwegs | Wien

Ein musikalischer Jahresrückblick

von am Januar 20, 2014

Leider habe ich es dieses Jahr auf kein Festival geschafft, aber das ein oder andere Konzert durfte mich dann doch als Gast begrüßen. Eigentlich ist die lästige Zeit der vielen unnötigen Jahresrückblicke schon längst vorbei, von einem kurzen Rückblick auf meine Konzert-Highlights 2013 werdet ihr jetzt trotzdem nicht verschont. Bitteschön.

biffy

Das schrägste Konzert: The Darkness – Arena.
Ja, ich weiß. Es geht sicher noch um einiges schräger. In meinem Konzertjahr war allerdings nichts dabei. Justin Hawkins in seinen engen, freizügigen Kostümchen und mit der Kopfstimme, die keine Frau überträllern kann – herrlich. Und dieses skurrile Bärtchen erst! Wenn er sich dann auch noch auf den Schultern eines Securitys durch die Menge tragen lässt und die Frauen dabei seinen verschwitzen Körper antatschen und ihm in den Arsch kneifen, bin ich endgültig aus dem Häuschen.

Das aufregendste Konzert: Bastille, Biffy Clyro, Muse – Amsterdam Arena.
Ein fremdes Land, eine fremde Stadt, ein Stadion. Noch dazu hab ich Muse mit ihrer atemberaubenden Show das erste Mal live gesehen. Bastille sind nur wenig später in die Höhe geschossen und werden nach wie vor auf Musiksendern im Fernsehen und Radio auf und ab gespielt. Zu Biffy Clyro kommen wir weiter unten noch… Leider haben wir keine Stehplatzkarten mehr ergattert, aber es war trotzdem ein ganz besonderes Erlebnis.

Das sommerlichste Konzert: Sportfreunde Stiller – Donauinselfest.
Da ich wie gesagt auf keinem großen bezahlten Sommer-Festival war, gewinnen in dieser Kategorie die Sportis. Trägershirts die ganze Nacht, tolle Stimmung, Dosenbier und eine der sympathischsten deutschen Bands. Die Jungs muss man einfach mögen. Immer wieder. Hier gibt’s übrigens noch einmal meine DIF-Eindrücke zum Nachlesen.

Das einzigartigste Konzert: Bauchklang – Popfest.
Dass ich großer Fan vom Popfest bin, konnte man ja schon lesen. Und auch, dass sich Bauchklang jetzt eine Auszeit gönnen. Da die Stimmung vor der Karlskirche sowieso eine ganz besondere ist und es mit viel Pech auch sein könnte, dass die Jungs gar nicht mehr auftreten werden, war es ein einzigartiges Konzert und so riiichtig gut.

Das Konzert mit der meisten Frauenpower: Kitty in a Casket – Ottakringer Brauerei.
Da die anderen hier erwähnten Bands (und ich glaub sogar überhaupt alle Bands, die ich dieses Jahr sonst so gesehen habe) alle ausschließlich männlich besetzt sind, braucht es auch ein bisschen Frauenpower! Coole Musik, eine echt coole Frontfrau und eine coole Location. Herz was willst du mehr.

Das Konzert, bei dem ich mich augenblicklich verliebt habe: Frank Turner – Arena.
Ach Frank. Ich weiß, du weißt, dass du großartig bist, aber ich sag’s dir trotzdem nochmal. Gesehen und geliebt. Nur nach Konzerten, die mich ein bisschen verzaubern, höre ich dann tage- oder gar wochenlang die Songs in Dauerschleife. Das war so eins.

Das heißeste Konzert: Alter Bridge – Gasometer.
Na gut. Nicht unbedingt ein Highlight, das ich wiederholen möchte. Der Typ, der für die Klimaanlage in der Konzerthalle zuständig war, hatte wohl verschlafen. Oder war beim Staubsaugen. Das Konzert war ausverkauft, die Temperaturen unerträglich. Kurz bevor meine Haare zu tropfen begannen, ist der Typ dann doch noch aufgetaucht. Nichts desto trotz war das Konzert ziemlich gut. Vielleicht sogar ein bisschen mehr als das.

Das heißersehnteste (und beste!) Konzert: Biffy Clyro – Gasometer.
Jaaa.. was soll ich sagen. Nachdem ich Simon, James und Ben in Amsterdam als Vorband gesehen habe (ich hab sie allerdings vorher schon gekannt), war ich hoffnungslos verliebt. Selten hab ich mich auf ein Konzert so gefreut. Und nach diesem genialen Konzert hab ich mir auch noch den Drumstick gekrallt (mit dem ich seither jede Nacht kuschle.. oder so). Ein Abend, der mich heute noch lächeln lässt.

Das winterlichste Konzert: The Prodigy – Fridge Festival.
Das war zwar nicht wirklich meine Musik und Festivals im Winter sind auch nicht so ganz mein Ding, aber das Event an und für sich war trotzdem ziemlich genial. Einen Bericht von mir über den ganzen Festivaltag findet ihr hier.

Joa, das war’s. Auf in ein neues Konzertjahr!

weiterlesen

Lebenszirkus | Musik und Konzerte | Nachtleben | Sommer | Unterwegs

Liebe: Popfest

von am

In der Stadt findet man momentan an vielen Haltestellen Plakate von unserem Herrn Häupl, auf denen „Es gibt gute Gründe, den Sommer in Wien zu verbringen“ zu lesen ist. Recht hat er. Das Popfest ist einer davon.

IMG_20130730_105511

59.999 andere dachten sich das auch und tummelten sich letztes Wochenende am und in den Locations rund um den Karlsplatz, um sich heimische Musikacts anzuschauen, um zu chillen, zu tanzen, zu genießen. Man munkelt, die Organisatoren haben einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und bekamen dafür das gesamte Wochenende das schönste, heißeste Sommerwetter zur Verfügung gestellt.

Ich war am Eröffnungstag und am Samstag bei der Seebühne dabei und freue mich jetzt schon wieder auf das nächste Jahr. Einen kräftigen, enthusiastischen Applaus meinerseits für ein großartiges Festival bei absolut freiem Eintritt. Danke, dass uns ein weiteres Mal gezeigt wurde, wie vielseitig und beeindruckend Musik sein kann, die aus unserem kleinen Land kommt. Meine zwei Highlights sah ich bereits am Donnerstag bei der Eröffnung: „Bauchklang“ waren – welch Überraschung – auch beim fünften Mal noch phänomenal. Die kann ich mir einfach iiimmer wieder anschauen und sie werden kein bisschen langweilig. Wer sie noch nie live gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Und mit schleunigst meine ich wirklich schleunigst.. die Herren haben nämlich gerade verkündet, dass sie sich ab Ende des Jahres eine Auszeit gönnen – oder gar ganz auflösen (ich bin dagegen!). Die Jungs von „Steaming Satellites“ aus meinem Bundesland Salzburg kenne ich erst seit ein paar Wochen (shame on me!) , begeisterten mich aber ab der ersten Sekunde – umso mehr freut mich, dass ich sie jetzt nur wenig später live sehen durfte. Reinhören wärmstens empfohlen (und wer mault, dass das Video so gar nicht zur Jahreszeit passt.. das ist meine Abkühlung für euch!) :

Kurz: Feine, heiße Sommernächte. Gute Musik. Gemütliches Publikum. Die wunderbare Karlskirche. Leute, die im Teich tanzen. Radler trinken. Männer im Brautkleid. Nette Unterhaltungen. Sonnenbrillen. Ausgelassene Stimmung. Bekannte treffen. Schwitzen. Auf Tischen stehen und mitwippen. Mädelsrunde. Schaukeln. Dixiklos. Festivalgefühle. Zufriedenheit. Lachen.

IMG_20130730_103249

IMG_20130730_104256

Allein der Name „Popfest“ irritiert mich noch immer etwas, wo doch fast ausschließlich alternativen Klängen gelauscht wird. Indie. Electronic. Hip Hop. Vielleicht kann mir das ja irgendwer irgendwann einmal erklären..

weiterlesen

Alltag | Lebenszirkus | Sommer | Unterwegs

Da flattert ein Stückchen Urlaub ins Haus..

von am Juli 19, 2013

Zerknittert und zerknödelt. Mit einer eingerissenen Ecke. Oder auch noch glatt und makellos. Als ob sie noch so gut wie niemand in der Hand gehabt hätte. Sie sind weit gereist. Oder auch nicht so weit. Wurden extra für dich ausgesucht und bekritzelt. Manchmal mit ganz vielen Wörtern, die von schönen Urlaubserlebnissen erzählen. Manchmal nur mit kurzen Grüßen. Mittlerweile sind sie irgendwie altmodisch. Nostalgisch angehaucht. Wurden vermutlich nur erfunden, um anderen zu zeigen, wie schön man es hat und was man sich leisten kann. Facebook für Anfänger sozusagen. Aber trotzdem. Es hat sich jemand Zeit genommen extra für mich eine auszusuchen, sie zu kaufen, sich hinzusetzen, etwas zu schreiben und sie mir zu schicken. Ich freu mich über jede Einzelne.

IMG_20130716_140645
DER bravste Kartenschreiber überhaupt. Vier Karten in nur drei Wochen aus nur einem Urlaub. Danke!

Sie empfangen kann ich gut. Also – senden auch. Allerdings ist das etwas komplizierter. Bei mir. Ich und Eigenheiten? Überraschung.

Ich könnte nie vielen verschiedenen Personen Karten mit dem komplett gleichen Motiv schicken – auch wenn sie sich gar nicht kennen und nie erfahren würden, dass ich zehn gleiche gekauft habe. Ich könnte nie eine versenden, auf der nur „Liebe Grüße aus … sendet euch Bettina“ steht. Meine Karten sind immer dicht beschrieben. Ich kaufe immer mehr als ich versende und überlege sehr sorgfältig, wem ich welche schicke. Ich könnte nie auf alle Karten den gleichen Text schreiben. Ich genieße es, sie zu schreiben. Darum möchte ich sie gemütlich bei einem Kaffee oder in Ruhe am Abend schreiben können. Ich will meine Zeit dafür haben. Ich hasse Hingeschmiere. Ich könnte nie eine versenden, die mir nicht gefällt. Ich kann es nicht leiden, wenn mir dabei über die Schulter geschaut wird. Ich mag es nicht, wenn jemand neben mir auch gerade welche schreibt und herumraunzt, dass er/sie nicht weiß, was er/sie schreiben soll. Hallo? Du bist im Urlaub! Du hast gerade was erlebt! Das dürfte doch nicht so schwer sein? Und wenn doch, kann man immer noch auf das Klischee zurückgreifen.. das mit dem schönen Wetter und dem guten Essen und so. So eine Karte habe ich übrigens noch nie verschickt.

Und ja. Auch wenn ihr mir eine Karte sendet, auf die nur „Sonnige Grüße“ geschmiert wurde, vorne ein Motiv drauf ist, das 32 andere auch bekommen haben, euch gar nicht gefällt und ihr Karten verschicken eigentlich sowieso voll blöd findet.. ich freu mich trotzdem. Wem darf ich jetzt meine Adresse geben?..

weiterlesen

Alltag | Begegnungen | Lebenszirkus | Sommer | Wien

Lieber Vollidiot!

von am August 23, 2012

Ich weiß, dass du in diesem Moment auf keinen Fall mich gemeint haben kannst, aber ich beantworte dir trotzdem mit Vergnügen deine unfassbar dämliche Frage, die du letztens deinem Kumpel-Zwilling an der Alten Donau gestellt hast.

Eigentlich gehört es zum Hausverstand und Grundwissen eines jeden Menschen, aber für dich fange ich noch einmal ganz von vorne an. Ich denke du hast iiirgendwann eventuell schon davon gehört, dass nicht nur kosmetiktechnisch verschiedene Hauttypen existieren. Und falls deine Gedanken jetzt gleich auf andere Kontinente schweifen: Nein nein.. fangen wir klein an – bleiben wir in Europa, oder besser noch gleich in Österreich. Auch hier lassen wir uns grundsätzlich in vier Hauttypen unterteilen –  um es nicht ganz so umfangreich zu gestalten, besprechen wir heute nur Typ 1 + 2 – die zwei hellsten. (Der Rest darf gerne gegoogelt werden, bissi weiterbilden schadet ja nicht.) Diese Typen haben meist rote oder blonde Haare und eine sehr blasse Haut. Auch wenn es dir vielleicht etwas eigenartig erscheint, aber wir (ja, ich gehöre selbst zu dieser Gruppe) können im Prinzip nicht braun werden bzw. nur sehr sehr langsam. Nach zwei Wochen Urlaub im Süden stellt sich vielleicht ein leichtes ‚beige’ ein, aber mehr ist eher nicht drin. Damit wir nach einem Nachmittag am See oder an Orten, an denen man sich sonst in Sonnenstunden herumtreibt, nicht krebsartig hellrot nach Hause kommen, ist es wichtig, dass wir Sonnencreme – kennst du, ja? – verwenden (am besten mit einem hohen Lichtschutzfaktor) und uns die meiste Zeit im Schatten aufhalten. Ja, Schatten! Es ist zwar etwas ärgerlich, dass wir so empfindlich sind und wirklich total aufpassen müssen, aber glaub es oder glaub es nicht: niemand von uns möchte mit deiner hässlichen Haut aus der Mischung von Selbstbräuner, Solarium und Sonnengebruzel tauschen. Außerdem: Schon mal darüber nachgedacht, dass manche Menschen mit heller Haut sich selbst genau so schön finden und gar nicht braun werden wollen? Nicht jede/r möchte deinem verkorksten Schönheitsideal entsprechen. Ganz zu schweigen von zukünftigen Falten, Hautkrebsrisiko und der Tatsache, dass es im Schatten meistens einfach um einiges angenehmer ist als in der prallen Sonne. Und um in deiner Sprache auf deine Frage zu antworten: ‚Oida, das alles is der Grund dafür, warum si die eh schon Weißen erst wieder in den Schatten legen – oida!’

weiterlesen