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Ich hab da was gehört.. #21

von am März 1, 2016

Abends in einer Bar. Gespräch einer Mädlsrunde.

A: „Ich hab mir überlegt.. ich mach demnächst eine Sachen-Zurückgeb-Party. Ich lade euch auf ein paar Getränke ein und dann kann C. ihr Vampirbuch mitnehmen und…“
B: „Was? Was sollen die denn bitte mit einem Vampirbuch???“
A: „Hm? Na C.s Buch liegt schon ewig bei mir, weil ich damals im Urlaub nichts mehr zu lesen hatte. Und du kannst deine Tasche mitnehmen. Und die Bücher vom D. sind auch noch immer in meinem Regal.“
B: „ACHSO! ‚Sachen-Zurückgeb-Party!!‘ Haha. Ich dachte so auf ‚Uns geht’s so gut, ich möchte mal was zurückgeben‘ machst du eine Art Spendensammlung! Für Flüchtlinge oder so..“
A: „Ohh nein, so sozial bin ich nicht.“
B: „Ja ich merk schon.. du willst nur unseren Krempel aus deiner Wohnung schaffen.“

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Ich hab da was gehört.. #18

von am Juli 14, 2015

Mädlstag mit meinen Lieben in einem Garten in Klosterneuburg. Nachdem wir fein gekocht und gegessen hatten, saßen wir alle in der Sonne und unterhielten uns über typische Frauenthemen. Dazu gehören bekanntlichermaßen auch die Männer.
Garten„…na ich glaub schon, dass Männer das auch spüren.“
(Was genau ist für die Geschichte nicht relevant 😉 )
Diese Aussage wurde aufrichtig und voller Ernst bekräftigt mit einem:
„Ja schon. Das sind ja auch Lebewesen.“

Als ob wir über Seesterne oder Pflanzen gesprochen hätten. Haha. Herrlich.

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Von Filmfehlern und Veilcheneis

von am Juli 8, 2015

Als mir letztens aus einem Schaufenster ein verdammt hässliches Shirt – verziert mit einem glitzernden Strass-Eiffelturm neben einem riesigen glitzernden Strass-Pferdekopf neben einem glitzernden sich küssenden Strasspärchen – entgegensprang, habe ich mich gefragt, ob es eigentlich reicht, eine Sache sehr gerne zu machen, oder ob man sie tatsächlich auch gut machen muss, um damit erfolgreich zu sein. Dieser Designer macht seinen Job offensichtlich miserabel, was ihn scheinbar nicht davon abhält, seine Kollektionen in Modehäuser zu bringen. (Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Scheußlichkeit nicht im Schaufenster vergammeln und tatsächlich eine Abnehmerin finden wird). Aber irgendwie gibt das auch Hoffnung. Ich mache nämlich so einiges sehr gerne. Vielleicht lässt sich daraus ja noch eine Karriere basteln. Zum Beispiel finde ich leidenschaftlich gerne Filmfehler – bzw. suche ich nicht aktiv danach, aber ich mag es, wenn mir einer auffällt. Manche springen ja jedem Blinden ins Auge, aber manche sind wirklich äußerst leicht zu übersehen. Ist euch beispielsweise schon einmal aufgefallen, dass bei der berühmten Pretty Woman-Szene in der Badewanne der Walkman kurzzeitig umgedreht wurde und der Anschluss für die Kopfhörer auf einmal auf der anderen Seite ist? Vermutlich nicht, ich finde die Prince singende Julia Roberts eigentlich auch sehenswerter. Übrigens feiert Pretty Woman dieses Jahr zeitgleich mit mir den 25. Geburtstag. Und der ORF verlautbarte in der Vorschau die letzten Tage es sei „Die wohl schönste Liebesgeschichte aller Zeiten“. Ein reicher Freier kauft sich die Prostituierte gleich für eine ganze Woche. Wirklich wunderschön. So eine Romanze wünscht sich jeder. Na ja.
Letztens in der Uni war es auch fast ein bisschen so, als ob ich einen Filmfehler entdeckt hätte, der keinem anderen aufgefallen ist. Ich saß in einem – wie meine Frau U. zu sagen pflegt – „Seminar des Grauens“ (d.h. es dauert den ganzen Tag) und die Temperaturen bewegten sich um die 30 Grad. Wir befanden uns bereits nach der Mittagspause beim ca. fünften Referat. Die Luft staute sich im Raum, um die 40 StudentInnen versuchten noch irgendwie der vortragenden Kommilitonin zuzuhören, als ich auf einmal bemerkte, dass das anstrengende Seminar unsere Professorin wohl noch mehr mitnahm als uns. Der von ihren dünnen Fingern umklammerte Fächer, mit dem sie sich Luft ins Gesicht wedelte, machte alle zehn Sekunden eine Vollbremsung, ihre Augen fielen zu und ihr Kopf knickte nach unten, um ihn nach einer Schreckenssekunde wieder hochzureißen und weiterzufächern. Dann begann das Spiel von vorne und wiederholte sich mindestens zwanzig Mal. Ich wartete nur noch darauf, dass sie das mit dem rechtzeitigen Hochreißen nicht mehr schaffen und ihr Kopf auf die Tischplatte knallen würde. Innerlich kichernd schaute ich durch die Runde und bemerkte, dass ich wirklich die Einzige in dem vollgestopften Raum war, die dieses Schauspiel beobachtete. War ich etwa auch die Einzige, die fand, dass sie wie ein riesengroßer pastellfarbiger Eisbecher angezogen war? Ich konnte das Veilcheneis förmlich im Mund spüren. Obwohl ich noch nie in meinem Leben Veilcheneis gegessen habe. Glaube ich. Dafür habe ich letztens ein ziemlich großes veganes Eis gegessen und es war.. zwar ganz ok, aber recht weit entfernt von köstlich. Dieser tierproduktfreie Zug wird wohl auch weiterhin an mir vorüberfahren ohne dass ich auf ihn aufspringe. Genau wie dieser Half-up-Bun-Trend. Diese Frisur hat sich schon vor einiger Zeit wie eine Plage auf den Hipster-Köpfen der Wiener Frauen ausgebreitet und sieht.. zwar ganz ok, aber recht weit entfernt von gut aus. Nur weil Ariana Grande und Rihanna damit ganz süß aussehen, tut ihr es noch lange nicht. Sorry Mädls. Aber es gibt tatsächlich auch Trends, die ich nicht blöd finde: Ich wusste, wusste, WUSSTE, dass diese Tattoobändchen um den Hals irgendwann wieder modern werden. Meine Güte, wie hab ich die Dinger damals geliebt. Außerdem kann ich meine Adidas Superstar nach vielen Jahren der Vernachlässigung wieder aus dem Kasten kramen! The 90s are back, alright. Eigentlich ist es mir ja total egal, auf welche Züge ihr so aufspringt. Nur bitte, bitte kauft euch kein mit einem glitzernden Strass-Eiffelturm neben einem riesigen glitzernden Strass-Pferdekopf neben einem glitzernden sich küssenden Strasspärchen verziertes Shirt. Danke.

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Unikdote

von am Mai 19, 2015

Letztens in der Uni habe ich in meiner Tasche nach einem Kugelschreiber gekramt. Und leider nur einen gefunden, der mir etwas peinlich war. (Nein, ich verrate euch jetzt nicht, wie der aussah und was da draufstand.) Eigentlich hätte es mir einfach wurscht sein sollen. Natürlich war es mir nicht einfach wurscht. Da wir alle im Kreis saßen, habe ich tatsächlich die ganzen zwei Stunden meinen Stift so gehalten und abgelegt, dass man den Schriftzug nicht lesen konnte. (Ja, ich bin manchmal etwas seltsam.) Kurz vor Ende des Seminars sah ich aus dem Augenwinkel, dass auf dem Kugelschreiber meines Sitznachbarn ein fettes „Team Stronach“-Logo prangte. Ha. Also bitte. Und ich habe mich tatsächlich für meinen geschämt…

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Momentaufnahme #1

von am Mai 18, 2015

RiesenradVor ein bisschen mehr als zwei Wochen habe ich mir mit meinem lieben Besuch zum ersten Mal in sechs Jahren das Maifest im Prater angeschaut. Und ich kann nur sagen: Unglaublich, wie viele Leute jedes Jahr am 1. Mai in den Vergnügungspark (und zu den Wiesen und Grünflächen rundherum) pilgern. Ende Februar sah die Kulisse noch etwas anders aus. Eine konträre Momentaufnahme.

Die spröden Borsten fegen immer wieder langsam über den Asphalt und schleudern Kieselsteinchen und Zigarettenstummel einige Zentimeter weiter in die Richtung, wo schon ein kleines Häufchen voller Müllreste und Kiesel auf sie wartet. Nachdem der Besen noch ein paar Mal über den Straßenbelag gezogen wurde und die dreckigen Reste bei ihren Genossen angekommen sind, lässt der kehrende Mann den Holzstiel mit einer Hand los und kratzt sich seinen schwarzen Schnauzer. Die kleinen Wägen in dem Autodrom hinter ihm sind säuberlich in Zweierreihen angeordnet. Das Fahrgeschäft wirkt einsam, so ganz ohne blinkende Lichter, Musiklärm und Kinder, die euphorisch versuchen, sich mit den Miniatur-Elektroautos gegenseitig zu rammen. Ein paar Schritte weiter sitzt eine ältere Frau mit grauen Haaren auf einem grauen Klappsessel unter dem grauen Himmel und aus ihren blassen, runzligen Lippen steigen passende graue Rauchwölkchen in die Luft. Mit leicht mürrischem Blick beobachtet sie einen Kerl in einer glänzend blauen Regenjacke, der eifrig auf dem Gestänge einer dieser Attraktionen herumschraubt, die meistens „Tornado“, „Boomerang“ oder irgendwie ähnlich genannt werden und die ich mir lieber immer nur von unten anschaue. Riesige, bunte Dinosaurierköpfe mit gespitzten Zähnen schauen auf mich herunter. An so einem trüben, wolkenverhangenen Tag hat die ausgestorbene Atmosphäre in dem Vergnügungspark beinahe etwas Unheimliches. Bis auf die wenigen Personen, die ihre Fahrgeschäfte aus dem Winterschlaf holen und sie auf den baldigen Ansturm vorbereiten, ist niemand zu sehen. Die Sesselchen eines Kettenkarussells schaukeln leicht im Wind und eine leere Coladose rollt klirrend an mir vorbei. Meine Füße tragen mich stur weiter Richtung U-Bahn. Bei einer kleinen, dunklen Holzhütte, an der man bestimmt bald wieder kalte Getränke und heiße Langos erstehen kann, werden eifrig die Fenster geputzt. Vor der Hütte wird mindestens genauso eifrig an den Bierflaschen genippt. Die drei Männer auf der Klappbank unterhalten sich laut und wirken wie typische Prater-Urgesteine, die man in einer Reportage auf ATV erwarten würde. Eine kalte Brise weht mir vom Riesenradplatz entgegen. Ich ziehe mir meinen Schal hoch über meinen Mund und verstecke meine Hände in den Jackentaschen. Ich freue mich auf den Frühling. Auf den Sommer. Wenn hier Einsamkeit und Ruhe wieder Fremdwörter sind. Und ich mir meinen Weg durch die Menge bahnen muss.

  

„Ich bin ein Clown und sammle Momente.“

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Die Sache mit dem Ohrwurm

von am Januar 23, 2015

1421009747735Manchmal ist in meinem Kopf eine Jukebox, auf der immer und immer wieder dieselben Knöpfe gedrückt werden. Diese monotone Bewegung erfolgt nicht nur durch Geisterhand – oft bin ich es selbst, die eine Münze nach der anderen in den Automaten wirft und das Lied auf Dauerrotation laufen lässt. Bis die Schallplatte unfreiwillig hängen bleibt und die Nadel ein ums andere Mal zurückspringt. Erbarmungslos. Kompromisslos. In leichter Verzweiflung wird darauf oft die ganze Maschine abgewürgt, um sie neu zu starten. Auch wenn ich dann wild auf alle anderen Tasten einschlage, bahnt sich dieser eine Song gnadenlos seinen Weg zurück in meine Gedankenwelt. Er will die Dauerschleife sein. Und die bleibt er auch. Tragischerweise hat der Prozess normalerweise nichts mit Zufall zu tun – die Umdrehungen in meinem Kopf habe ich mir selbst ausgesucht. Sie beginnen mit einem „Oh – ich mag dich“, werden zu einer erfüllten Verliebtheit und erreichen ihren Zenit in der Vergewaltigung des Replay-Buttons. Doch nur kurze Zeit danach beginnt man, sich auseinanderzuleben. Man liebt sich zwar, geht sich aber nach und nach immer mehr auf die Nerven. Man kann nicht mit-, aber auch nicht ohneeinander. Du bist da – konstant. Du kommst mir in den Sinn – am Morgen, wenn ich mich aus meinem Bett schäle, untertags in jeder erdenklichen Situation und am Abend, wenn ich versuche einzuschlafen. Aber es reicht. Wirklich. Es liegt nicht an dir, es liegt an mir. Wir müssen uns trennen. Es ist aus.

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Ich hab da was gehört.. #14

von am Januar 10, 2015

1419889999740Da ich (wie so viele andere) die alten Coca-Cola-Weihnachtswerbungen mit dem Weihnachtstruck und Melanie Thornton-Gedudel im Hintergrund liebe/geliebt habe, hat man mich vor Weihnachten an der Hand genommen und ist mit mir in den Prater spaziert. Dort ist nicht nur der Weihnachtsmann mit dem Coca-Cola-Truck vorgefahren, auch unser Fußballer des Jahres (x4) war mit an Bord.
Wir stehen in der Menge, schauen auf die Bühne, wo der Herr Alaba gerade mehr oder weniger peinlich-gezwungene Fragen beantworten muss, da hören wir ein Pärchen hinter uns:
„Schau Schatzl! Do obn steht da David Alaba!“ – „Hm? Wer is da David Alaba? Singt der heit no wos?“

Manche Frauen schaffen es anscheinend, dass wirklich absolut ALLE Nachrichten an ihnen vorbeigehen, die mit Fußball zu tun haben.

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Wie, Vergnügen?!

von am Januar 8, 2015

Dieses Plakat geistert eh schon einige Wochen oder gar Monate durch die Hallen und über die Monitore der Wiener Linien – vor ein paar Tagen habe ich endlich mein Handy für ein Foto gezückt. Leider verstehe ich die Message dahinter so absolut gar nicht: Wie, Vergnügen?! Wo, Vergnügen?! Kann mir das jemand erklären? Meinen sie die U-Bahn-Fahrt? Selbst zur Rushhour sind die Öffis vergnüglicher als ein Workout im Fitnessstudio. In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Umsetzung eurer Neujahrsvorsätze!
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