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Ich hab da was gehört.. #26

von am Januar 1, 2017

Eine Freundin erzählt mir von ihrem letzten Date:
Sie und er sitzen in einem Lokal und stellen bei ihrer Unterhaltung zufällig fest, dass sie beide gerne und regelmäßig ein bestimmtes Wiener Bad besuchen, um dort in die Sauna zu gehen.
Er: „Aah.. ich war mir ja zuerst nicht ganz sicher, ob du das bist, aber jetzt weiß ich es fix. Ich hab dich schon in der Sauna gesehen!“
Sie erzählt mir, dass dort nie allzu viel los ist und sie dort so gut wie alle vom Sehen her kennt, weil sie sehr oft dort ist. Ihn hat sie dort aber noch nie gesehen. Da dort die meisten 50+ sind, hätte er ihr auffallen müssen, meint sie.
Sie: „Ach wirklich? Ich hab dich noch nie dort gesehen. Wie kannst du sicher sein, dass ich das war?“
Er: „Du gehst nach jeder Saunarunde immer in das linke Becken auf der rechten Seite.“
Sie erklärt mir, dass es dort vier verschiedene Becken zum Abkühlen gibt.
Sie: „Oh.. äh ja.. das war dann wohl ich. Du hast gesehen, dass ich mich immer in dem einen Becken abkühle? Das heißt du hast mich beobachtet?“
Er: „Na ja weißt du.. es fällt auf, wenn dort so eine junge, hübsche Frau ist. Da schaut man schon gerne hin.“
Sie meint, um zu wissen, dass sie immer nur in dieses eine Becken geht, muss er sie über Stunden oder gar über Tage beobachtet haben. Und das noch dazu irgendwo versteckt in einer Ecke. Creepy! Es war übrigens wenig überraschend das erste und auch letzte Date.

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Begegnungen | Lebenszirkus | Unterwegs

Von schlechten Dates und dem Berühmtwerden

von am April 25, 2016

Hast du Lust dich heute zu treffen? Es ist zwar Jänner, aber es ist so mild draußen.. wir könnten uns an den Donaukanal setzen. Ich nehme auch eine Decke mit. Und Bier. Und auch ein bisschen was zu Essen, wenn du magst. Was hältst du davon?

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Oh, ich hielt sehr viel davon. Es war tatsächlich ein sehr, sehr milder Tag (für Jänner) und so kam mir die Idee eigentlich ziemlich romantisch vor. Ein winterliches kleines Picknick am Donaukanal mit einem Herrn, der mir die letzten Wochen einiges meiner Zeit raubte. Abends. Vor meinem Laptop sitzend. Ich hatte ihn damals lange Zeit vor Tinder und Co auf einer dieser altmodischen Freundschaftsplattformen kennengelernt, deren aufdringliche Werbung zu der Zeit ständig im Fernsehen lief. Ich kann mich erinnern, dass ich sein Profil süß und intelligent fand und auch sein verschmitztes Grinsen auf dem Schwarzweiß-Foto wickelte mich schon anfangs ein klein wenig um den Finger. Nach ein paar Nachrichten auf der Plattform tauschten wir unsere Skype-Adressen und schrieben uns abends oft stundenlang. Da wir beide in der gleichen Stadt wohnten, war es nur eine Frage der Zeit, bis wir uns treffen würden. Ich dachte zwar eher an ein Getränk in einer Bar oder einen nachmittäglichen Spaziergang mit Kaffeepause, aber Bier am Donaukanal klang für mich auch toll.
Ich kann nicht behaupten, dass dieser Tag ein einschneidendes Erlebnis für mich war, aber dennoch weiß ich bis heute, welches Outfit ich damals vor in etwa fünf Jahren aus meinem Schrank kramte. Es war ein rot-grau karierter Winterrock mit einer dicken schwarzen Strumpfhose, schwarzen Stiefletten, einer schwarzen Kunstlederjacke und einem roten Schal + Haube. Im Nachhinein kam ich nicht daran vorbei, mir des Öfteren zu denken „Im Jänner am Donaukanal! WIE naiv kann man bitte sein??“ – aber da ich mich genau erinnern kann, dass mein Outfit ohne Winterjacke und nur mit Strumpfhose temperaturtechnisch völlig ausreichend war, redete ich mir ein, nicht naiv sondern einfach eine hoffnungslose Romantikerin gewesen zu sein.
Das Treffen an sich dauerte in etwa 20 Minuten. Nicht, weil ich ihn scheiße fand. Auch nicht, weil er mich scheiße fand. Allerdings hatte er den Donaukanal nur gewählt, da er sich nicht allzu weit von seiner Wohnung wegbewegen wollte. Er schüttete sich den halben Liter Bier in kürzester Zeit die Kehle hinunter und eröffnete mir dann: „Na gut.. also ich geh jetzt heim und schau Dschungelcamp. Du kannst gerne mit. Kommst?“
Was? Wie bitte?? Dschungelcamp?? Dieses Picknick unter Sternen war kein süßer Date-Einfall sondern ein Er-wohnt-2-Minuten-vom-Donaukanal-entfernt-und-wollte-mich-einfach-nur-abschleppen? Heute denke ich mir: „Ooh, honey.“ Damals wars mehr so: „Der investiert Stuuunden über mehrere Wochen hinweg um mit mir über die großen und kleinen Fragen und Themen des Lebens zu schreiben und das alles nur für ein bisschen eventuellen Sex?? Geht das nicht in Clubs viel schneller ohne den vielen Aufwand? Waruuum? Er war doch so süß?!? …“
Ich lehnte ab. Das Date war somit nach 20 Minuten vorbei. Aus mir unerklärlichen Gründen schrieb ich ihm danach sogar noch eine Nachricht. Zurück kam: „Sorry, das war deine Chance. Eine zweite gibt es bei mir nicht. Adieu.“ Ha. Wtf.

Ja, keine sehr außergewöhnliche Geschichte. Ich will gar nicht wissen, wie viele Frauen jeden Tag feststellen, ihre wertvolle Zeit mit jemandem vergeudet zu haben, der sie nicht verdient hatte. Jedoch ergab sich vor ein paar Wochen ein mehr oder weniger aufregend-witziger Zusatz zu dem Ganzen: Jetzt, Jahre später, grinst dieser Herr aus sämtlichen Medien. Eine Zeit lang sah ich so ziemlich jeden einzelnen Tag irgendwo ein Interview mit ihm. Beim ersten „Wiedersehen“ kamen durch das bekannte Gesicht natürlich diese Erinnerungen hoch, die ich eigentlich schon ziemlich weit hinten verstaut hatte und die mich nach der Auffrischung glücklicherweise keineswegs ärgerlich, sondern eher belustigt zurückließen. Nichtsdestotrotz konnte ich nicht umhin Sachen zu denken wie: „Nageh das Würschtl ist jetzt berühmt und erfolgreich? Tzs. Wo isn dieses Karma eigentlich, wenn man es braucht?“ – und irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin damit nicht allein.

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Die Sache mit der Sommerpause

von am Oktober 7, 2015

Wie alle diese Fernsehfuzzis, Politiker und Fußballspieler habe auch ich mir dieses Jahr eine Sommerpause gegönnt. Na gut, vielleicht ist sie etwas länger ausgefallen. Aber der Sommer ist halt auch so wahnsinnig heiß und so wahnsinnig aufregend und so wahnsinnig wahnsinnig. Oder so. Ihr wisst schon.
Es regnet, ich bin erkältet und irgendwie habe ich schon wieder fast vergessen, wie sich Sommer anfühlt. Aber ich glaube, das mit dem kurz Revue passieren lassen funktioniert noch. Ich werde euch jetzt allerdings nicht mit tollen Sommererlebnissen langweilen. Na ja, vielleicht ein bisschen. Aber nur mit ein paar lustigen Anekdoten. Oder skurrilen. Oder schönen. NA GUT, ich langweile euch jetzt doch mit tollen Sommererlebnissen (und mit Sommer meine ich die gesamte Zeit bis jetzt). Aber nur mit einigen wenigen. In Kurzform.

Wer ist Kurt Razelli? Und warum trägt er ausgerechnet eine Schwarzenegger-Maske? Der Auftritt von ihm im Rahmen des Popfests im Brut war wohl eines der schrägsten „Konzerte“, auf denen ich jemals war. Ein Publikum, das laut „Hypo Alpe Adria“ mitgröhlt, hat definitiv etwas Bizarres.

Welche lustigen Anekdoten und Sprüche habt ihr im Freibad von euren Nachbarn gehört? Eins meiner Highlights: Ein kleiner Bub (geschätzte 7 Jahre) stopft sich seine Badehose beim Hintern mit einem Handtuch aus und schreit „Schau Oma!! Wie die Kim Kardashian!!“ Ich habe leider nicht mitbekommen, ob die Oma tatsächlich wusste, wer Kim Kardashian ist.

Was läuft eigentlich in Stermanns und Grissemanns Köpfen falsch? Ich habe Karten für das Stück „Für die Eltern was Perverses“ im Rabenhoftheater gewonnen und fand es neben lustig auch sehr.. seltsam. Aber lustig-seltsam. Immerhin. Zusätzlich amüsiert hat mich, dass Stermann nur 10 Minuten nach dem Auftritt mit uns in derselben U-Bahn saß. Ich stelle mir das so vor, dass die zwei sich nach dem Abschlussapplaus hinter der Bühne kurz anschauen und „Jo.. eh. War scheiße eigentlich, aber hat schon passt.“ zueinander sagen und gehen.

Ist es eigentlich normal, dass in England niemand eine Zugabe hören will? Ich war auf einem kleinen Konzert in London und nachdem die Band bekannt gab, dass das nächste Lied das letzte sein wird, hat danach jeder kurz applaudiert und ohne Weiteres sofort den Saal verlassen. Das hat uns sehr verwirrt. (Nein, das Konzert war nicht mies.)

Was ist ein großartiges Date für euch? Was muss passieren? Ich weiß jetzt, dass spontane Cocktails, über den nächtlichen Naschmarkt schlendern und stundenlange intime Plaudereien über den Dächern Wiens auf jeden Fall dazugehören.

Habt ihr manchmal Lust auf typische Touri-Sachen in der eigenen Stadt oder nervt euch das nur? Ich war mit meinem lieben Besuch das erste Mal im Madame Tussauds in Wien, einfach weil wir irgendwie Lust darauf hatten. Und schossen dabei selbstverständlich furchtbar klischeehafte Fotos. Ja, ich habe Johnny Depp geküsst. Und Elvis. Und Brad Pitt.

Wart ihr letzten Samstag auch am Heldenplatz? Mit über 100.000 Menschen zu schweigen und zu „Schrei nach Liebe“ abzugehen –> Gänsehaut pur. Danke dafür. Refugees welcome.

Noch ein paar Erkenntnisse:
Es fühlt sich gar nicht so falsch an, bei 30 Grad eine Winterhaube zu kaufen.
Sorry an alle Katzenbesitzer da draußen, aber die schönsten und liebsten Katzen Wiens (nein, vermutlich der ganzen Welt) leben in Margareten.
Graz ist schon auch ziemlich cool.
Sonnenbrillen mit Herzchen-Gläsern kommen gut an.
Mr. Robot und Fargo sind großartige Serien.
Shoppen kann furchtbar nervig sein.
Nach sechs Jahren in der Wohnung besitze ich keine Zitronenpresse.
Wer dem Internet glaubt und gegen trockenen Reizhusten gewürfelte Zwiebeln neben dem Bett aufstellt, wacht gefühlsmäßig in einem Kebabstandl auf.
In London gibt es eindeutig zu wenige Mütter, die sagen „Nein Mädl.. es ist viel zu kalt. So gehst du nicht aus dem Haus!“.
Manche Menschen wissen nicht wer Audrey Hepburn oder Freddie Mercury ist.
Sollte das mit meinem Leben in Wien nicht so funktionieren, gehe ich nach Camden Town und werde Punk.

So. Das wars auch schon. Ab jetzt lesen wir uns wieder öfter. Ich freu mich drauf.

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Ich hab da was gehört.. #12

von am November 27, 2014

Heute gibt es Gehörtes x 5 für euch. Enjoy.

klumpat

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Ich bin am Weg zur Uni, ein telefonierender Student geht an mir vorbei und sagt:
„Was? Neiin.. die Tagespresse ist keine ernstzunehmende Zeitung! Das ist Satire!“

Ich höre/lese ja öfter mal, dass (ziemlich dumme) Menschen die Tagespresse ernst nehmen.. und ich werde einfach nicht müde, es extrem witzig zu finden.

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Ein Freund erzählt mir, dass er auf einer Party ein Mädl kennengelernt hat. Sie sind danach nur einmal etwas trinken gegangen und sie schreibt ihm am nächsten Tag:
„Sehen wir uns Donnerstag wieder? Dann ist Decision-Day, ob wir zusammenkommen oder nicht! … D-Day!“

Ha. Nein, die Dame war keine 13 (sondern doppelt so alt). Ziemlich verzweifelt oder einfach nur ungeduldig? Vermutlich einfach im falschen Jahrhundert gefangen – dieses Kennenlernen und Daten ist aber auch lästig.

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Abends in einem Pub.
„Weißt du.. du bist eine von den Guten. Du bist eine, die in Tarantino-Filmen überleben würde.“

Aw. Danke. Solche originellen Komplimente darf man mir gerne öfter machen.

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Ein kleines Mädchen geht mit Oma und Opa an jeweils einer Hand die Straße entlang. Auf einmal bleibt sie stehen und sagt:
„Nein! Ich will nicht in der Mitte gehen! Der Opa muss in die Mitte und wir geben ihm beide die Hand!“

Da musste ich wirklich schmunzeln. Recht hat sie! Die Opas dieser Welt sind vermutlich um einiges gefährdeter als die Enkerln.

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Eine ältere Dame steigt mit ihrem auch schon etwas älteren Hund zu mir in den Aufzug.
„Conchita, sitz!“

An sich nicht wirklich lustig, aber ich konnte nicht umhin mir zu denken: „Ohje Omi.. du schaust eh ein bisserl verklemmt aus. Du hast sicher keine Freude damit, dass dein Hunderl jetzt so heißt wie unsere fabulöse, „leicht“ unkonventionelle Frau Wurst.“

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