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Momentaufnahme #1

von am

RiesenradVor ein bisschen mehr als zwei Wochen habe ich mir mit meinem lieben Besuch zum ersten Mal in sechs Jahren das Maifest im Prater angeschaut. Und ich kann nur sagen: Unglaublich, wie viele Leute jedes Jahr am 1. Mai in den Vergnügungspark (und zu den Wiesen und Grünflächen rundherum) pilgern. Ende Februar sah die Kulisse noch etwas anders aus. Eine konträre Momentaufnahme.

Die spröden Borsten fegen immer wieder langsam über den Asphalt und schleudern Kieselsteinchen und Zigarettenstummel einige Zentimeter weiter in die Richtung, wo schon ein kleines Häufchen voller Müllreste und Kiesel auf sie wartet. Nachdem der Besen noch ein paar Mal über den Straßenbelag gezogen wurde und die dreckigen Reste bei ihren Genossen angekommen sind, lässt der kehrende Mann den Holzstiel mit einer Hand los und kratzt sich seinen schwarzen Schnauzer. Die kleinen Wägen in dem Autodrom hinter ihm sind säuberlich in Zweierreihen angeordnet. Das Fahrgeschäft wirkt einsam, so ganz ohne blinkende Lichter, Musiklärm und Kinder, die euphorisch versuchen, sich mit den Miniatur-Elektroautos gegenseitig zu rammen. Ein paar Schritte weiter sitzt eine ältere Frau mit grauen Haaren auf einem grauen Klappsessel unter dem grauen Himmel und aus ihren blassen, runzligen Lippen steigen passende graue Rauchwölkchen in die Luft. Mit leicht mürrischem Blick beobachtet sie einen Kerl in einer glänzend blauen Regenjacke, der eifrig auf dem Gestänge einer dieser Attraktionen herumschraubt, die meistens „Tornado“, „Boomerang“ oder irgendwie ähnlich genannt werden und die ich mir lieber immer nur von unten anschaue. Riesige, bunte Dinosaurierköpfe mit gespitzten Zähnen schauen auf mich herunter. An so einem trüben, wolkenverhangenen Tag hat die ausgestorbene Atmosphäre in dem Vergnügungspark beinahe etwas Unheimliches. Bis auf die wenigen Personen, die ihre Fahrgeschäfte aus dem Winterschlaf holen und sie auf den baldigen Ansturm vorbereiten, ist niemand zu sehen. Die Sesselchen eines Kettenkarussells schaukeln leicht im Wind und eine leere Coladose rollt klirrend an mir vorbei. Meine Füße tragen mich stur weiter Richtung U-Bahn. Bei einer kleinen, dunklen Holzhütte, an der man bestimmt bald wieder kalte Getränke und heiße Langos erstehen kann, werden eifrig die Fenster geputzt. Vor der Hütte wird mindestens genauso eifrig an den Bierflaschen genippt. Die drei Männer auf der Klappbank unterhalten sich laut und wirken wie typische Prater-Urgesteine, die man in einer Reportage auf ATV erwarten würde. Eine kalte Brise weht mir vom Riesenradplatz entgegen. Ich ziehe mir meinen Schal hoch über meinen Mund und verstecke meine Hände in den Jackentaschen. Ich freue mich auf den Frühling. Auf den Sommer. Wenn hier Einsamkeit und Ruhe wieder Fremdwörter sind. Und ich mir meinen Weg durch die Menge bahnen muss.

  

„Ich bin ein Clown und sammle Momente.“

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Alltag | Foto-Montag | Lebenszirkus | Nachtleben | Unterwegs | Veränderungen

Foto-Montag

von am Mai 11, 2015

Da ich die letzten Wochen und Monate viel Zeit für Dinge vergeudet habe, die es absolut nicht wert waren, war es hier leider etwas ruhiger. Nachdem ich mich in dieser Zeit auch ein wenig selbst verlor, habe ich mich über die letzten zwei Wochen glücklicherweise beinahe gänzlich wiedergefunden.
Schöne Frühlingstage, mein geliebter duftender Flieder, Stadtpark-Seifenblasen, feine Abende im Museumsquartier, Mädelstratsch im Gastgarten vom WerkzeugH und generell all meine Lieben um mich herum haben kräftig mitgeholfen. Danke. Alles gut. Abgehakt. Weiter geht’s.
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Begegnungen | Lebenszirkus | Unterwegs | Wien

Kriegts euch wieder ein

von am April 18, 2013

Einkriegen? NEIIIIN!! FRÜHLING! SONNE! BLAUER HIMMEL! SCHANIGARTEN! EIS! HIHIHI. Es war ein langer Winter und ganz Wien ist voll mit motivierten, euphorischen, glücklichen Leuten, die ihre Wintermäntel endlich zu Hause lassen und sich die heißersehnte Sonnenbrille auf die Nase setzen können. Und weil man raus will und was sehen will und sich ein bisserl bewegen will und es noch dazu Sonntag ist, pilgern sie alle.. in den Schönbrunner Tiergarten. Ja, ich auch (ich Mitläuferin!). Beim Anblick der Schlange vor den Kassen hatte ich zwar kurz das Bedürfnis wieder umzukehren und zu flüchten, aber erstaunlicherweise ging’s ruckzuck voran. Was vermutlich auch daran lag, dass die Besucher nicht nur kamen, um die neuen Babys im Tiergarten zu sehen (das waren wir!), sondern der Großteil davon ihre eigenen Babys vor sich herchauffierten und somit die Schlange durch ihre Kinderwägen fast verdoppelten. Mein letzter Besuch war schon einige Jahre her, weshalb ich mich umso mehr darauf freute. In den drei Stunden, die wir durch den Tiergarten schlenderten, musste sich meine Begleitung wohl mindestens hundert „Awww“-Laute von mir anhören, aber ich kann halt einfach nicht anders. Und obwohl ich mich für die Raub„kätzchen“, die Elefanten und die Pandas (egal ob groß oder klein/rot) immer am meisten begeistern kann, sind am Sonntag neue Favorites dazugekommen: Katta-Babys! AWWW!

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Weitere Highlights:

Der Baumkronenpfad. Angst vor Höhe und leicht schaukelnden Brücken bitte daheim lassen! Ab und zu ist sogar eine Lücke in diesen „lästigen“ Baumkronen und gibt einen wunderbaren Blick über Wien frei. Ich bin einfach ein hoffnungsloser Aussichts-Junkie.

Die Mähnenrobben-Fütterung. Mehr als beliebt! Die Zuschauertribünen werden immer regelrecht gestürmt, aber obwohl wir etwas zu spät gekommen sind, haben wir noch einen halbwegs akzeptablen Platz ergattert. Ich mag es, wenn sich der riesige Robbenbulle ins Wasser stürzt und die erste Reihe komplett nass spritzt. Aus dem Lautsprecher ertönt eine Frauenstimme „Sie können nicht sagen, dass ich Sie nicht gewarnt hätte, dass es bei den vorderen Plätzen etwas nass wird..“

Der Brezelverkäufer. Ein echtes Wiener Original! Mehr muss ich dazu nicht sagen.

Also.. Wer auch schon länger nicht mehr dort war: Lauft, lauft!

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