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Ich hab da was gehört.. #19

von am Oktober 13, 2015

Eine gewisse Frau G. liest neben uns laut „Unnützes Wissen“ aus einer Zeitung vor. Ich stehe hinter ihr und sehe, dass sie die Zeile „Kaugummi kauen hilft gegen Ohrwürmer“ überspringt. Als sie mit den restlichen fünf Fakten fertig ist, lese ich die vermeintlich übersehene Zeile vor. Sie unterbricht mich und sagt:
„Neiiin wääh grausig an Ohrwürmer will ich gar nicht denken!“

Hihi. Cotton Eye Joe und Macarena wurden hier einfach so links liegen gelassen. Man muss dazu sagen: Die Frau G. hasst den Gedanken, dass ihr etwas ins Ohr kriechen könnte. Davon kriegt sie Albträume. Wem vor den Insekten auch so graust, hier die Entwarnung:
Von der Antike bis in die frühe Neuzeit hinein wurden die Tiere pulverisiert als Medizin gegen Ohrkrankheiten und Taubheit verabreicht. Ohrwürmer sind jedoch für Menschen vollkommen ungefährlich: Die Zangen werden, je nach Art, bei der Jagd auf kleine Insekten, zur Flügelentfaltung und zur Verteidigung genutzt, nicht zum Kneifen in Ohren, wie der Name scherzhaft suggerieren könnte. (wikipedia.org)
Zusatz von mir: Sie kriechen auch nicht in irgendwelche Ohren! Der Kaugummi kann somit verstaut bleiben. 😉

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Die Sache mit dem Ohrwurm

von am Januar 23, 2015

1421009747735Manchmal ist in meinem Kopf eine Jukebox, auf der immer und immer wieder dieselben Knöpfe gedrückt werden. Diese monotone Bewegung erfolgt nicht nur durch Geisterhand – oft bin ich es selbst, die eine Münze nach der anderen in den Automaten wirft und das Lied auf Dauerrotation laufen lässt. Bis die Schallplatte unfreiwillig hängen bleibt und die Nadel ein ums andere Mal zurückspringt. Erbarmungslos. Kompromisslos. In leichter Verzweiflung wird darauf oft die ganze Maschine abgewürgt, um sie neu zu starten. Auch wenn ich dann wild auf alle anderen Tasten einschlage, bahnt sich dieser eine Song gnadenlos seinen Weg zurück in meine Gedankenwelt. Er will die Dauerschleife sein. Und die bleibt er auch. Tragischerweise hat der Prozess normalerweise nichts mit Zufall zu tun – die Umdrehungen in meinem Kopf habe ich mir selbst ausgesucht. Sie beginnen mit einem „Oh – ich mag dich“, werden zu einer erfüllten Verliebtheit und erreichen ihren Zenit in der Vergewaltigung des Replay-Buttons. Doch nur kurze Zeit danach beginnt man, sich auseinanderzuleben. Man liebt sich zwar, geht sich aber nach und nach immer mehr auf die Nerven. Man kann nicht mit-, aber auch nicht ohneeinander. Du bist da – konstant. Du kommst mir in den Sinn – am Morgen, wenn ich mich aus meinem Bett schäle, untertags in jeder erdenklichen Situation und am Abend, wenn ich versuche einzuschlafen. Aber es reicht. Wirklich. Es liegt nicht an dir, es liegt an mir. Wir müssen uns trennen. Es ist aus.

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