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Liebe: Popfest

von am Juli 30, 2013

In der Stadt findet man momentan an vielen Haltestellen Plakate von unserem Herrn Häupl, auf denen „Es gibt gute Gründe, den Sommer in Wien zu verbringen“ zu lesen ist. Recht hat er. Das Popfest ist einer davon.

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59.999 andere dachten sich das auch und tummelten sich letztes Wochenende am und in den Locations rund um den Karlsplatz, um sich heimische Musikacts anzuschauen, um zu chillen, zu tanzen, zu genießen. Man munkelt, die Organisatoren haben einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und bekamen dafür das gesamte Wochenende das schönste, heißeste Sommerwetter zur Verfügung gestellt.

Ich war am Eröffnungstag und am Samstag bei der Seebühne dabei und freue mich jetzt schon wieder auf das nächste Jahr. Einen kräftigen, enthusiastischen Applaus meinerseits für ein großartiges Festival bei absolut freiem Eintritt. Danke, dass uns ein weiteres Mal gezeigt wurde, wie vielseitig und beeindruckend Musik sein kann, die aus unserem kleinen Land kommt. Meine zwei Highlights sah ich bereits am Donnerstag bei der Eröffnung: „Bauchklang“ waren – welch Überraschung – auch beim fünften Mal noch phänomenal. Die kann ich mir einfach iiimmer wieder anschauen und sie werden kein bisschen langweilig. Wer sie noch nie live gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Und mit schleunigst meine ich wirklich schleunigst.. die Herren haben nämlich gerade verkündet, dass sie sich ab Ende des Jahres eine Auszeit gönnen – oder gar ganz auflösen (ich bin dagegen!). Die Jungs von „Steaming Satellites“ aus meinem Bundesland Salzburg kenne ich erst seit ein paar Wochen (shame on me!) , begeisterten mich aber ab der ersten Sekunde – umso mehr freut mich, dass ich sie jetzt nur wenig später live sehen durfte. Reinhören wärmstens empfohlen (und wer mault, dass das Video so gar nicht zur Jahreszeit passt.. das ist meine Abkühlung für euch!) :

Kurz: Feine, heiße Sommernächte. Gute Musik. Gemütliches Publikum. Die wunderbare Karlskirche. Leute, die im Teich tanzen. Radler trinken. Männer im Brautkleid. Nette Unterhaltungen. Sonnenbrillen. Ausgelassene Stimmung. Bekannte treffen. Schwitzen. Auf Tischen stehen und mitwippen. Mädelsrunde. Schaukeln. Dixiklos. Festivalgefühle. Zufriedenheit. Lachen.

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Allein der Name „Popfest“ irritiert mich noch immer etwas, wo doch fast ausschließlich alternativen Klängen gelauscht wird. Indie. Electronic. Hip Hop. Vielleicht kann mir das ja irgendwer irgendwann einmal erklären..

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Ein Kompliment?

von am Mai 18, 2013

Letztens wurde mir ein Herr aus Karlsruhe vorgestellt. Zumindest glaube ich mich daran zu erinnern, dass er aus Karlsruhe war. Komisch, dass ich Orte behalten kann und Namen vergesse, aber eigentlich ist weder Name noch genaue Herkunft relevant. Also unterhalte ich mich mit diesem namenlosen Medizinstudenten (die Studienrichtung habe ich mir wohl auch irgendwie gemerkt).. bis er mir die eine Frage stellt, die in mir ein kleines Hochgefühl auslöste und bei so manchen Leuten um mich herum eher einen mitleidsvollen Ausdruck ins Gesicht zauberte. „Oh Gott! Das ist doch kein Kompliment!“ sagte man. Und dass das doch kein/e ÖsterreicherIn hören will. Hm.. nicht? Warum freue ich mich dann?

„Sag mal bist du schon Österreicherin? Das hört man bei dir fast gar nicht mehr.. du sprichst wirklich sehr schönes Deutsch.“

Ja, ich weiß.. man darf sich nicht freuen, weil man sich anscheinend so ein bisschen anhört wie eine von deeenen. Und die mögen wir doch alle nicht. Über die raunzen und schimpfen wir und wehe sie gewinnen irgendetwas. Sie nehmen uns die Studienplätze weg und außerdem… nein, stopp. Bitte nicht. Ausgelutscht und zum Gähnen.

Ich mag Deutschland. Ich mag viele Deutsche. Klarerweise gibt es einen viel größeren Anteil an unguten Assideutschen als deppaten Ungustln in Österreich, weil es einfach viel mehr Deutsche als Österreicher gibt. Ich kann manche Aspekte dieser Ablehnung gegen unser Nachbarland und alles was sich darin befindet oder aufgewachsen ist ab und zu ja auch ein wenig verstehen, aber eigentlich geht mir diese ständige fast kindliche Quengelei, die die meisten nicht einmal richtig begründen können, ziemlich auf die Nerven. Und BITTE verschont mich jetzt mit „Aber das machen die doch auch mit uns..“.. mhm.. mimimimi.

Ich spreche anscheinend sehr schönes Deutsch – wenn ich will. Was gibt’s daran bitte NICHT zu mögen? Ich kenne so einige ÖsterreicherInnen, die das nicht hinkriegen, obwohl Deutsch unsere offizielle Landes- und Amtssprache ist. Ja, da gibt’s auch ein paar, die wollen gar nicht (à la völlig egal, ob mich mein Gesprächspartner versteht oder nicht.. ICH soll mich für DEN verstellen? Das kommt ja gar nicht in Frage. Nationalstolz und so. Jaja.).. aber viele sind traurigerweise nicht einmal fähig dazu. (Pssst: Ich finde das Verhalten der ersten Gruppe fast noch ein bisschen trauriger.. glaub ich. Oder zumindest gleich traurig. Oder peinlich. Oder so. Ich kann mich nicht entscheiden.)

Wie auch immer.. hier ein offizielles Dankeschön an den namenlosen Herrn aus Karlsruhe. Es war mir eine Freude.
Für alle, die sich jetzt aufpudeln, fluchend vorm Computer sitzen, hochrot anlaufen und sich fragen, wie ich nur kann: Ich freu mich auch sehr, wenn ich in der Heimat ein „Oeso ba dir hecht ach überhaupt nid, dass du neama do bist. Rest no nix wia de Weana.. oebei no wia mia.“ höre. Danke auch dafür. Muss ich jetzt abschließend noch erwähnen, dass ich Österreich liebe? Das dürfte wohl  hoffentlich nicht nötig sein..

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Eine virtuelle Berliner-Bär-Deutschland-Umarmung. Heute noch fliege ich nach Frankfurt und besuche euch wieder. Mit im Gepäck: mein schönes Deutsch.

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Begegnungen | Wien

Feiertagsmorgen

von am Oktober 26, 2012

Die Nebelschwaden hängen über Wien, am Heldenplatz kann man wieder mal Panzer und Eurofighter bestaunen und nachmittags könnte man sogar dem Herrn Bundespräsidenten die Hand schütteln, wenn man möchte. Ich verzichte allerdings aufs eine sowie aufs andere. Heute Vormittag habe ich bei meinem Gang in die Küche, um mir meine tägliche Koffeindosis zu holen, einen Freund auf meiner Couch vorgefunden, der es wohl gestern nicht mehr nach Hause geschafft hat. Ich war übrigens brav daheim und habe an meiner Arbeit geschrieben (das macht mich fast ein bisschen stolz). Den Besuch hat mein Mitbewohner mitgebracht. Aber ich find’s ganz nett meinen morgendlichen Kaffee mit jemandem zu trinken, den ich doch schon länger nicht mehr gesehen habe. Da ich gestern jedoch irgendwie total verpeilt habe, dass der Billa um’s Eck seine Pforten heute nicht öffnet, schaut es mit dem Frühstück etwas schlecht aus. Deswegen werde ich mich nach einem kurzen Einkuscheln auf der Couch (hoffentlich hat das Feiertagsprogramm etwas Nettes zu bieten) unter die Dusche schwingen und mir mein Futter anderswo holen. Und da meine Arbeit gestern endlich abgegeben wurde, heute nicht artig zu Hause bleiben.

Einen schönen Nationalfeiertag wünsch ich!

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