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Ich hab da was gehört.. #18

von am Juli 14, 2015

Mädlstag mit meinen Lieben in einem Garten in Klosterneuburg. Nachdem wir fein gekocht und gegessen hatten, saßen wir alle in der Sonne und unterhielten uns über typische Frauenthemen. Dazu gehören bekanntlichermaßen auch die Männer.
Garten„…na ich glaub schon, dass Männer das auch spüren.“
(Was genau ist für die Geschichte nicht relevant 😉 )
Diese Aussage wurde aufrichtig und voller Ernst bekräftigt mit einem:
„Ja schon. Das sind ja auch Lebewesen.“

Als ob wir über Seesterne oder Pflanzen gesprochen hätten. Haha. Herrlich.

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Unter Trompetenbäumen

von am Juli 23, 2014

trompetenb2Meine Augen blicken durch die getönte Sonnenbrille, die meine gesamte Umgebung in ein schönes Sepia färbt und mir das Gefühl gibt, die ganze Welt durch einen Instagram-Filter zu betrachten. Sie bewegen sich wieder und wieder von links nach rechts, um die gedruckten Wörter auf den Buchseiten zu verschlingen. Meine Arme werden langsam schwer, da sie die Sommerlektüre nun schon ganze drei Kapitel nach oben gegen die Sonne halten müssen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mich das gestutzte Gras oder eine Ameise am Fuß kitzelt, als ein kleines braunes Etwas knapp an mir vorbeiflitzt. Das Mädel hinter mir reagiert auf mein leicht erschrockenes Zucken und ruft ihren Vierbeiner wieder zu sich. Er heißt „Lebkuchen“. Augenblicklich habe ich einen Zimtduft in der Nase und sehe glitzernde Weihnachtslichter vor meinem inneren Auge. Lebkuchen wird ein paar Meter weiter aufgefordert sich hinzusetzen und anschließend unter Lobhudeleien mit Leckerlis gefüttert. Ich lasse das Buch sinken, lege es neben mich auf mein gelbes Badetuch und schließe die Augen. Vom Wasser her höre ich das Lachen und Gequiecke zweier Kinder, die sich gegenseitig nass spritzen. Die fragwürdige Musikauswahl einer jugendlichen Gruppe dringt aus den mitgebrachten Boxen zu mir herüber während sich die Studentinnen neben mir über eine Bekannte von ihnen auslassen, die sich nach zwei verpatzten Medizin-Aufnahmeprüfungen dazu entschlossen hat, dass das Medizin-Studium in Österreich ohnehin nichts kann. Die Wolke, die sich kurzzeitig vor die Sonne geschoben hatte, wandert langsam weiter und gibt die warmen Strahlen wieder frei. Ich spüre die wohlige Wärme auf meiner Haut, fühle mich gut, blicke nach oben und sehe die im Wind wippenden Blätter von Trompetenbäumen.

Mein Kopf liegt leicht erhöht auf dem Bauch meiner Begleitung, meine Beine spüren die flauschig-weiche Picknickdecke, die unter uns liegt. Ich lasse meinen Blick über die Wiese schweifen. Rund um uns sitzen kleine Gruppen zusammen, einzelne Menschen liegen im Gras. Ein Typ geht von Gruppe zu Gruppe und versucht Zigaretten zu schnorren – recht erfolglos. Hinter uns auf der Prater Hauptallee startet ein klischeehaft aussehender Biker mit Lederjacke seine Harley und braust davon. In Sichtweite gibt der letzte Live-Act der Vienna Harley Days auf der Bühne spanische Musikstücke zum Besten und einige wenige sind auch am Ende des Wochenendes noch fit und motiviert genug die Arme in die Luft zu schmeißen und mitzutanzen. Die Finger meiner linken Hand spielen mit dem Kreuz meiner Kette während die der rechten im Rhythmus des Liedes gegen die Radlerdose in meiner Hand trommeln. Der Himmel hat sein helles blau mittlerweile gegen ein trübes weiß eingetauscht. Es ist schwül und drückend und ich habe das Gefühl, dass es heute noch regnen könnte. Ich hoffe auf ein kräftiges Sommergewitter. Die Bandmitglieder verneigen sich nach der letzten Zugabe vor ihrem Publikum. Nicht weit davon entfernt räumen Standbetreiber ihre Kleidung und Accessoires, die sie die letzten Tage über angeboten haben, in ihre Kisten zurück und verstauen sie in einem weißen Van. Neben uns wird gierig an gegrillten Maiskolben geknabbert und mein Bauch meldet sich mit einem leisen Knurren. Ich spüre, wie man mir durchs Haar streicht, fühle mich gut, blicke nach oben und sehe die im Wind wippenden Blätter von Trompetenbäumen.

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Lieber Vollidiot!

von am August 23, 2012

Ich weiß, dass du in diesem Moment auf keinen Fall mich gemeint haben kannst, aber ich beantworte dir trotzdem mit Vergnügen deine unfassbar dämliche Frage, die du letztens deinem Kumpel-Zwilling an der Alten Donau gestellt hast.

Eigentlich gehört es zum Hausverstand und Grundwissen eines jeden Menschen, aber für dich fange ich noch einmal ganz von vorne an. Ich denke du hast iiirgendwann eventuell schon davon gehört, dass nicht nur kosmetiktechnisch verschiedene Hauttypen existieren. Und falls deine Gedanken jetzt gleich auf andere Kontinente schweifen: Nein nein.. fangen wir klein an – bleiben wir in Europa, oder besser noch gleich in Österreich. Auch hier lassen wir uns grundsätzlich in vier Hauttypen unterteilen –  um es nicht ganz so umfangreich zu gestalten, besprechen wir heute nur Typ 1 + 2 – die zwei hellsten. (Der Rest darf gerne gegoogelt werden, bissi weiterbilden schadet ja nicht.) Diese Typen haben meist rote oder blonde Haare und eine sehr blasse Haut. Auch wenn es dir vielleicht etwas eigenartig erscheint, aber wir (ja, ich gehöre selbst zu dieser Gruppe) können im Prinzip nicht braun werden bzw. nur sehr sehr langsam. Nach zwei Wochen Urlaub im Süden stellt sich vielleicht ein leichtes ‚beige’ ein, aber mehr ist eher nicht drin. Damit wir nach einem Nachmittag am See oder an Orten, an denen man sich sonst in Sonnenstunden herumtreibt, nicht krebsartig hellrot nach Hause kommen, ist es wichtig, dass wir Sonnencreme – kennst du, ja? – verwenden (am besten mit einem hohen Lichtschutzfaktor) und uns die meiste Zeit im Schatten aufhalten. Ja, Schatten! Es ist zwar etwas ärgerlich, dass wir so empfindlich sind und wirklich total aufpassen müssen, aber glaub es oder glaub es nicht: niemand von uns möchte mit deiner hässlichen Haut aus der Mischung von Selbstbräuner, Solarium und Sonnengebruzel tauschen. Außerdem: Schon mal darüber nachgedacht, dass manche Menschen mit heller Haut sich selbst genau so schön finden und gar nicht braun werden wollen? Nicht jede/r möchte deinem verkorksten Schönheitsideal entsprechen. Ganz zu schweigen von zukünftigen Falten, Hautkrebsrisiko und der Tatsache, dass es im Schatten meistens einfach um einiges angenehmer ist als in der prallen Sonne. Und um in deiner Sprache auf deine Frage zu antworten: ‚Oida, das alles is der Grund dafür, warum si die eh schon Weißen erst wieder in den Schatten legen – oida!’

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