Lebenszirkus | Weihnachten

Wie ein Wimpernschlag

von am Dezember 29, 2012

Ausnahmsweise schon in der Nacht davor packen. Nur diesmal, wo man doch länger bleibt als ein paar Tage. In Gedanken immer wieder durchgehen, ob man auch an alles gedacht hat. Feststellen, dass es am Ende viel mehr Gepäck geworden ist als gedacht. Oder gewünscht. Und jetzt schon wissen, dass man die Hälfte vermutlich eh nicht brauchen wird. Aber da lassen will man ja trotzdem nichts. Ausnahmsweise zu früh zum Bahnhof fahren und zittern. Jetzt vor Weihnachten will jeder heim. Reserviert hat man natürlich nicht. Meinereiner verlässt sich immer auf das Glück, was Sitzplätze betrifft. Glücklicherweise hat man sich schwer getäuscht – sofort einen Platz ergattert und ein paar Stunden später lächelnd das weihnachtlich dekorierte Haus betreten.

christbaumvogerl

Sofort beginnt die Zeit zu rasen. Zusammensitzen. Plaudern. Lachen. Letzte Geschenke einpacken. Christbaum schmücken. In die Kirche gehen. Gut essen. Singen. Bescherung. In großen Verwandtschaftsrunden Kaffee trinken und Kekserl knabbern. Mit dem Papa durch die Winterlandschaft spazieren. Eingekuschelt zuschauen, wie große Flocken vom Himmel rieseln – zu spät für weiße Weihnachten, aber immerhin. Sich tagelang sehr wohl fühlen. Und dann ist es auch schon wieder vorbei. Dieses Weihnachten, von dem man Ende September schon hört. Wochenlange Vorbereitung der ganzen Welt für einen gefühlten Wimpernschlag. Jedes Jahr. Aber schön isses.

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