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Kinkerlitzchen des Tages

von am Januar 20, 2014

„Das Kinkerlitzchen – in seltenen Fällen auch Kinkerklitzchen genannt – bezeichnet eine Kleinigkeit. Der Ausdruck wird meistens gebraucht um die Belanglosigkeit der als Kinkerlitzchen bezeichneten Sache hervorzuheben.“ (mundmische.de) 

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Heute: Radiofreuden

Ich bin zwar niemand, den man mit der Musik Österreichischer Mainstream-Radiosender wirklich schmerzhaft quälen kann, aber ich bin auch weit davon entfernt, das Gedudel, das dort oft läuft, gut zu finden oder privat am Laptop oder I-Pod zu hören. Umso mehr freue ich mich, wenn bei einer zwanzigminütigen Autofahrt vier der wenigen geliebten Ausnahme-Lieder hintereinander kommen und ich Sekunden nach dem letzten Takt des Liedes aussteigen muss.

♦ Kleinigkeiten, Nichtigkeiten, Firlefanz, Unsinn, Lächerlichkeiten, Kleinkram, Lappalien und Nebensächlichkeiten, über die ich nachdenke. Die mich zum Lachen bringen oder mich wütend werden lassen. Die Freudensprünge auslösen oder ein Stirnrunzeln hervorrufen. Die mich bewegen. Die mir trotzdem irgendwie wichtig sind. Das sind meine Kinkerlitzchen. ♦

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Begegnungen | Lebenszirkus | Nachtleben | Unterwegs

Oh Wien.

von am November 8, 2012

Ich stehe in der Menschenmenge, das Publikum gröhlt den Liedtext mit dem Sänger mit. Außer den umherflitzenden Scheinwerfern ist der Saal abseits der Bühne relativ dunkel. Die Halle ist ausverkauft, die Stimmung super. Die Band sowie ein großer Teil des Publikums gleicht einer kleinen (aber äußerst amüsant anzusehenden) Freakshow: Leoprint-Leggins, lange Perücken, viel zu viel Schminke,… typisch Hair-Metal eben. Nicht unbedingt meine Musikrichtung, aber trotzdem ein Konzert, zu dem man sich definitiv gerne mitschleppen lässt. Ab und zu schweift mein Blick ab vom Geschehen auf der Bühne durch die Menge vor mir. Hmm.. diese Haare ein paar Reihen weiter vorne. Und der Bart. Ist das …?

Nach der Show – die Lichter gehen an. Die Halle leert sich langsam und ich drehe mich nochmal um, um einen Blick zu erhaschen und sicher zu gehen. Da sieht er mich, lächelt ungläubig und kommt auf mich zu.. „Bist du’s wirklich?“. Ja, ich bins.

„Kennt’s ihr euch?“ Wir grinsen uns an. Kann man so sagen, ja.

Wer mich liest, weiß bereits, wie sehr ich Zufälle liebe. Und dieser war einer der ganz besonderen Art. Wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ganz zufällig über drei Ecken auf mein Geschreibsel hier stößt, es gut findet und mir schreibt. Dass sich dadurch ein E-Mail-Kontakt ergibt und wir nur eine einzige Woche später im ausverkauften Gasometer beinahe auf der gleichen Stelle stehen – wo wir doch beide die Musik eigentlich gar nicht hören?

Oh Wien, du kannst so klein sein. Und so wunderbar.

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Alltag | Begegnungen | Lebenszirkus

Zufall.. ?

von am April 21, 2012

Es gibt da so ein Lied. Du hast es vor ein paar Tagen entdeckt und bist seither verliebt. In dieses Lied. Von dieser Gruppe hast du vorher noch nie etwas gehört.. ziemlich unbekannt. Genau wie dieser Song. Außerdem hast du gesehen, dass es auch absolut nicht mehr aktuell ist. Schon vor einigen Jahren rausgekommen und nie auch nur ansatzweise groß geworden – was für dich ziemlich unverständlich ist. Aber jetzt hast du dieses wunderbare Musikstück gefunden und es schwirrt dir im Kopf herum. Na klar tut es das – du hast das Lied in den letzten Tagen auch mindestens fünfzig Mal gehört. Aber es ist keiner dieser nervigen Ohrwürmer, sondern ein angenehmer, schöner. Und dann.. dann gehst du diese Einkaufsstraße entlang, genießt das Gewusel um dich herum und die Sonne scheint dir ins Gesicht. Wie immer bei schönem Wetter sitzen an jeder Straßenecke Straßenkünstler, die allen ein Lächeln schenken, die ein paar Cent in den Koffer oder Hut vor ihnen fallen lassen.

Bis du dann diese singende Männerstimme durch das Plaudern und Lachen um dich herum vernimmst. Noch ganz leise, aber doch. Singt der etwa..? Du kommst immer näher und bleibst direkt vor ihm stehen. Ein attraktiver Mann Ende Zwanzig mit recht studentischem Aussehen sitzt mit seiner Gitarre am Straßenrand und singt. Und im Gegensatz zu so manch anderen Straßenmusikern ist er richtig gut. Das ist in dem Moment jedoch absolut nicht wichtig, denn er singt.. das Lied!! Gerade jetzt in diesem Augenblick, in dem du genau hier vorbei gehst. Diesen Song, den so gut wie niemand kennt und der mittlerweile schon ziemlich alt ist. Aber er singt ihn. Und du glaubst daran, dass er ihn extra für dich singt. Es muss einfach so sein.

Du kneifst die Augen zusammen, weil du angestrengt nachdenkst. Du hast den Film wirklich schon furchtbar oft gesehen, aber daran kannst du dich beim besten Willen gerade nicht erinnern… Du schlenderst mit einem Freund durch die Stadt und er erzählt dir von dieser speziellen Szene aus diesem einen Film. Er kam darauf, weil gerade vor euch in der Straße so etwas Ähnliches passiert ist. Nein. Auch eine nähere Beschreibung frischt deine Erinnerung nicht auf. Wie auch immer.. das Thema wird gewechselt und ihr schlendert weiter. Ein paar Stunden später am selben Abend kommst du zu Hause an, lässt dich auf die Couch fallen und nimmst die Fernbedienung zur Hand. Du zappst wieder mal ziellos durch die Kanäle, weil eh wie immer nichts läuft und dann.. dann zeigen sie da genau diesen Film, über den ihr euch vor ein paar Stunden unterhalten habt. Jetzt. Mitten in der Nacht. Du grinst jetzt schon über den Zufall.. doch nach nur zehn Sekunden auf diesem Kanal kommt die besagte Szene. Du siehst sie.. und flippst ein bisschen aus.

Ich hatte immer schon eine Schwäche für besondere Zufälle. Wenn mir so etwas passiert, bin ich für einen kurzen Augenblick immer – zumindest innerlich – ziemlich aus dem Häuschen. Ist es albern, sich über solche Kleinigkeiten so zu freuen? Selbst wenn. Das wird immer so bleiben. Hoffentlich.

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