Lebenszirkus | Satire | Sommer

10 Must-haves für den Sommer – die Lieblingstrends der dielyra-Redaktion

von am Juli 10, 2018

Alles warm, alles grün, alles Sommer. Also eh schon länger, aber so richtig offiziell ist es doch immer erst im Juli, nicht wahr? Endlich wieder schweißverklebte Haare auf der Stirn, Sonnenallergien, juckende Mückenstiche, unerträglich viele Urlaubsfotos im Facebook-Feed und der noch stärkere gesellschaftliche Druck, geltenden Körperidealen zu entsprechen. Ihr wisst schon. Vielleicht auch laue Nächte unter bunten Lichterketten, Erdbeeren essen im Park, luftige Kleider, kitzelnde Grashalme und Sonnenstrahlen auf der Haut, Konzerte unter freiem Himmel und die Beine in klarem Wasser baumeln lassen. Wer weiß das schon so genau. Was allerdings in keinem Sommer fehlen darf, sind nervige Lieder, die sich „Sommerhits“ schimpfen und irgendwelche Trends, denen wir alle hinterherzulaufen haben. Wie sich das gehört, haben auch wir ganz exklusiv die Must-haves für den Sommer zusammengestellt. (Also ich.) Denn was die Cosmopolitan kann, können wir schon lange. (Also ich.) Et voilà:

Eine flauschige Katze
Immer ein Must-have. Immer. IMMER. Optional lassen wir auch Hunde gelten. (Besonders nachdem wir den neuen Wes Anderson-Film gesehen haben.)

Ein Instagram-/Twitter-/Whatever-Feed, der dich nicht runterzieht
Ganz ehrlich: Folge keinen Leuten, deren Content unangenehme Gefühle in dir auslöst – seien es Neid, Wut oder sonstige Empfindungen, die dich runterziehen. Es gibt so viele Accounts, die positive Vibes, Inspiration, Motivation oder Lustiges und Unterhaltsames in die Welt setzen. Radikal ausmisten und Neues suchen sind die Zauberwörter. Tu es! Fühlt sich gut an, ehrlich.

Ein Protest-Schild (oder zehn)
Es gibt so viel, das falsch läuft. Anstatt uns in den sozialen Medien oder bei der nächsten Party darüber aufzuregen und auszukotzen, sollten wir alle ein fettes Schild malen und auf die Straße gehen. Such dir was aus: 12-Stunden-Arbeitstage. Immer noch keine Gleichberechtigung von Frauen. Rechte und Antisemiten im Parlament, die Rückschrittliches beschließen. Massentierhaltung. Fehlender Umweltschutz. Unaufhaltbare Klimaerwärmung aus Profitgier, die schon unsere Kinder vor enorme Probleme stellen wird. You name it.

Starker Kaffee
Siehe Beschreibung von Punkt 1. Bloß ohne die Hunde. (In Situationen, in denen dir mit voller Härte bewusst wird, dass du aufgrund der derzeitigen Weltlage eigentlich nur mehr brüllend auf der Straße stehen müsstest, kann der Kaffee auch durch Alkohol ersetzt werden.)

Selbstliebe
Jaja, wir wissen es. Was für ein ausgelutschtes Wort. Und sowieso viel leichter gesagt als getan. Aber dennoch: Du bist genug. Auch ohne der perfekten Dachterrassen-Wohnung, dem schlanken, durchtrainierten Körper, den extravaganten Hobbys, der märchenhaften Familie oder dem Traumjob.
Wir haben letztens einen grandiosen Rat gelesen: Betrachte dich selbst so wie einen sehr, sehr guten Freund. Behandle dich genauso liebevoll und verständnisvoll, sprich dir in demselben Maße Mut zu und bringe dir in gleicher Weise positive, aufmunternde Gedanken entgegen, wie du es bei diesem guten Freund tun würdest. Du bist wertvoll. Du bist es wert. Einfach so.

Must-haves für den Sommer

(Bad-Ass-)Outfits, in denen du dich richtig wohl fühlst
Letztens hörten wir einen Mann mittleren Alters sagen: „Haha schau mal die! Dress for the body you have not for the body you want! Hahaha!“ – HAHAHA JA GENAU HAHA HOW ABOUT NNNNO, DRESS HOWEVER THE FUCK YOU WANT!?!!!
Zieh an, was dir gefällt und trage das, was du tragen möchtest. Egal ob Over Size-Shirt, Sommerkleidchen, zerfetzte Jeans, Jogginghose oder Sari – leg dir Outfits zu, in denen du dich richtig wohl fühlst. Outfits, die dich spüren lassen: Heute kann dir keiner was. Die dir ins Ohr flüstern: You rock. Genau solche! Du musst niemandem gefallen außer dir selbst.

Ein großer Bücherstapel
Keine Zeit eignet sich so gut zum Lesen wie der Sommer. Also nimm endlich diesen einen Stapel ungelesener Bücher in Angriff oder statte dem Buchhandel deines Vertrauens einen Besuch ab und inhaliere Seite für Seite für Seite. Im Freibad. Auf der Parkbank. Am Fensterbrett. Am Balkon. Am Strand. In der Blumenwiese. Ganz egal wo, aber leg dein Handy weg und lies!

Gelassenheit und Selbstvertrauen
Alles wird gut, auch wenn einiges vielleicht gerade nicht ganz nach Plan verläuft. Du bist gut so wie du bist, auch wenn du manchmal nicht das Gefühl hast. Stress dich nicht, auch wenn du noch nicht dort bist, wo du hin möchtest. Vergleiche dich nicht mit anderen, die einen ganz anderen Weg hinter sich haben. Jeder hat eine andere Geschichte. Und ganz wichtig: Egal was oder wie du es machst, es werden IMMER Leute über dich reden. Also löse dich davon, darüber nachzudenken und deswegen irgendetwas zu tun, nur um den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Tu das, was du für richtig hältst. (Meine Güte fühlen wir uns weise, wenn wir solche Dinge schreiben.)

Gemütliche Schuhe, die dich überall hin tragen
Selbsterklärend. Natürlich dürfen sie auch schön sein. Aber vor allem bequem. Denn du hast viel vor diesen Sommer. Und Blasen und Druckstellen kannst du dabei nicht gebrauchen.

Sonnenschutz und Vitamine
Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viel dein Körper in deinem Leben schon aushalten musste? Dein Körper ist AMAZING! Gib ihm auch etwas zurück und kümmere dich um ihn. Schütze ihn und füttere ihn mit Dingen, die ihm gut tun. Wir reden nicht davon, dass du das Raffaello-Malaga-Nutella-Cookie-Eis weglassen sollst, aber tob dich ruhig öfter mal in der Gemüseabteilung aus und versuche deine Schweißdrüsen auch mal außerhalb der U6 zum Arbeiten zu bringen. Achja und vergiss diese kleinen Mini-Sonnenbrillchen, die man gerade überall findet, und bleib lieber bei den richtig großen Modellen. Die sehen nicht nur gut aus und schützen deine wertvollen Sehorgane, nein, so kannst du zusätzlich unangenehme Personen einfach „übersehen“. Win-win.

 

Ok ok wir geben es zu: Es sind keine Sommertrends geworden, sondern Immertrends.
Die Redaktion ist sich übrigens im Klaren darüber, dass hier ausgiebige Phrasendrescherei betrieben wurde. Sie möchte aber dennoch betonen, dass sie nichts bereut. (Also ich.)

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Die Sache mit der Sommerpause

von am Oktober 7, 2015

Wie alle diese Fernsehfuzzis, Politiker und Fußballspieler habe auch ich mir dieses Jahr eine Sommerpause gegönnt. Na gut, vielleicht ist sie etwas länger ausgefallen. Aber der Sommer ist halt auch so wahnsinnig heiß und so wahnsinnig aufregend und so wahnsinnig wahnsinnig. Oder so. Ihr wisst schon.
Es regnet, ich bin erkältet und irgendwie habe ich schon wieder fast vergessen, wie sich Sommer anfühlt. Aber ich glaube, das mit dem kurz Revue passieren lassen funktioniert noch. Ich werde euch jetzt allerdings nicht mit tollen Sommererlebnissen langweilen. Na ja, vielleicht ein bisschen. Aber nur mit ein paar lustigen Anekdoten. Oder skurrilen. Oder schönen. NA GUT, ich langweile euch jetzt doch mit tollen Sommererlebnissen (und mit Sommer meine ich die gesamte Zeit bis jetzt). Aber nur mit einigen wenigen. In Kurzform.

Wer ist Kurt Razelli? Und warum trägt er ausgerechnet eine Schwarzenegger-Maske? Der Auftritt von ihm im Rahmen des Popfests im Brut war wohl eines der schrägsten „Konzerte“, auf denen ich jemals war. Ein Publikum, das laut „Hypo Alpe Adria“ mitgröhlt, hat definitiv etwas Bizarres.

Welche lustigen Anekdoten und Sprüche habt ihr im Freibad von euren Nachbarn gehört? Eins meiner Highlights: Ein kleiner Bub (geschätzte 7 Jahre) stopft sich seine Badehose beim Hintern mit einem Handtuch aus und schreit „Schau Oma!! Wie die Kim Kardashian!!“ Ich habe leider nicht mitbekommen, ob die Oma tatsächlich wusste, wer Kim Kardashian ist.

Was läuft eigentlich in Stermanns und Grissemanns Köpfen falsch? Ich habe Karten für das Stück „Für die Eltern was Perverses“ im Rabenhoftheater gewonnen und fand es neben lustig auch sehr.. seltsam. Aber lustig-seltsam. Immerhin. Zusätzlich amüsiert hat mich, dass Stermann nur 10 Minuten nach dem Auftritt mit uns in derselben U-Bahn saß. Ich stelle mir das so vor, dass die zwei sich nach dem Abschlussapplaus hinter der Bühne kurz anschauen und „Jo.. eh. War scheiße eigentlich, aber hat schon passt.“ zueinander sagen und gehen.

Ist es eigentlich normal, dass in England niemand eine Zugabe hören will? Ich war auf einem kleinen Konzert in London und nachdem die Band bekannt gab, dass das nächste Lied das letzte sein wird, hat danach jeder kurz applaudiert und ohne Weiteres sofort den Saal verlassen. Das hat uns sehr verwirrt. (Nein, das Konzert war nicht mies.)

Was ist ein großartiges Date für euch? Was muss passieren? Ich weiß jetzt, dass spontane Cocktails, über den nächtlichen Naschmarkt schlendern und stundenlange intime Plaudereien über den Dächern Wiens auf jeden Fall dazugehören.

Habt ihr manchmal Lust auf typische Touri-Sachen in der eigenen Stadt oder nervt euch das nur? Ich war mit meinem lieben Besuch das erste Mal im Madame Tussauds in Wien, einfach weil wir irgendwie Lust darauf hatten. Und schossen dabei selbstverständlich furchtbar klischeehafte Fotos. Ja, ich habe Johnny Depp geküsst. Und Elvis. Und Brad Pitt.

Wart ihr letzten Samstag auch am Heldenplatz? Mit über 100.000 Menschen zu schweigen und zu „Schrei nach Liebe“ abzugehen –> Gänsehaut pur. Danke dafür. Refugees welcome.

Noch ein paar Erkenntnisse:
Es fühlt sich gar nicht so falsch an, bei 30 Grad eine Winterhaube zu kaufen.
Sorry an alle Katzenbesitzer da draußen, aber die schönsten und liebsten Katzen Wiens (nein, vermutlich der ganzen Welt) leben in Margareten.
Graz ist schon auch ziemlich cool.
Sonnenbrillen mit Herzchen-Gläsern kommen gut an.
Mr. Robot und Fargo sind großartige Serien.
Shoppen kann furchtbar nervig sein.
Nach sechs Jahren in der Wohnung besitze ich keine Zitronenpresse.
Wer dem Internet glaubt und gegen trockenen Reizhusten gewürfelte Zwiebeln neben dem Bett aufstellt, wacht gefühlsmäßig in einem Kebabstandl auf.
In London gibt es eindeutig zu wenige Mütter, die sagen „Nein Mädl.. es ist viel zu kalt. So gehst du nicht aus dem Haus!“.
Manche Menschen wissen nicht wer Audrey Hepburn oder Freddie Mercury ist.
Sollte das mit meinem Leben in Wien nicht so funktionieren, gehe ich nach Camden Town und werde Punk.

So. Das wars auch schon. Ab jetzt lesen wir uns wieder öfter. Ich freu mich drauf.

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Begegnungen | Foto-Montag | Heimat | Lebenszirkus | Sommer | Unterwegs

Foto-Montag

von am Juli 20, 2015

Ich bin gerade auf „Sommerurlaub“ in der Heimat und habe ganz spontan Besuch von meinen Jungs bekommen, die der Wiener Hitze übers Wochenende entfliehen wollten. Und wir haben wiederum dem Salzburger Land zumindest tagsüber den Rücken gekehrt um uns im schönen Millstätter See in Kärnten zu erfrischen. (Sorry, meine liebe Alte Donau, aber dieses Rennen verlierst du.) Schön wars. Sehr sogar. <3

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Alltag | Begegnungen | Ich hab da was gehört.. | Lebenszirkus | Sommer | Unterwegs | Wien

Ich hab da was gehört.. #18

von am Juli 14, 2015

Mädlstag mit meinen Lieben in einem Garten in Klosterneuburg. Nachdem wir fein gekocht und gegessen hatten, saßen wir alle in der Sonne und unterhielten uns über typische Frauenthemen. Dazu gehören bekanntlichermaßen auch die Männer.
Garten„…na ich glaub schon, dass Männer das auch spüren.“
(Was genau ist für die Geschichte nicht relevant 😉 )
Diese Aussage wurde aufrichtig und voller Ernst bekräftigt mit einem:
„Ja schon. Das sind ja auch Lebewesen.“

Als ob wir über Seesterne oder Pflanzen gesprochen hätten. Haha. Herrlich.

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Alltag | belacquastisch | Film- Serien und TV-Welt | Lebenszirkus | Nachtleben | Sommer | Unterwegs

belacquastisch.

von am Juli 8, 2015

Aw. Das Plakat ist mir letztens am Weg zur Alten Donau ins Auge gesprungen. Francis! Ich habe „Malcolm mittendrin“ geliiiebt. Allerdings ist die Serie vor zehn Jahren ausgelaufen und seit dem sieht man den Guten halt auch nirgends mehr. Ich finde es immer traurig, wenn Schauspieler oder Sänger in ihrem Leben nur einen großen Erfolg hatten, an den sie nie anknüpfen konnten, und dann irgendwann nur noch als „der Typ/die Tussi aus …“ durch Clubs ziehen und für ihre Anwesenheit ein wenig Kohle kassieren. Ab und zu darf man diese Personen dann auch noch „DJ“ schimpfen. So bespaßt Christopher Masterson jetzt das versnobte Publikum der Box. Der Arme. Vermutlich schaut er deshalb so grimmig. Tja. So spielt das Leben.
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Von Filmfehlern und Veilcheneis

von am

Als mir letztens aus einem Schaufenster ein verdammt hässliches Shirt – verziert mit einem glitzernden Strass-Eiffelturm neben einem riesigen glitzernden Strass-Pferdekopf neben einem glitzernden sich küssenden Strasspärchen – entgegensprang, habe ich mich gefragt, ob es eigentlich reicht, eine Sache sehr gerne zu machen, oder ob man sie tatsächlich auch gut machen muss, um damit erfolgreich zu sein. Dieser Designer macht seinen Job offensichtlich miserabel, was ihn scheinbar nicht davon abhält, seine Kollektionen in Modehäuser zu bringen. (Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Scheußlichkeit nicht im Schaufenster vergammeln und tatsächlich eine Abnehmerin finden wird). Aber irgendwie gibt das auch Hoffnung. Ich mache nämlich so einiges sehr gerne. Vielleicht lässt sich daraus ja noch eine Karriere basteln. Zum Beispiel finde ich leidenschaftlich gerne Filmfehler – bzw. suche ich nicht aktiv danach, aber ich mag es, wenn mir einer auffällt. Manche springen ja jedem Blinden ins Auge, aber manche sind wirklich äußerst leicht zu übersehen. Ist euch beispielsweise schon einmal aufgefallen, dass bei der berühmten Pretty Woman-Szene in der Badewanne der Walkman kurzzeitig umgedreht wurde und der Anschluss für die Kopfhörer auf einmal auf der anderen Seite ist? Vermutlich nicht, ich finde die Prince singende Julia Roberts eigentlich auch sehenswerter. Übrigens feiert Pretty Woman dieses Jahr zeitgleich mit mir den 25. Geburtstag. Und der ORF verlautbarte in der Vorschau die letzten Tage es sei „Die wohl schönste Liebesgeschichte aller Zeiten“. Ein reicher Freier kauft sich die Prostituierte gleich für eine ganze Woche. Wirklich wunderschön. So eine Romanze wünscht sich jeder. Na ja.
Letztens in der Uni war es auch fast ein bisschen so, als ob ich einen Filmfehler entdeckt hätte, der keinem anderen aufgefallen ist. Ich saß in einem – wie meine Frau U. zu sagen pflegt – „Seminar des Grauens“ (d.h. es dauert den ganzen Tag) und die Temperaturen bewegten sich um die 30 Grad. Wir befanden uns bereits nach der Mittagspause beim ca. fünften Referat. Die Luft staute sich im Raum, um die 40 StudentInnen versuchten noch irgendwie der vortragenden Kommilitonin zuzuhören, als ich auf einmal bemerkte, dass das anstrengende Seminar unsere Professorin wohl noch mehr mitnahm als uns. Der von ihren dünnen Fingern umklammerte Fächer, mit dem sie sich Luft ins Gesicht wedelte, machte alle zehn Sekunden eine Vollbremsung, ihre Augen fielen zu und ihr Kopf knickte nach unten, um ihn nach einer Schreckenssekunde wieder hochzureißen und weiterzufächern. Dann begann das Spiel von vorne und wiederholte sich mindestens zwanzig Mal. Ich wartete nur noch darauf, dass sie das mit dem rechtzeitigen Hochreißen nicht mehr schaffen und ihr Kopf auf die Tischplatte knallen würde. Innerlich kichernd schaute ich durch die Runde und bemerkte, dass ich wirklich die Einzige in dem vollgestopften Raum war, die dieses Schauspiel beobachtete. War ich etwa auch die Einzige, die fand, dass sie wie ein riesengroßer pastellfarbiger Eisbecher angezogen war? Ich konnte das Veilcheneis förmlich im Mund spüren. Obwohl ich noch nie in meinem Leben Veilcheneis gegessen habe. Glaube ich. Dafür habe ich letztens ein ziemlich großes veganes Eis gegessen und es war.. zwar ganz ok, aber recht weit entfernt von köstlich. Dieser tierproduktfreie Zug wird wohl auch weiterhin an mir vorüberfahren ohne dass ich auf ihn aufspringe. Genau wie dieser Half-up-Bun-Trend. Diese Frisur hat sich schon vor einiger Zeit wie eine Plage auf den Hipster-Köpfen der Wiener Frauen ausgebreitet und sieht.. zwar ganz ok, aber recht weit entfernt von gut aus. Nur weil Ariana Grande und Rihanna damit ganz süß aussehen, tut ihr es noch lange nicht. Sorry Mädls. Aber es gibt tatsächlich auch Trends, die ich nicht blöd finde: Ich wusste, wusste, WUSSTE, dass diese Tattoobändchen um den Hals irgendwann wieder modern werden. Meine Güte, wie hab ich die Dinger damals geliebt. Außerdem kann ich meine Adidas Superstar nach vielen Jahren der Vernachlässigung wieder aus dem Kasten kramen! The 90s are back, alright. Eigentlich ist es mir ja total egal, auf welche Züge ihr so aufspringt. Nur bitte, bitte kauft euch kein mit einem glitzernden Strass-Eiffelturm neben einem riesigen glitzernden Strass-Pferdekopf neben einem glitzernden sich küssenden Strasspärchen verziertes Shirt. Danke.

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Momentaufnahme #2

von am Juni 23, 2015

nova rockDie großzügig aufgetragene Sonnencreme auf meiner blassen Haut vermischt sich in der brütenden Hitze langsam mit dem von der tanzenden Menge aufgewirbelten Staub und setzt sich in den kleinen Fältchen auf meinen Armen und Beinen ab. Es ist Nachmittag und die meisten der vielen tausend Menschen lümmeln noch ausgestreckt in ihren Campingssesseln oder haben sich im Idealfall ein schattiges Plätzchen gesucht, um sich von der langen vorangegangenen Nacht zu erholen und Energie für die nächste lange Nacht zu tanken. Die Menschenmenge vor der Bühne ist somit noch recht überschaubar. Wir stehen angenehm locker in der zweiten Reihe und bekommen so sogar schon was von dem bisschen Schatten ab, den die Bühne auf das Feld vor ihr wirft. Die Windräder im Hintergrund drehen unermüdlich ihre Runden. Um uns erstreckt sich die burgenländische und ungarische Weite. Kein Hügelchen ist zu sehen. Vor mir an der Absperrung lehnt ein Mädel im Toten Hosen-Shirt und ich weiß, dass sie hier noch viele Stunden ihren Platz verteidigen muss bis sie endlich ihre Lieblingsband von der ersten Reihe aus bestaunen kann. Sie begrüßt einen gerade dazugestoßenen Typ mit blondem Iro, der das Logo der Band sogar bunt gestochen auf seinem Oberarm trägt. Als Hardcore-Fan kennt man sich wohl. Frank Turner, der gerade nur wenige Meter vor ihr „The Road“ zum besten gibt, interessiert sie wenig. Und dass er genau in diesem Lied die Zeilen „Well, I’ve travelled many countries, washed my feet in many seas. I’ve drank with grifters in Vienna and with punks in old D.C.“ flötet, interessiert sie vermutlich noch viel weniger. Franks obligatorisches weißes Hemd ist durchgeschwitzt und klebt durchsichtig an seiner Haut. Mir fällt auf, dass die Tattoos an seinen Armen reichlich Zuwachs bekommen haben seit ich ihn das letzte Mal sah. Die Temperaturen jenseits der dreißig Grad halten ihn nicht davon ab ein weiteres Mal mit Leidenschaft in die Gitarre zu hauen und sich wild zur Musik zu bewegen. Mein Blick schweift zu den anderen Bandmitgliedern und ich muss lachen, weil mir mein Bester letztens erzählt hat, dass die immer gleichen spastischen Bewegungsabläufe des Bassisten ein Nicht-hinschauen-aber-auch-nicht-wegschauen-können-Gefühl bei ihm auslösen. Wie recht er hat. Frank grinst sein charmantes Lächeln in die Menge und fordert sein Publikum zum Mitsingen auf. Ich strecke meine Arme in die Luft, tanze, soweit es mein Getränk in der Hand zulässt, und singe laut mit. Ich fühle mich glücklich und frei und weiß, dass heute noch viele schöne Momente wie dieser vor mir liegen.

„Ich bin ein Clown und sammle Momente.“

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belacquastisch.

von am Juni 14, 2015

Ich wollte euch diese kleine Museumsquartier-Funfact-Geschichte ohnehin schon eine Zeit lang erzählen, aber nach der Begegnung letztens erzähle ich sie euch NOCH lieber.

Kennt ihr Michael Buchinger? Für diejenigen, die diese Frage mit „Nein“ beantworten müssen: Michael Buchinger zählt zu den wenigen erfolgreichen Youtubern Österreichs und hat gestern Abend in Düsseldorf sogar einen Webvideopreis abgestaubt – Gratulation, mein Lieber! Absolut verdient meiner Meinung nach. Ich schaue mir diesen witzig-sarkastisch-originellen Herrn sehr gerne an und habe mich tierisch gefreut, dass er neulich bei unserem Naschmarkt-Frühstück nur ein paar Tische weiter gesessen ist. Und das, obwohl er doch momentan die meiste Zeit in Berlin unterwegs ist. Ich mag kleine zufällige „Promi“-Begegnungen zu meinem sonnigen Bagel-Frühstück. Die darf man gerne öfter servieren.
Jeeedenfalls hat der Michi letztens in einem seiner Videos erzählt, dass das Mumok nicht nur moderne Kunst beherbergt, sondern auch ein riesengroßes Instrument ist. Die grauen Basaltlavasteine der Fassade ergeben nämlich ein überdimensionales Xylophon. Habt ihr das gewusst? Also ich nicht. Ich war aber gleich begeistert und habe nur wenige Tage später mit meiner Begleitung auf den unterschiedlich klingenden Steinen herumgetrommelt. Ich weiß jetzt schon, dass ich das ab jetzt JEDEM erzählen werde, mit dem ich durchs Museumsquartier spaziere. Ausprobieren schwer empfohlen!
Museumsquartier

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Foto-Montag

von am September 23, 2014

Ein letzter super-sommerlicher (leicht verspäteter) Foto-Montag zum Herbstbeginn.
fms1
Heimat. Schaf. Mäh. Lichterfest. Alte Donau. Feuerwerk. WM Public Viewing. Blümchen hinterm Ohr. Altes AKH. Himbeeren. Mmmhhh. Mädls. Flughafen. Urlaub. Spanien. Burggarten. Im Grünen. Genießen. Sonnenbrillen-nasse-Haare-Bikini-Selfie. Meer. Strand. Popfest. Karlsplatz. Konzerte. Glücklich sein. Vienna Harley Days. Harley-Spiegelbild-Selfie. Yay.

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